GP China: Formel-1-Superstar Lewis Hamilton mit Startschwierigkeiten im Ferrari - neue Liebe rostet schon

Lewis Hamilton und Ferrari, das war bis zum Saisonstart der Formel 1 beim Großen Preis von Australien die Geschichte einer Traumehe - die Realität sieht nun aber anders aus. Der siebenmalige Weltmeister beendete das Rennen in Melbourne auf Rang zehn. Auf seinen SF-25 hat der Brite sich noch nicht umgewöhnt, nachdem er seine gesamte Karriere an einen anderen Hersteller gewöhnt war.

Lewis Hamilton im Ferrari

Fotocredit: Getty Images

Irgendwann erhob Lewis Hamilton seine Stimme, und natürlich bekamen auch das alle mit. "Bitte!", rief der Rekordweltmeister energisch in seinen Helm, "lass es gut sein", funkte er an seinen Renningenieur, "wiederhol' nicht alle Tipps, überlass' es mir."
Wochen und Monate hatte die ganze Motorsportwelt auf dieses Debüt im Ferrari gewartet, jeden einzelnen Schritt beobachtet, wirklich alle schauten hin - und sahen beim Saisonstart in Australien dann einen völlig enttäuschten, genervten Hamilton.
Als "bitteres Erwachen" wertete die italienische Presse den zehnten Platz zum Auftakt. "Sehr kompliziert" und "deutlich schlechter als erwartet" fand Hamilton selbst diese ersten 300 Rennkilometer in seinem neuen Dienstwagen.
Der Engländer nimmt nun also jede Menge Zweifel und offene Fragen mit auf die Reise nach China, wo schon am Sonntag (8:00 Uhr im Liveticker) in Shanghai das zweite Saisonrennen steigt. Und natürlich wird Hamilton dort erneut im Fokus stehen.

Steiner fordert Leistung von Hamilton

Denn die Traumehe zwischen dem größten Rennfahrer seiner Generation und dem ikonischen Rennstall ist für sich eine große Geschichte - ein Scheitern wäre aber mindestens ebenso interessant. Und so wird in diesen Tagen analysiert, bewertet und spekuliert, eine Meinung hat jeder.
"Die Flitterwochen sind vorbei", ließ sich der einstige Formel-1-Teamchef Günther Steiner bei "RTL/ntv" zitieren, "jetzt muss er Leistung bringen."
Der frühere Rennfahrer Christian Danner war geradezu "schockiert" von Hamiltons Leistung zum Auftakt, der 40-Jährige sei "schlichtweg völlig überfordert gewesen", sagte er dem "Motorsport-Magazin".
Danner nahm damit Bezug auf ein Problem, mit dem Hamilton wohl mehr zu kämpfen hat als erwartet: Die Umstellung auf den Ferrari benötigt Zeit, die er nicht hat.

Hamilton muss mit Neuerungen zurechtkommen

Seine gesamte Karriere, zunächst bei McLaren als Mercedes-Kundenteam, dann beim Mercedes-Werksteam, bediente er miteinander verwandte Systeme. Sein SF-25 ist nun anders als alles, was Hamilton bislang gesteuert hat.
Schon vor dem Saisonstart hatte er darauf hingewiesen. "Die Lenkung ist komplett anders", sagte er, aber auch Einstellungen, Software, Terminologie: "Ich muss mich an alles anpassen."
Das chaotische Rennen in Melbourne mit wiederkehrenden Regenschauern war zudem eines, in dem immer wieder neue Entscheidungen getroffen werden mussten, in dem zudem schnelle und präzise Kommunikation mit der Box notwendig war. Mit seinem neuen Renningenieur Riccardo Adami lief auch das ganz offensichtlich noch nicht optimal.
Hamilton und Ferrari lernen sich also im laufenden Betrieb weiter kennen, unpraktisch ist dabei auch das Format des Grand Prix in China. Es ist ein Sprint-Wochenende, damit fällt wertvolle Trainingszeit weg: Gleich nach der ersten freien Session am Freitag folgt das Qualifying (8:30 Uhr im Liveticker) für das Kurzrennen.

Nicht nur Hamilton mit Problemen

Die Schwierigkeiten sind indes keineswegs exklusive Probleme Hamiltons. Auch Teamkollege Charles Leclerc kam nicht über Rang acht hinaus, der Ferrari war zum Auftakt eine echte Enttäuschung.
Im vergangenen Jahr noch auf Augenhöhe mit McLaren, galt die Scuderia für 2025 eigentlich als Mitfavorit, konnte mit Sieger Lando Norris in Australien nun aber nicht mithalten.
Teamchef Fred Vasseur sieht allerdings vor allem Strategiefehler als Grund für die Unterlegenheit, in China könne alles anders aussehen. "Die Geschwindigkeit" des Autos sei "gut. Und darauf müssen wir unsere Saison aufbauen."
(SID)
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Hamilton heiß auf Ferrari-Start: "Ich liebe den Rennsport"

Quelle: Perform


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