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Die Lehren vom F1-Auftakt: Brillanter Fernando Alonso die einzige Hoffnung gegen Langeweile
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Publiziert 05/03/2023 um 21:23 GMT+1 Uhr
Beim F1-Saisonauftakt in Bahrain bleibt (fast) alles beim Alten: Charles Leclerc muss seinen Ferrari mit einem Defekt vorzeitig abstellen, während Max Verstappen in seinem Red Bull an der Spitze einmal mehr einsame Kreise zieht. Für Action sorgte mit Fernando Alonso dagegen völlig überraschend der Veteran in einem Aston Martin, der 2022 kaum um Punkte fuhr. Die Lehren vom Saisonauftakt in Bahrain.
Fernando Alonso feiert auf dem Podium mit Max Verstappen
Fotocredit: Imago
Jubelnd thronte Fernando Alonso im Parc fermé auf seinem Aston Martin, stürzte sich daraufhin in das grüne Meer aus euphorisch grölenden Mechanikern. Zum 99. Mal in seiner Karriere fuhr der 41-Jährige beim F1-Auftaktrennen in Bahrain auf das Podest - und das in dem Auto, in dem Sebastian Vettel in den zurückliegenden zwei Jahren nur hinterherschlich.
Alonso sorgte am Sonntag für das Spektakel auf dem Bahrain International Circuit, denn die Spannung um den Sieg blieb einmal mehr aus: Max Verstappen triumphierte am Persischen Golf ungefährdet vor seinem Teamkollegen Sergio Pérez und erinnerte mit seiner Sonntagsfahrt an die zurückliegende Saison, als er die Königsklasse nach Belieben dominierte.
Bis kurz vor dem Ende fuhr Vizeweltmeister Charles Leclerc dahinter auf Podiumskurs, doch der Monegasse wurde ein weiteres Mal von seinem Ferrari im Stich gelassen.
Drei Lehren aus dem F1-Saisonauftakt in Bahrain:
1. Verstappen sorgt für Formel langweilig
Im zurückliegenden Jahr spielte Max Verstappen mit der Konkurrenz. Schon vier Rennen vor dem Ende der Saison machte der Niederländer in Japan die Titelverteidigung perfekt und stellte in Suzuka mit seinem 14. Erfolg gleich einen neuen Formel-1-Rekord auf. Eine einzige Dominanz.
Falls die Formel-1-Welt nach den Testfahrten und der nächsten Pole Position am Samstag überhaupt noch Hoffnung auf Spannung hegte, sorgte der 24-Jährige am Sonntag spätestens zehn Minuten, nachdem die Lichter ausgegangen waren, für glasklare Verhältnisse.
Schon nach vier Runden hatte der Weltmeister drei Sekunden zwischen sich und Charles Leclerc gebracht, zog an der Spitze einsam seine Kreise und gab seine Führung bis zur Zielflagge nur bei seinem ersten Boxenstopp kurzzeitig ab. "Das war ein perfektes Rennen", dankte Red-Bull-Teamchef Christian Horner seinem Piloten über den Boxenfunk.
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Max Verstappen (Red Bull)
Fotocredit: Getty Images
Zu keinem Zeitpunkt ließ der amtierende Champion auch nur den geringsten Zweifel an seinem 36. Triumph in der Formel 1 aufkommen. "Sehr reizend, Leute", freute sich Verstappen: "Genau der Start, den wir wollten und brauchten." Selbst ein Problem mit dem Getriebe in der Anfangsphase des Grand Prix konnte Verstappen nicht stoppen, nein nicht einmal ausbremsen.
Teamkollege Sergio Pérez machte mit einem Rückstand von zwölf Sekunden den Doppelsieg perfekt und unterstrich die Überlegenheit der Red Bull, die ihren Vorteil gegenüber der Konkurrenz über den Winter noch weiter ausgebaut haben. "Wir haben ein sehr gutes Rennpaket", sagte Verstappen mit einem Gruß an die Ingenieure in Milton Keynes: "Danke an das Team."
Man könnte unken: Nach nur einem Rennen ist die Weltmeisterschaft entschieden, zu groß ist der Unterschied zur Konkurrenz. Der geschlagene Mercedes-Boss Toto Wolff kapitulierte bereits, Red Bull befinde sich "auf einem anderen Planeten". Verstappen deutete selbstbewusst an, dass es sogar noch den ein oder anderen Bereich gäbe, den man feinjustieren könne.
Zum Start in die neue Saison bleibt alles beim Alten. Verstappen macht die Formel 1 zur Formel Langweilig.
2. Brillanter Alonso die einzige Hoffnung
Schon drei Runden vor dem Ende hatte Fernando Alonso die Lockerheit, sich um andere Dinge zu kümmern als das eigene Rennen. Ob Teamkollege Lance Stroll Rekordweltmeister Lewis Hamilton noch geschnappt hätte, wollte der Spanier über den Boxenfunk wissen.
Nein? "Trotzdem großartig", lobte der zweimalige Champion den Kanadier. Es untermalte die Coolness und die Abgezocktheit, die Alonso in den 54 Runden zuvor schon unter Beweis gestellt hatte. Der Mann aus Oviedo sorgte für das Spektakel unter dem Flutlicht von Bahrain.
Nach einem unglücklichen Beginn bis auf Rang sieben zurückgereicht, arbeitete sich Alonso im Aston Martin mit einer brillanten Leistung nach vorne. "Wir hatten nicht den besten Start, mussten auf der Strecke überholen. Mir hat es sehr gefallen", sagte Alonso nach dem Rennen.
Der 41-Jährige strahlte in den Tagen von Bahrain ein Feuer aus wie seit Jahren nicht mehr. Der Schritt hin zur britischen Traditionsmarke, mit der Sebastian Vettel in den zurückliegenden Saisons nur hinterhergefahren war, scheint sich als goldrichtig zu erweisen. "Sehr glücklich" sei er über seinen Wechsel, so Alonso. "Es ist unglaublich, was Aston Martin über den Winter geleistet hat."
Der Spanier, dessen jüngster seiner 32 Rennsiege in der Königsklasse des Motorsports nahezu zehn Jahre zurückliegt, hat merklich Blut geleckt. Nach etlichen Dürrejahren im Mittelfeld sitzt er endlich wieder in einem "ausgezeichneten Auto", wie er vor lauter Freude noch während des Grand Prix über das Teamradio jauchzte: "Es ist surreal!"
Mit einem Weltklasse-Manöver kassierte er in der 37. Rennrunde Hamilton, sorgte damit für die Aktion des Sonntags und feuerte sich danach selbst an: "Let's go!" Neun Umläufe später überholte er Carlos Sainz mit einem weiteren fantastischen Move, ehe er den Podestplatz von Leclerc erbte, nachdem der seinen Ferrari abstellen musste.
Eine brillante Vorstellung, die der Konkurrenz Respekt abnötigte. "Aston Martin ist unglaublich stark", lobte Wolff bei "Sky". Der strahlende Alonso blieb zwar bescheiden, doch nach dem Rennen in Bahrain scheint eindeutig: Wenn überhaupt ein Pilot Red Bull und Verstappen gefährlich werden kann, dann nur der Altmeister.
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Fernando Alonso und Max Verstappen auf dem Podium in Bahrain
Fotocredit: Getty Images
3. Ferrari trägt (schon wieder) Trauer
Vor einem Jahr strahlte der Nachthimmel über Bahrain rot. Charles Leclerc hatte den Auftakt in die neue Saison dominiert, die Tifosi träumten bereits vom ersten Titel seit 2007.
Rund 365 Tage später kassierte die Scuderia an Ort und Stelle einen weiteren Tiefschlag - und was für einen! "An solchen Tagen gibt es nicht viel Positives. Es ist eine Schande", fand der Monegasse nach seinem Aus deutliche Worte.
Nach 41 Runden musste der Vizeweltmeister seinen Boliden mit einem Defekt abstellen. Ein bitteres Déjà-vu: Schon in der vergangenen Saison verspielte die Scuderia alle Titelchancen durch eine schier unfassbare Anzahl an Pleiten, Pech und Pannen.
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Charles Leclerc musste seinen Boliden einmal mehr abstellen
Fotocredit: Getty Images
Zum Start in 2023 wiederholte sich das Drama für Leclerc, ein Problem mit der Power Unit legte den SF-23 lahm. "Come on", stöhnte er vielsagend, als sein Ferrari wie 2022 in Baku und Barcelona auf Podestkurs ausrollte.
Der Instagram-Account der italienischen Traditionsmarke mit dem "Prancing Horse" kommentierte das Aus schlicht mit dem Emoji eines gebrochenen Herzens - und sprach damit den Tifosi aus der Seele.
Dabei waren schon die 40 Runden zuvor ein Offenbarungseid und es dämmerte die Erkenntnis, dass die Scuderia auch 16 Jahre nach der letzten Weltmeisterschaft nichts mit dem Titelkampf zu tun haben wird. Verstappen distanzierte den 25-Jährigen von der ersten Runde an, im Duell mit Pérez war er letztlich ebenso chancenlos.
"Im Rennen ist das Auto nicht da, wo es sein sollte", legte Leclerc schonungslos offen. Allen voran der Reifenverschleiß bereitete den Italienern Probleme. "Es war ein schwieriges Rennen", konstatierte Teamkollege Sainz.
Der neue Teamchef Frédéric Vasseur, der den im Winter den gechassten Mattia Binotto beerbte, nahm kein Blatt vor den Mund: "Was den Reifenverschleiß angeht, sind wir weit weg von Red Bull. Wir müssen ehrlich sein. Red Bull ist viel besser."
Ein Schlag ins Gesicht der euphorischen Fans: Die Tifosi, die so gerne träumen, tragen (schon wieder) Trauer.
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Karriereende? Hamilton will "ein wenig länger bleiben"
Quelle: Eurosport
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