Sebastian Vettel über mögliches Comeback und Mercedes-Gerüchte - Ex-Weltmeister vermisst die Formel 1

Sebastian Vettel hat seine Karriere zum Abschluss der Saison 2022 beendet und sich damals eine Tür zu einem Comeback offengelassen. Seit dem angekündigten Wechsel von Rekordweltmeister Lewis Hamilton von Mercedes zu Ferrari ist der viermalige Champion wieder in aller Munde. Ein Engagement bei den Silberpfeilen scheint möglich - doch dem stehen noch Fernando Alonso und ein Wunderkind im Weg.

Sebastian Vettel

Fotocredit: Getty Images

Der Wechsel von Lewis Hamilton zu Ferrari bringt schon Spannung in die "Silly Season" der Formel 1, da hat die Saison 2024 auf der Rennstrecke noch gar nicht richtig begonnen. Und mittendrin in den Spekulationen steckt auch ein potenzieller Comeback-Superstar aus Deutschland: Sebastian Vettel.
Der 36-Jährige, zwischen 2010 und 2013 viermal hintereinander Weltmeister, hat Ende 2022 seine Karriere beendet, sich dabei aber die Hintertür für ein mögliches Comeback offengelassen. Bereits Mitte Februar hatte "Motorsport-Total.com" erstmals darüber berichtet, dass er an einer Rückkehr interessiert sein könnte, falls ihm Mercedes ein Cockpit anbieten sollte.
Eine These, die sich jetzt langsam zu verdichten scheint. Denn die "NZZ" hat am Freitag ein großes Interview mit Vettel veröffentlicht, in dem der Wahlschweizer erstmals explizit erklärt, dass ihn der Hamilton-Wechsel erstens "überrascht" und er zweitens mit Toto Wolff bereits "kurz SMS ausgetauscht" habe.
Vettel erörtert weiter, ein Comeback sei "bis jetzt kein Thema für mich, auch weil ich mit 36 noch alle Zeit der Welt habe. Das läuft also nicht weg." Und er hält fest, dass es "bis jetzt kein aktives Vorhaben" gibt, als Fahrer in die Formel 1 zurückzukehren. Nachfrage: "Ist das jetzt ein klares Nein?" Vettels Antwort: "Nein."

Vettel gibt zu: Ich vermisse die Formel 1

Ein klares Nein zu einem Comeback schließt Vettel aus, denn: "Vielleicht gibt es irgendwann den Punkt, an dem ich sage: 'Ja, ich würde gern wieder zurück.' Wenn ich es gedanklich so sortiert bekomme, dass es dann plötzlich wieder Sinn macht. Im Moment geht es mir aber sehr gut, ohne Formel 1 zu fahren. Es gibt kein festes Nein, aber auch kein festes Ja."
Aus seinem Umfeld ist durchgesickert, dass der dreifache Familienvater (zwei Töchter und ein Sohn) sein neues, entschleunigtes Leben einerseits sehr genießt, er andererseits aber das Rennfahren mehr vermisst, als er sich ursprünglich eingestehen wollte. "Es ist ein Prozess, und der dauert wohl auch bei mir noch an. Manchmal fehlt mir die Anspannung aus der alten Welt schon", räumte er ein.
Bereits 2024 wäre ein Comeback als Fahrer im internationalen Motorsport möglich gewesen. Ende 2023 fanden Gespräche mit dem Jota-Porsche-Team statt, das in der Langstrecken-WM WEC an den Start geht. Vettel hätte dort Teamkollege von Jenson Button und Gegner unter anderem von Mick Schumacher werden können.
Doch der Deal kam letztendlich nicht zustande. Stand heute sieht es so aus, dass er 2024 nach 2023 ein weiteres Jahr ohne Teilnahme an professionellen Autorennen erleben wird. Vettel gab zu: "Es gibt schon Dinge, die mir fehlen. [...] Ich habe für den Moment gelebt, den Wettkampf. Das vermisse ich am meisten."
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Sebastian Vettel

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Selbst wenn Vettel will: Will ihn auch Mercedes?

Die große Frage ist: Selbst wenn die Informationen stimmen sollten, dass er bei Mercedes schon Interesse deponiert hat - würde ihn Mercedes auch wirklich wollen? Toto Wolff spricht davon, dass nach Melbourne (also Ende März) eine Grundsatzentscheidung darüber fallen könnte, in welche Richtung es bei der Suche nach einem Hamilton-Nachfolger gehen wird.
Im Interview mit "Sky" bestätigte der Mercedes-Teamchef: "Wir müssen uns nach drei, vier Rennen entscheiden: Gehen wir auf die Jugend, planen wir langfristig? Oder gehen wir auf die Erfahrung und versuchen, kurzfristig zu optimieren und der Jugend ein paar Jahre mehr Erfahrung zu geben? Das ist die Entscheidung."
Insider übersetzen das so: Nach Melbourne wird auch die Formel 2 ihre ersten drei Rennwochenenden 2024 absolviert haben. Dann ist zumindest schon etwas klarer, wie gut Andrea Kimi Antonelli in der Formel 2 zurechtkommt. Der erst 17-jährige Mercedes-Junior wurde von Wolff selbst schon als "Wunderkind" bezeichnet.
Aber: Antonelli hat die Formel 3 übersprungen und bestreitet 2024 seine erste Saison in der Formel 2. Schon 2025 direkt im Werks-Mercedes in der Formel 1 zu sitzen, wäre eine immens steile Entwicklung seiner Karriere. Und beim ersten Saisonrennen der Formel 2, dem Sprint am Freitag, belegte er nur den 14. Platz.

Hamilton-Nachfolge: Erfahrung statt Wunderkind?

Es spricht also viel dafür, dass Mercedes eher in Richtung eines erfahrenen Piloten denken wird, der ein bis zwei Jahre überbrücken könnte, bis Antonelli reif für den Formel-1-Silberpfeil ist. Da fallen einem Namen ein wie Fernando Alonso (mit dessen Manager Flavio Briatore hat sich Wolff bereits getroffen), Carlos Sainz, Esteban Ocon oder Nico Hülkenberg.
Und eben Sebastian Vettel. Wolff: "Sebastian ist ein super Typ, und ein Riese in diesem Sport." Gleichzeitig befindet sich Mercedes in der Luxusposition, dass man eins der attraktivsten Cockpits auf dem Markt hat - und somit nicht unter Zugzwang ist. Bei Wolff rufen derzeit, grinste er, "Nummern an, die ich gar nicht kannte. Ich frage mich teilweise: Soll ich da jetzt abnehmen oder nicht?"
Alonso wiederum wird von Aston Martin schon bekniet, seinen Vertrag zu verlängern. Was der Spanier nicht macht, solange er bei Mercedes im Rennen ist. Und viele im Fahrerlager vermuten: Wenn Wolff die Wahl haben sollte zwischen Alonso und Vettel, der zwei Jahre keine Formel 1 gefahren ist, dann wird er eher Alonso nehmen.
Aber Wolff betonte im "Sky"-Interview, dass er - anders, als einige andere Experten im Paddock - nicht der Meinung ist, Vettel sei in den letzten Jahren seiner aktiven Karriere nicht mehr schnell genug gewesen: "Ich glaube, er hat auch die Performance", sagte er. Das könnte er theoretisch aber auch aus reiner Höflichkeit so formuliert haben.
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Alle Augen auf den Titel: Hamilton will's nochmal wissen

Quelle: Perform

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