"Ich habe viele Stifte bei mir, aber nicht speziell um irgendetwas zu unterschreiben", lacht er vor dem anstehenden Formel-1-Wochenende in Belgien. Noch immer ist unklar, was der Deutsche im kommenden Jahr machen wird. Aston Martin? Red Bull? Oder doch Glickenhaus? Die Antwort darauf lässt wohl noch auf sich warten.
Natürlich wird Vettel auch in Belgien auf den aktuellen Stand seiner Situation angesprochen, doch diese Fragen wischt er locker beiseite: "Bezüglich der Zukunft gibt es keine Updates", stellt er klar und grinst: "Du kannst einfach die Frage von der letzten Pressekonferenz kopieren."
Dann müssen es eben Fragen zur sportlichen Situation bei Ferrari tun. Doch die verändert sich bekanntlich auch nicht so einfach von heute auf morgen. Zuletzt in Spanien konnte Vettel zumindest ein kleines Erfolgserlebnis feiern, als seine riskante Einstoppstrategie aufging und er etwas überraschend auf Platz sieben fahren konnte. Anheben tut ihn das aber nicht.
GP von Belgien
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Kein Champagner nach Platz 7

"Die Champagnerflaschen wurden nach dem Rennen nicht geköpft", sagt er. Denn Platz sieben ist eigentlich nicht das, was Vettel und auch Ferrari wollen. Daher sei das Ergebnis auch kein Hochgefühl gewesen. "Wir waren zufrieden, dass unser Risiko aufgegangen ist", meint Vettel. "Wir wollen natürlich mehr, aber das ist in diesen Zeiten schwierig."
Der Deutsche weiß, dass seine Zeit bei Ferrari nicht so zu Ende gehen wird, wie er sich das erhofft hat - dafür ist der SF1000 zu schlecht. Dennoch ist es seine Art, die Sache positiv zu sehen: "Das Jahr ist nicht vorbei. Wir versuchen als Team natürlich Fortschritte zu machen. Und ich versuche das Beste aus der Situation zu machen", sagt er.
Gerüchte, dass das Team nicht mehr hinter ihm steht, wischt er einfach weg: "Ich vertraue den Leuten um mich herum. Sie haben in den vergangenen Jahren so viel gegeben", stellt er klar. "Es ist nur ein Zeichen von Respekt, dass ich alles zurückgebe, was ich habe. Ich schaue nicht auf die negativen Seiten. Ich zähle die verbleibenden Rennen nicht, sondern nehme es Rennen für Rennen."

Lieber Chancen als Probleme sehen

Zwar sei die Situation nicht einfach, dennoch möchte der viermalige Weltmeister eher die Chancen sehen als die Probleme. "Das ist auch rückblickend die Ansicht, die ich habe", sagt er. "Natürlich gab es Momente, die nicht toll waren, aber genauso gab es auch tolle Momente, Siege und so weiter."
"Irgendwann kommt alles zu einem Ende. Egal was passieren wird: Ich versuche die Zeit mit den Jungs zu genießen, mit denen ich so viel Zeit verbracht habe", so Vettel. Und alles was danach kommt, ist aktuell Zukunftsmusik.
Doch zuvor steht erst einmal das Rennen von Spa-Francorchamps auf dem Programm. Auch daran hat der Ferrari-Pilot gute Erinnerungen, wenn er in seinem Kopf kramt. "Das ist eine Strecke, die eigentlich jeder mag", sagt er und findet, dass sie vor allem bei der Jungfernfahrt "sehr beeindruckend" ist.

Von Rollstühlen und Sutil-Siegen

Im Fall von Vettel fand sie vor 15 Jahren in der Formel-3-Euroserie statt. "Ich weiß nicht, ob ich mich groß daran erinnern kann. Aber ich bin in der Renault-World-Serie dort gefahren. Ich hatte einen Unfall. Daran erinnere ich mich", sagt er. "Und ich habe mir damals den Finger gebrochen."
"Ich kam ins Medical-Centre und sie haben mich mit diesen lustigen Sachen angezogen und mich in einen Rollstuhl gesteckt. Und ich habe nur gemeint: 'Schaut, mir fehlt nichts. Es ist nur der Finger'", lacht er.
"Diese Erinnerungen sind da. Aber die Formel 3? Ich weiß nicht. Ich glaube, Lewis hat ein Rennen gewonnen und Adrian Sutil das andere. Sie waren in dem Jahr sehr stark", erinnert sich Vettel. "Ich weiß gar nicht, wo ich gelandet bin (disqualifiziert und 13.; Anm. d. Red.)."
Und heute? "Heute sind viele Kurven nicht mehr so herausfordernd", sagt er. "Damals war es noch etwas anders, trotzdem ist es eine tolle Strecke. Ich glaube, dass wir alle Spaß haben."
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