Lewis Hamilton schien der Formel 1 längst entwachsen und fuhr im Kampf um die Pole Position nur noch gegen sich selbst - Sebastian Vettel war dagegen endgültig bei den Hinterbänklern angekommen. Der viermalige Weltmeister kämpfte gegen Williams, Alfa Romeo und Haas: Ferrari hat im Qualifying zum Großen Preis von Belgien den Tiefpunkt einer ohnehin enttäuschenden Saison erreicht.
"Wir haben alles probiert, mehr war nicht drin", sagte Vettel bei "Sky": "Was soll man da noch groß einschätzen. Wir wissen, dass wir im Moment nicht sonderlich stark sind, wenn uns dann die Strecke nicht liegt, kommt so etwas dabei heraus."
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Qualifying in Spa: Leclerc hadert - Hamilton triumphiert

So etwas, das war in diesem Fall: Startplatz 14 für Vettel, Rang 13 für seinen Teamrivalen Charles Leclerc. "Ich habe keine Erklärung, warum wir so weit hinten sind", sagte der Monegasse bei "RTL": "Ich würde mir einfach wünschen, dass wir die Probleme lösen. Das haben wir bislang nicht geschafft."
Weit weg nicht nur von Ferrari sondern vom gesamten Feld war Hamilton. Der Weltmeister im Mercedes hatte mehr als eine halbe Sekunde Vorsprung auf seinen Teamkollegen Valtteri Bottas, der - rein theoretisch - ja mit gleichen Waffen kämpft.
Gleich nach seiner schnellen Runde zeigte Hamilton in Richtung Himmel und widmete die Pole Position dem am Freitag verstorbenen Schauspieler Chadwick Boseman. "Das war heute sehr wichtig für mich", erläuterte Hamilton später: "Die Nachricht seines Todes hat mich wirklich gebrochen, es war nicht einfach, mich zu konzentrieren."

Lewis Hamilton (Mercedes) - Spa

Fotocredit: Getty Images

Ferrari: Belgien-GP schon jetzt ein Tiefpunkt

Auf Rang drei landete wie so oft in dieser Saison Max Verstappen im Red Bull knapp vor Daniel Ricciardo im überraschend starken Renault. Vor dem siebten Saisonrennen am Sonntag (15.10 Uhr im Liveticker bei Eurosport.de) führt Hamilton (132 Punkte) das WM-Klassement souverän vor Verstappen (95) und Bottas (89) an.
Für Ferrari ist Spa schon jetzt ein entblößender Tiefpunkt. Bereits über die gesamte Saison tun sich die Roten schwer, landeten dabei aber meist noch im Mittelfeld. Am Freitag im Training rutschte die Scuderia weiter ab, im Abschlusstraining am Samstagmittag kam sie ganz unten an: Vettel wurde Letzter, Leclerc landete auch nur auf Platz 17.
Für das Qualifying war nun Schlimmstes zu erwarten. Dort ziehen nur die besten 15 ins Q2 ein, vieles deutete auf ein Doppel-Aus im ersten Abschnitt hin - das hatte es seit sechs Jahren nicht gegeben, und damals spielte eher das Wetter eine Rolle.
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Binotto: "Stehen da, wo wir hingehören"

An diesem Samstag in Spa war Ferrari einfach zu langsam. Mit großer Mühe und beinahe schon überraschend gelang dann doch beiden Autos der Sprung ins Q2. Der Windschatten half im entscheidenden Moment, um zumindest schneller als die übrigen Hinterherfahrer zu sein. Im zweiten Abschnitt war dann aber nichts mehr möglich. Die Plätze 13. und 14. entsprachen dem Leistungsvermögen des SF1000, "mehr kann ich nicht tun", funkte Leclerc an die Box.
Dass der Antrieb momentan nicht konkurrenzfähig ist, war mittlerweile bekannt, doch die Schwierigkeiten der Scuderia sind vielfältiger. "Das größte Problem", sagte Teamchef Mattia Binotto, "bestand darin, dass wir die Reifen nicht optimal zum Arbeiten bekommen." Beim Beschleunigen und Bremsen mangele es an Haftung, und das war etwa bei Vettel offensichtlich. Immer wieder musste der Hesse korrigieren, das Auto schlingerte, er verbremste sich.
"Wir stehen heute da, wo wir hingehören", sagte er, "aber vielleicht regnet es während des Rennens ja. Ich werde nicht aufstecken."
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