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Ferrari sucht nach Brasilien-Crash zwischen Vettel und Leclerc den Schuldigen
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Publiziert 18/11/2019 um 14:37 GMT+1 Uhr
Mit dem Crash zwischen Sebastian Vettel und Charles Leclerc eskaliert die Rivalität der beiden Ferrari-Piloten. Sebastian Vettel erschien nicht im Motorhome, der für ihn reservierte rote Plastikstuhl blieb leer. Nach dem Ferrari-Fiasko von Sao Paulo durfte der zutiefst frustrierte Heppenheimer nichts mehr sagen, auch Charles Leclerc bekam von Teamchef Mattia Binotto einen Maulkorb verpasst.
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Weil die Rivalität zwischen Sebastian Vettel und Charles Leclerc auf der Strecke so spektakulär eskaliert war, sagte die Scuderia die übliche teaminterne Medienrunde mit ihren beiden Crashpiloten kurzerhand ab.
Die italienischen Medien sprachen dafür umso mehr und umso lauter. "Rotes Harakiri!", titelte die "Gazzetta dello Sport", und der "Corriere dello Sport" hatte auch sofort einen Schuldigen ausgemacht: "Maranello hat das richtige Auto und gute Piloten, aber keine starke Teamführung." Das Resultat dieser Führungsschwäche nennt "La Stampa" ein "rotes Desaster. Zwei zerstörte Autos und eine große Blamage."
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Binotto hat noch keinen Schuldigen ausgemacht
Immerhin äußerte sich der in die Schusslinie geratene Teamchef Mattia Binotto ausführlich zu dem "explodierten Generationenkonflikt" (Corriere dello Sport). Der 50-Jährige kündigte eine ausführliche Krisensitzung, aber nur sehr vage Konsequenzen für seine beiden Streithähne an: "Natürlich müssen wir uns jetzt zusammensetzen und gemeinsam entscheiden, wo die Grenzen liegen - um sicherzustellen, dass so etwas nicht wieder passiert."
Binotto vermied es, Vettel oder Leclerc die Hauptschuld für den unnötigen Unfall in der 66. von 71 Runden zu geben. "Es ist noch nicht an der Zeit, ein Fazit zu ziehen", sagte der Mann mit der markanten Brille: "Wir werden uns alle Daten und Bilder in Ruhe anschauen und sie analysieren." Einen Rüffel gab er seinen beiden hochbezahlten Angestellten aber noch mit auf den Weg:
Interner Kampf um die Nummer eins
Dass es zwischen Vettel und Leclerc mal richtig krachen würde, hatte sich lange angedeutet. Immer wieder gab es zwischen dem viermaligen Weltmeister aus Hessen und dem Riesentalent aus Monaco kleine Sticheleien, in Monza, Singapur und Sotschi waren sie bereits aneinandergeraten. "Vettels Reaktion dokumentiert den Frust und die Spannung, die er in diesen schwierigen Monaten im internen Duell mit dem jungen Teamkollegen angesammelt hat", schrieb "La Stampa".
In Sao Paulo flogen beim Sieg von Max Verstappen und Red Bull erstmals so richtig die Fetzen. An Leclercs Auto brach die Vorderradaufhängung, der rechte Vorderreifen platzte, Vettel zerriss es den linken Hinterreifen. Um 15:36 Uhr Ortszeit war nichts mehr wie zuvor bei Ferrari. Es war ja eigentlich nur um Platz vier gegangen - und doch um so viel mehr: Den Status der Nummer eins.
Ferrari-Piloten schieben sich gegenseitig Schuld zu
Sowohl Vettel als auch Leclerc präsentierten sich auf Anweisung von Binotto vor den TV-Kameras reumütig und äußerten ihr Bedauern gegenüber den Ingenieuren und Mechanikern, versuchten aber auch, dem jeweils anderen die Schuld zu geben. Vettel:
Leclerc hatte das eine ganz andere Sicht: "Er hat es auf der Außenseite versucht, wo wenig Platz war. Aber ich habe ihm Platz gelassen."
Binotto und die zwei "ungezogenen Kinder"
Spannend wird sein, wie der "Krieg im Haus Ferrari" ("La Repubblica") weitergeht, in zwei Wochen steigt das Saisonfinale in Abu Dhabi. "Nein, sollten wir nicht brauchen", sagte Vettel auf die Frage, ob klarere Spielregeln nötig sind. "Ich bin mir sicher, dass wir erwachsen genug sind, um das hinter uns zu lassen", sagte Leclerc. Die Presse in Italien hat da so ihre Zweifel. La Stampa meinte:
Auf Ferrari-Boss Binotto wartet eine Menge Arbeit.
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(SID)
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