Herr Wolff, was lief an diesem Tag alles falsch für Mercedes?
Toto Wolff (Mercedes-Motorsportchef): Es war schwer, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Es war grenzwertig, ob wir die Reifen wechseln oder nicht. Wie Charles (Leclerc, d. Red.) ist auch Lewis (Hamilton, d. Red.) abgeflogen und hat die Wand getroffen. Dann haben wir eine Strafe bekommen und die falsche Entscheidung mit den Reifen getroffen. Es kann passieren, dass die Reifen nicht bereit sind, wenn man so kurz vor der Boxeneinfahrt einen Unfall hat. Aber nichtsdestotrotz haben wir dadurch sehr viel Zeit verloren. Von diesem Zeitpunkt an waren wir im Hintertreffen. Es ist nicht peinlich, es ist Motorsport. Manchmal bekommt man einen Schlag auf die Nase. Das sind die Dinge, aus denen man lernen muss. An diesen Tagen werden wir besser.
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Welche Schlüsse ziehen Sie aus dem Rennen?
Wolff: Wir müssen herausfinden, was falsch gelaufen ist. Wenn die Dinge so laufen, wie sie gelaufen sind mit Valtteris spätem Aus, dann endet es in einem Armageddon-Wochenende für uns. Wir müssen die Köpfe zusammenstecken. Wir werden daraus lernen, das rational analysieren und alles aufschreiben, was falsch gelaufen ist. Alle Entscheidungen, die falsch waren und die wir nicht hätten treffen dürfen, und dann müssen wir als Team weitermachen. Wir haben ein paar Tage Zeit, um uns neu aufzustellen. Dann können wir in Budapest zurückschlagen mit einem guten Ergebnis. Wir führen die Meisterschaft noch immer an und sind in einer guten Position. Das darf nicht vergessen werden.
Ist dieses Rennen wie ein Tiefpunkt für Sie bei Mercedes?
Wolff: Wir müssen jetzt ruhig bleiben. Wir haben viele Rennen und fünf Meisterschaften gewonnen. In diesem Rennen lief vieles gegen uns, und wir hatten unser Schicksal nicht komplett in eigener Hand. Aber momentan fühlt es sich sehr bitter an.
Was machen Sie nun, um das Team wieder aufzubauen?
Wolff: Wir sind jetzt alle niedergeschlagen, das ist angesichts des Ergebnisses aber verständlich. Wir müssen jetzt nach Hause gehen, morgen ins Büro zurückkehren und wieder arbeiten. Wie ich gesagt habe: Das sind die Tage, die uns in der Vergangenheit stark gemacht haben. Man geht nie nach Hause und fragt sich: Verdammt, wieso haben wir gewonnen? Sondern: Verdammt, warum haben wir verloren? Das ist die Diskussion, die wir führen müssen. Wir fühlen jetzt als Team den Schmerz gemeinsam - genauso wie wir uns gemeinsam über einen Sieg freuen.
Hätten Sie die Fahrer vor bestimmten Passagen nicht warnen müssen?
Wolff: Wir müssen uns alle Ansagen noch einmal anschauen. Es war eine Entscheidung auf Messers Schneide, auf die Slicks zu setzen, weil der letzte Sektor noch sehr nass war. Nach dem Rennen ist man immer schlauer. Es war nicht die eine falsche Entscheidung, sondern eher die Summe.
(SID)
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