Nach seinem schweren Einschlag in der Copse-Kurve, der sich ersten Informationen zufolge mit 51 g ereignet haben soll, war Max Verstappen in ein lokales Krankenhaus gebracht worden.
Christian Horner hatte zuvor bereits erklärt: "Max ist aus dem Auto rausgekommen. Das war heute unser größer Erfolg."
Zum Gesundheitszustand von Max Verstappen sagte der Red-Bull-Teamchef: "Er hat blaue Flecken, ist ziemlich durchgeschüttelt worden, aber gebrochen ist nichts".
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Entsprechend groß sei die Erleichterung bei Red Bull. "Denn das war wahrscheinlich um Längen sein bisher schwerster Unfall", so Horner.
Der Einschlag in den Reifenstapeln der Copse-Kurve soll sich ersten Informationen zufolge mit 51 g ereignet haben. Und Verstappen wirkte direkt nach dem Crash mitgenommen. "Er war aber ständig bei Bewusstsein", versichert Horner.

Red Bull kritisiert Zeitstrafe gegen Hamilton: "Wird dem Vergehen nicht gerecht"

Aktuell werde Verstappen im Krankenhaus von seinem Vater Jos Verstappen und dem Red-Bull-Physio unterstützt. "Ich habe auch schon mit ihnen gesprochen", sagte Horner. Man warte jetzt die weiteren Untersuchungsergebnisse ab.
Verstappen selbst meldete sich am Abend via Instagram zu Wort. "Ich bin froh, dass ich okay bin", teilte Verstappen mit: "Es war ein harter Einschlag mit 51 G, aber ich fühle mich besser."
Parallel dazu aber beschäftigen sich Horner und sein Team nochmals intensiv mit dem Unfallhergang. Denn Verstappen war in Runde eins nach einer Berührung mit seinem WM-Rivalen Lewis Hamilton abgeflogen. Die Sportkommissare verhängten dafür eine Zehn-Sekunden-Zeitstrafe gegen Hamilton, der das Rennen trotzdem als Sieger beendete.
"Diese Strafe", sagte Horner nach dem Rennen, "wird dem Vergehen nicht gerecht. Lewis hatte keine Strafe, denn er hat das Rennen gewonnen."
Hamilton habe in dieser Zweikampf-Situation schlicht zu viel riskiert. Mehr noch, meinte Horner: "Es war ein verzweifeltes Manöver. Das erwartet man von einem siebenmaligen Weltmeister nicht."

Horner über möglichen Red-Bull-Protest: "Überdenken unsere Optionen"

"Es ist eine der schnellsten Kurven im gesamten Formel-1-Kalender. Er hat einen sehr schweren Unfall verursacht. Unser Auto ist komplett zerstört." Dass Hamilton einen solchen Ausgang in Kauf genommen habe, sei "nicht verantwortungsvoll", sagte Horner weiter. Sein Fazit: "Die Strafe wird dem Vergehen also in keiner Weise gerecht. Das sollte man sich anschauen."
Auf die Frage, ob er damit einen etwaigen Red-Bull-Protest gegen die Entscheidung der Sportkommissare andeuten wolle, antwortete Horner: "Wir haben das Recht auf einen Protest und wir haben das Recht auf einen Einspruch. Wir überdenken jetzt unsere Optionen."
Sein Team kläre gerade ab, "welche Optionen die Regeln [für einen solchen Fall] vorsehen", so Horner. "Wir werden darüber nachdenken und uns die Beweise noch einmal ansehen. Für uns ist die Sache aber sehr, sehr klar."

Horner mit klaren Worten: "Hatten Glück, dass sich kein Fahrer ernsthaft wehgetan hat"

Doch um eine Entscheidung der Sportkommissare anzufechten, braucht es in manchen Fällen auch Material, das bei der Urteilssprechung noch nicht vorhanden gewesen ist, die Situation aber in neues Licht tauchen könnte. Hat Red Bull entsprechende Informationen in der Hinterhand?
Horner gab sich bedeckt: "Unterm Strich entscheiden die Sportkommissare. Die Auswirkungen [des Unfalls] aber hätten deutlich schlimmer sein können. Was, wenn der Fahrer nicht okay gewesen wäre? Wären dann zehn Sekunden für angemessen empfunden worden?"
"Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, dass Lewis auch nur ein bisschen Befriedigung aus einem solchen Sieg ziehen kann. Denn heute hatten wir Glück, dass sich ein Fahrer nicht ernsthaft wehgetan hat."

Horner deutet an: Gab früher auch schon Rennsperren ...

Hamilton aber habe durch die Zeitstrafe "praktisch keine Strafe erhalten", sagte Horner. "Das passt nicht mit dem Manöver zusammen. In der Vergangenheit haben Fahrer für solche Erstrunden-Zwischenfälle Rennsperren erhalten" - wie sie nun auch Helmut Marko einfordert.
Die letzte Rennsperre in der Formel 1 aber ist lange her: Romain Grosjean war 2012 nach diversen Erstrunden-Kollisionen für einen Grand Prix gesperrt worden. Kurz darauf führte die FIA das Strafpunkte-System ein, das bis heute Bestand hat. Zu einer neuerlichen Rennsperre aber führte dieses Vorgehen bisher nicht.
Horner ging trotzdem oder gerade deswegen hart ins Gericht mit Hamilton: "Er hat einen Überholversuch an der gefährlichsten Stelle der Strecke gewagt. Max ist mit 51 g eingeschlagen. Lewis kann von Glück reden, dass sich Max dabei nicht schwer verletzt hat. Sowas erwartest du nicht von einem siebenmaligen Weltmeister."

Horner kritisiert Hamilton-Aktion als "verzweifeltes Manöver"

Doch Hamilton habe womöglich in dieser ersten Runde großen Druck verspürt, nachdem er bereits im Sprintrennen von Verstappen geschlagen worden sei, meinte Horner: "Es hat sich an diesem Wochenende aufgebaut. Man hat es Lewis angesehen. Das Heimrennen, die Zuschauer."
"Er verliert wieder den Start und es wurde ein bisschen verzweifelt die Wellington-Gerade runter. Copse war wahrscheinlich seine letzte Chance, aber das war ein halbherziger Versuch, das Rad reinzuhalten. Wie ich schon sagte: Das erwartet man nicht von einem Fahrer seiner Klasse, mit seinen Fähigkeiten."
Hamilton habe im Sprintqualifying "seine Chance verpasst" und auch dieses Mal "den Start nicht hingekriegt", so Horner weiter. Was folgte, sei ein "verzweifeltes Manöver gewesen, und ein sehr gefährliches". Gegen Ferrari-Fahrer Charles Leclerc habe Hamilton später "das Gleiche" gemacht.
Unterm Strich habe Hamilton die Erstrunden-Kollision mit Verstappen den Weg zum Heimsieg geebnet. "Und das ist kein Ergebnis, auf das er stolz sein kann", meinte Horner.

Horner zuversichtlich: Verstappen wird wieder richtig fit

Viel entscheidender aus seiner Sicht aber sei die Gesundheit von Verstappen. Horner zeigte sich zuversichtlich: "Er ist jung und gesund. Er wird schnell wieder voll da sein. Mental ist Max sehr, sehr stark. Und wenn überhaupt, dann wird das seine Entschlossenheit nur bestärken."
Nachsatz: "Es hätte nicht so ausgehen müssen. Das hätte ein tolles Rennen zwischen zwei wirklich guten Fahrern werden können."

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