F1-GP Italien: Gasly nach Pole in Monza "unglaublich glücklich" - Genugtuung nach Monaco-Frust

Eurosport bei Google

Italien und Pierre Gasly - das scheint zu passen. Sechs Jahre nach seinem sensationellen ersten - und bislang einzigen - Grand-Prix-Sieg in Monza holte sich der Franzose am Samstag fast ähnlich überraschend auch seine erste Poleposition in der Formel 1 und hängte die favorisierte Konkurrenz ab. "Ich glaube, bei mir kommen gerade extrem viele Emotionen zusammen", lacht der Franzose.

Sonderlackierung: Ferrari ehrt Schumacher bei Formel-1-Rennen in Monza

Quelle: SID

Während viele Fahrer Mühe hatten, im zweiten Q3-Versuch noch einmal eine Schippe draufzulegen, verbesserte Gasly seine Zeit noch einmal auf eine 1:27.786 Minuten und fing damit noch George Russell um sechs Hundertstelsekunden ab, der sich kurz zuvor ebenfalls verbessert hatte und die provisorische Polezeit gefahren hatte.
"Ich freue mich einfach riesig für das gesamte Team. Ich bin extrem glücklich mit unserer Leistung. Ich bin jetzt seit neun Jahren in der Formel 1 und versuche, an absolut jedem einzelnen Wochenende mein Bestes zu geben", meinte Gasly.
"Man bekommt nicht jedes Mal ein Auto, mit dem man um die Poleposition kämpfen kann, aber heute war das der Fall", sagt er. "Und ja, ich bin wirklich unfassbar glücklich und stolz, dass ich diese Chance ergriffen und genutzt habe. Das war eine verdammt starke Runde."
Dabei muss gesagt sein: So ganz aus der Kalten kam die Bestzeit von Gasly nicht. Denn Alpine hatte auch in Q1 und Q2 bereits angedeutet, welches Potenzial heute im A526 schlummert. Gasly fuhr im ersten Abschnitt bereits die Bestzeit, Teamkollege Franco Colapinto landete immerhin auf Rang vier, im zweiten Abschnitt gab es immerhin die Positionen vier und acht.
"Es ist uns gelungen, vom dritten Training zur Qualifikation einen guten Schritt zu machen - ich glaube, einen etwas größeren als die Jungs um uns herum", sagt Gasly. "Direkt ab Q1 waren wir etwas überrascht, uns da vorne zu sehen. Man muss ja bedenken: Unser Ziel war eigentlich Q3."

Gute Leistungen schon in Q1 und Q2

"Aber dann war es, glaube ich, P1 in Q1 und P4 in Q2. Ich wollte mich nicht zu früh freuen, aber nach dem ersten Versuch in Q3 war ich wieder Dritter. Und da spürte ich: Okay, ich habe hier wirklich eine echte Chance", schildert er.
Dass es aber auch in Q3 zum ganz großen Wurf langte, kam dann doch ein wenig überraschend, schließlich hatte Mercedes sogar extra ein Auto, das Russell direkte Schützenhilfe mit Windschatten liefern konnte, während sich Gasly in das normale Feld einreihen musste.
"Bei meiner letzten Runde ist es mir gelungen, mich etwas mehr als 2,5 Sekunden hinter Lewis [Hamilton] zu platzieren - wissend, dass er schnell sein und mich gewissermaßen mitziehen würde", sagt Gasly, der von einer "perfekten Ausführung" spricht.
Der Franzose legte in allen drei Sektoren eine persönliche Bestzeit hin und fuhr als Erster über den Strich. "Als ich über die Linie fuhr, wusste ich, dass es eine dieser Runden war, die belohnt werden", sagt er. "Aber dass es für die Poleposition reicht, damit habe ich nicht gerechnet."

Zusätzliche Motivation nach Podestverlust

Für Gasly ist es die irre 180-Grad-Gefühlsachterbahn nach der gestrigen Enttäuschung, dass sein Podestplatz in Monaco durch die Entscheidung des Internationalen Berufungsgerichtes wieder weggenommen wurde.
"Natürlich versuche ich, alles, was ich kann, in etwas Positives umzuwandeln - in zusätzliche Motivation", sagt er. "Aber ich hätte an diesem Wochenende auch gut darauf verzichten können." Mehr möchte er sich zu der Monaco-Causa aber nicht äußern.
Auch Teamchef Steve Nielsen sieht in der Entscheidung vom Freitag eine zusätzliche Motivation: "Es macht einen nur noch entschlossener, sich die Punkte auf der Strecke zurückzuholen", sagt er gegenüber "Sky".

Wieso ist Alpine plötzlich so stark?

Trotzdem darf man sich natürlich die Frage stellen, wo Alpine plötzlich die Pace hergeholt hat. Laut Gasly spielt das große Update für den A526 in Zandvoort eine wichtige Rolle. "Das Paket hat uns bereits in Zandvoort extrem viel Leistung gebracht. Wir haben dort gesehen, dass wir viel konkurrenzfähiger waren", sagt er.
Doch dass es in Monza zu so einer Leistung fähig wäre, das hätte Gasly nicht gedacht. Natürlich ist Monza nicht mit Zandvoort zu vergleichen, wo Alpine nicht einmal in Q3 landen konnte und im Rennen von einem Aston Martin geschlagen wurde.
"Die haben ein richtig gutes Qualifying-Auto hingestellt", lobt Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff bei "Sky". "Sie haben eine enorme Höchstgeschwindigkeit auf den Geraden. Weißt du, die Jungs haben extrem viel Luftwiderstand rausgenommen. Und auf eine einzelne Runde gesehen hat sich genau das als das Erfolgsrezept erwiesen", so der Österreicher, der jedoch betont, dass Mercedes mit seinem Motor "ein kleines bisschen dazu beigetragen" habe.

Wie lange bleibt Gasly Erster?

Das Rennen am Sonntag (15:00 Uhr im Liveticker) ist laut Wolff aber wieder eine komplett andere Angelegenheit, auch wenn er betont, jeden Konkurrenten ernst zu nehmen.
Doch auch bei Alpine ist man sich bewusst, dass es schwierig werden könnte, die Position auch am Sonntag ins Ziel zu tragen. "Mein Plan ist es, so lange wie möglich Erster zu bleiben, da kannst du dir sicher sein. Wie lange das sein wird? Ich habe keine Ahnung", meint Gasly.
"Mein Fokus wird auf meinem Fahren liegen, darauf, keine Fehler zu machen und das Beste aus dem herauszuholen, was ich habe. Ich hoffe natürlich sehr, dass wir diese Position halten können. Aber wie wir wissen: Das ist Rennsport."
"Die Zeit wird es zeigen. Ich werde einfach sicherstellen, dass ich meine Arbeit wie immer erledige, mich am Samstagabend so gut wie möglich vorbereite und mir morgen die beste Chance gebe."
picture

35 Jahre Schumi-Debüt: Der Aufstieg zur F1-Legende

Quelle: Perform


Mehr als 2 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung