GP von Japan: Toto Wolff fehlt Unterstützung von Niki Lauda - Mercedes mutiert zum neuen Ferrari

Mercedes hat in den ersten vier Rennen der Saison 2024 noch keinen einzigen Podestplatz geholt. Eine desaströse Bilanz für den ehemaligen Konstrukteursweltmeister, vor 13 Jahren war dies den Silberpfeilen zuletzt passiert, als man in der kompletten Saison ohne Podestplatz blieb. Ex-Pilot Christian Danner sieht für Mercedes auch weiterhin schwarz - auch weil Niki Lauda fehlt.

Mercedes und Toto Wolff stecken in einer Krise

Fotocredit: Getty Images

"Das ist natürlich schon eine Katastrophe, die wir da mitverfolgen dürfen", sagte Experte Christian Danner bei "ServusTV" zur aktuellen Situation bei Mercedes.
"Toto Wolff weiß ja auch nicht mehr so richtig, was er sagen soll", betonte Danner, der vor allem kein Verständnis dafür hat, dass der Teamchef nach dem jüngsten Rennen in Suzuka noch versucht habe, die Leistung nach P7 und P9 im Rennen schönzureden.
Da sagte der Österreicher gegenüber "Sky", dass zumindest der letzte Stint "richtig gut" gewesen sei und dass Mercedes in Japan "einen Schritt gemacht" habe. "Das spiegelt sich nicht in den Ergebnissen wider, aber ich denke, das Auto wird schneller", so Wolff.
"Als ich das gehört habe, habe ich mir gedacht, der muss irgendwie vielleicht einen anderen Grand Prix angeschaut haben", so Danner, der Wolff aber gleichzeitig auch in Schutz nimmt und erklärt, dass er als Teamchef nicht viel an der aktuellen Situation ändern könne.

Warum der Teamchef nicht viel machen kann

"Der hat sein Team, mit dem er irgendwie klarkommen muss", betonte Danner und erklärte: "Er hat ein Technikerteam, ein Ingenieursteam, ein Aeroteam, auf das er sich verlassen muss." Zwar sei Wolff als Teamchef für die interne Koordination verantwortlich.
"Aber gemacht wird das Auto nicht vom Teamchef", erinnerte Danner und zog einen Vergleich zu Red Bull. "Da kann Christian Horner managen, was er mag, das Auto geht. Und bei Toto ist das im Moment das Problem. Und seine Fahrer sagen das auch", so Danner.
"Man ist 'lost'", glaubte der ehemalige Formel-1-Pilot und erklärte in diesem Zusammenhang, dass Mercedes und auch Wolff persönlich womöglich eine entscheidende Person fehle. "Was ihm sehr fehlt, ich sage es immer wieder, ist mit Sicherheit Niki Lauda", so Danner.
Der Österreicher, der 2019 verstorben ist, hätte Wolff womöglich unterstützen und erklären können, "was unter Umständen zu machen ist", so Danner. Stattdessen stellte der Experte die These auf: "Mercedes ist das Ferrari der Saison 2024."

Danner: Mercedes unter normalen Umständen chancenlos

Denn die Scuderia selbst habe sich "nach vorne entwickelt", während Mercedes nun aus purer Verzweiflung auf seltsame Strategien setze, wie man sie in der Vergangenheit häufig bei Ferrari gesehen habe. Konkret bezog sich Danner auf die in Suzuka probierte Einstoppstrategie.
"Das war eine Verzweiflungsaktion. Und solche Dinge zeigen, wie desolat das da im Moment ausschaut", betonte Danner und erklärte: "Wenn ich ein Auto habe, was wirklich nicht gut zu fahren ist und was nicht sehr schnell ist, dann mache ich eine Strategie, die manchmal ein völliger Schmarrn ist."
"Warum? Weil ich zumindest hoffe, damit [...] vielleicht so einen 'lucky Punch' zu setzen", so Danner, der erinnerte: "Genau das hat Ferrari letztes Jahr gemacht und daraufhin hat man sie in die Pfanne gehauen." In diesem Jahr sehe man solche Dinge nun bei Mercedes.
Ferrari habe die teilweise seltsam aussehenden Strategien "ganz bewusst gemacht, weil es anders eh nicht ging", erklärte Danner. Doch während Ferrari in diesem Jahr bislang die zweite Kraft hinter Red Bull ist, liegt Mercedes in der WM aktuell lediglich auf Rang vier.
Und laut Danner wird sich daran wohl so schnell auch nichts ändern.
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Quelle: Perform

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