Formel 1 Kanada-GP: George Russell vermiest Max Verstappen den Montreal-Rekord - McLaren-Duo Piastri/Norris kollidiert

George Russell (Mercedes) hat den Großen Preis von Kanada gewonnen. Der Brite gewann vor Max Verstappen (Red Bull) und Kimi Antonelli (Mercedes) und feierte seinen ersten Saisonsieg. Verstappen verpasste es dagegen, mit seinem vierten Sieg in Serie in Montreal zum alleinigen Rekordhalter aufzusteigen. Lando Norris schied indes nach einer Kollision mit seinem McLaren-Teamkollegen Oscar Piastri aus.

George Russell (Mercedes) gewinnt den Großen Preis von Kanada

Fotocredit: Getty Images

Lando Norris nahm die Schuld für diesen ersten großen Knall sofort auf sich. "Das geht auf mich, entschuldigt Jungs. Das war dumm von mir", funkte der Brite mit enttäuschter Stimme an seine McLaren-Crew - wenige Augenblicke zuvor war er mit Wucht ins Heck von Oscar Piastri gerauscht und konnte anschließend nicht weiterfahren.
Sein Teamkollege wurde immerhin Vierter, stand nach Rennende aber mit blassem Gesicht und leerem Blick in der Boxengasse. Der Super-GAU bei McLaren war lange erwartet worden, in Montréal war es nun soweit.
Doch die Wogen zwischen den beiden schienen schnell geglättet. "Er hat sich bei mir entschuldigt", sagte Piastri nach der Zielfeinfahrt bei RTL. Es sei ein "harter Kampf" gewesen, eine Stallorder halte er aber nicht für notwendig.
"Das wollen wir nicht sehen. Das müssen wir uns definitiv nochmal ansehen", sagte McLarens Teamchef Andrea Stella bei "Sky". "Der Kontakt ist wegen einer Fehleinschätzung Landos passiert. Es war keine Absicht. Lando hat die volle Verantwortung dafür übernommen. Seine Fehleinschätzung hat ihm einige Punkte gekostet. Unsere Fahrer müssen noch etwas lernen", ergänzte er.
Während es im Papaya-Team und damit im Fight um die WM-Spitze mächtig knallte fuhr George Russell den ersten Saisonsieg für Mercedes ein. Bemerkenswert vor allem: Die beiden McLaren-Stars hatten mit der Spitze in Montréal nichts zu tun. Vorne flog Russell im Silberpfeil nach dem Start von der Pole Position davon und ließ Weltmeister Max Verstappen im Red Bull hinter sich.

Russell belohnt sich für starkes Jahr

Auf Platz drei bejubelte der 18-jährige Kimi Antonelli im zweiten Mercedes sein erstes Podium in der Formel 1. Die eigentlich favorisierten McLaren blieben auf dem Circuit Gilles-Villeneuve erstaunlich blass - zum ersten Mal in diesem Jahr durfte kein Fahrer des Papaya-Teams auf dem Treppchen Champagner verspritzen.
Mit seinem Sieg durchbrach Russell im zehnten Saisonrennen zudem die Dominanz von Red-Bull-Star Verstappen und McLaren. Zuvor hatten nur sie gewonnen, Russell belohnte sich für sein bislang starkes Jahr im Schatten der drei. Im Hinblick auf seine Zukunft ist sein vierter Karrieresieg goldwert, sein Vertrag bei Mercedes läuft bislang am Saisonende aus.
"Es ist super, wieder ganz oben zu stehen, das letzte Mal ist lange her", sagte Russell, "aber ich will nicht zu viele Hoffnungen schüren. Unser Auto funktioniert eben gut in diesen kühleren Bedingungen. Wir genießen das, die Zeit wird zeigen, wie es weitergeht."
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Lando Norris fährt Oscar Piastri ins Auto und scheidet aus

Fotocredit: Getty Images

Hülkenberg erneut in den Punkten

Im Kampf um die WM-Spitze verpasste Norris indes sich selbst einen Wirkungstreffer, der Kontakt mit Piastri wirft ihn weit zurück: 22 Punkte Vorsprung hat der Spitzenreiter aus Australien nun. Auf den Plätzen fünf und sechs folgten die Ferrari-Piloten Charles Leclerc und Lewis Hamilton.
Der Emmericher Nico Hülkenberg durfte sich nach seinen überraschenden Punkten zuletzt in Spanien erneut über Zählbares freuen. In seinem Sauber wurde der 37-Jährige hinter Fernando Alonso (Aston Martin) Achter.
Im Fokus stand vor allem das Duell in der ersten Startreihe zwischen Russell und Verstappen. "Die erste Kurve wird knifflig und entscheidend, aber es ist ein langes Rennen", sagte Red Bulls Motorsportberater Helmut Marko bei "Sky".
Gefahr für einen neuerlichen Eklat zwischen seinem Schützling und dem Silberpfeil-Pilot sah er aber nicht. "Max soll sich nicht provozieren lassen und sein Rennen fahren. Ich glaube, es wird nichts passieren", so der Österreicher.

Russell hält Verstappen auf Distanz

Als die Startampel erlosch, sollte Marko recht behalten. Russell kam am besten weg, Verstappen konnte ihm nicht gefährlich werden. Dahinter verlor Piastri nach wenigen Kurven Platz drei an Antonelli, Hülkenberg schob sich in der Auftaktrunde auf Rang neun. Doch schon nach einiger Zeit funkte Verstappen von zunehmend schlechtem Gefühl mit seinen Reifen.
Ein Boxenstopp wurde unausweichlich, Antonelli machte hinter ihm schon mächtig Druck. Russell folgte kurze Zeit später und blieb vorne. Auch Antonelli zog umgehend nach. Vorne übernahmen Norris und Leclerc die Spitze - beide waren mit harten Reifen gestartet und pokerten womöglich auf eine Ein-Stopp-Strategie.
Doch Russell und Verstappen rauschten von hinten beständig heran, die Reifenwechsel von Leclerc und Norris folgten.

Norris fährt Teamkollege Piastri ins Auto

Der Mercedes-Pilot Russell fing rund um die Rennhälfte an, seinen Vorsprung auf den Champion auszubauen. Ungewöhnlich unauffällig verlief das Rennen bis dahin für die McLaren. 15 Runden vor Schluss übernahm Russell wieder die Führung.
Norris und Piastri bliesen nach ihren letzten Stopps nochmal zum Angriff auf das Podium - und fuhren sich letztlich gegenseitig in die Autos.
(SID)
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McLaren-Boss poltert: Aston Martin nutzt Alonsos Talent nicht

Quelle: Perform


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