Formel 1 in Katar - Oscar Piastri nach Taktik-Desaster von McLaren komplett bedient: "Mir geht es ziemlich beschissen"

Oscar Piastri hat nach seinem zweiten Platz beim Grand Prix von Katar der Formel 1 keinen Interpretationsspielraum zu seinem Befinden gelassen. "Mir geht es, wie ihr euch vorstellen könnt, ziemlich beschissen", polterte der Australier nach dem Rennen. Der Grund war klar: seine WM-Chancen bei 16 Punkten Rückstand auf Lando Norris vor dem Saisonfinale in Abu Dhabi fast schon bei null.

Oscar Piastri nach dem GP von Katar

Fotocredit: Getty Images

Bis zur siebten Runde deutete eigentlich alles darauf hin, dass der 24-Jährige in den WM-Kampf doch noch einmal entscheidend eingreifen könnte.
Doch dann brachte ein riesiger Strategiefehler von McLaren wirklich Spannung in den Kampf um die WM-Krone, aber nun zwischen Norris und Max Verstappen. Piastris Aussichten sind nun minimal und würden Platz sechs oder schlechter von Norris beim Finale erfordern.
Eigentlich hätten seine Worte zuvor am Funk schon gereicht, um sein Stimmungsbild nachzuvollziehen. Als ihn sein Renningenieur Tom Stallard für seinen Speed am Wochenende lobte, antwortete er nur: "Sprachlos. Mir fehlen die Worte."
Als nächstes musste er sich dem Interview im Parc Ferme stellen, das für ihn als Zweitplatzieren obligatorisch ist. "Wir haben es heute Abend ganz eindeutig nicht richtig gemacht. Das ist ehrlich gesagt schwer zu verdauen", so sein Fazit, während die McLaren-Teamführung noch um Zeit bis nach der Siegerehrung bat, um sich kommunikationstechnisch abzustimmen.

Piastri: "Muss dem Team vertrauen"

Auf der Pressekonferenz fügte Piastri dann hinzu, dass die Frustration "sehr hoch" sei. "Und das will was heißen, wenn man bedenkt, was für Rennen ich zuletzt hatte. Offensichtlich lagen wir mit der Strategie nicht richtig. Das Team hat die besseren Informationen, also habe ich die Entscheidung komplett ihnen überlassen. Sie haben mehr Daten als ich."
Es waren nur wenige Sekunden Bedenkzeit, weil das Safety-Car recht spät ausgerufen wurde. Der Formel-2-Meister von 2021 erinnerte sich an die entscheidenden Momente: "Ich habe gefragt: 'Was machen wir?' Wir waren nah an der Boxeneinfahrt und ich hatte noch keinen Call. Wenn du beim Safety-Car nicht direkt eine Ansage bekommst, dann zeigt das, dass es teamintern Diskussionen gibt. In so einem Moment muss man dem Team vertrauen."
McLaren-CEO Zak Brown gab nach dem Rennen zu, dass die Entscheidung "auf der Kippe" gewesen sei. Das erklärte die Verzögerung, die Piastri erlebte. Als nächstes gab es dann den Schlag in die Magengrube, wie er erklärte.
"Als ich mitgeteilt bekam, dass alle gestoppt haben - außer mir, Lando und Ocon, und Ocon eine Runde später ebenfalls reingeholt wurde - wusste ich: Wir stecken in Schwierigkeiten. Es gibt einiges zu prüfen. Antworten habe ich im Moment aber keine."

"Papaya-Rules" Grund für McLaren-Misere?

Piastri haderte vor allem mit dem verpassten Sieg, nicht aber mit seiner Leistung: "Das Tempo war sehr stark, ich hatte das Gefühl, keinen einzigen Fehler gemacht zu haben. Wir haben das Wochenende dominiert. Es ist einfach schade, jetzt nicht mit einem Sieg hier rauszugehen."
Natürlich stehen auch sofort die "Papaya-Regeln" wieder in der Kritik, die McLaren womöglich davon abhielten, die Strategien zu splitten, um keinen Fahrer zu benachteiligen.
Das wies der Australier zurück: "Ich bin mir nicht sicher, ob die heutige Entscheidung etwas damit zu tun hatte. Ich glaube, wir haben die Situation einfach falsch eingeschätzt. Das werden wir intern besprechen, und ich muss erst noch mit dem Team sprechen."
Für Norris kam es noch schlimmer. Er fiel zwischenzeitlich sogar bis auf Platz fünf zurück, nachdem seine Pace im zweiten Stint überraschend schwach war. "Es ist hart. Wir mussten einfach darauf vertrauen, dass das Team die richtige Entscheidung trifft", sagte der WM-Leader.
"So etwas ist immer ein Risiko. Am Ende war es die falsche Entscheidung. Wir hätten es nicht machen sollen. Oscar hat den Sieg verloren, ich habe Platz zwei verloren. Das war heute also keine gute Arbeit von uns."

Norris setzt auf Analyse

Auf die Frage nach einer möglichen Botschaft in Richtung Team setzte Norris auf Analyse, nicht auf Appelle: "Einfach alles noch einmal prüfen. Schauen, was wir besser machen konnten und warum wir den richtigen Call nicht getroffen haben - auch wenn der Grund eigentlich schon klar ist. Man kann nicht jeden Treffer landen. Das ist Motorsport. Ich mache meinen Job, sie machen ihren, und wenn wir das weiter tun, werden wir in Abu Dhabi wieder da sein."
Auch Norris glaubte allerdings nicht, dass die Papaya-Regeln ihn davon abhielten, zu stoppen: "Ich weiß nicht, warum alle immer denken, dass es um Fairness geht - darum ging es nicht. Wir dürfen frei gegeneinander fahren."
Im WM-Kampf ist Verstappen nun mit zwölf Punkten näher an Norris dran als jemals zuvor in der Formel-1-Saison 2025. Dennoch zeigte sich der 26-Jährige unbesorgt: "Die Konkurrenz war heute nicht schneller als gestern. Sie haben einfach als Team einen besseren Job gemacht und den richtigen Call gemacht."
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Verstappen profitiert vom McLaren-Fiasko - WM-Kampf spitzt sich zu

Quelle: SID


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