GP von Mexiko: Budget-Affäre um Red Bull sorgt für giftiges Klima - Toto Wolff bemängelt "Restaurant"-Ausrede

Das Urteil in der Budget-Affäre um Red Bull sorgt für ein vergiftetes Klima in der Formel 1. Die Ausreden des österreichischen Rennstalls irritieren die Konkurrenz. Allen voran Mercedes-Teamchef Toto Wolff nahm sich kein Blatt vor den Mund und kritisiert die zu harmlose Konsequenz. Christian Horner verteidigt sich indes und fordert die Konkurrenz sogar dazu auf, sich bei Red Bull zu entschuldigen.

Christian Horner und Toto Wolff

Fotocredit: Imago

Christian Horner sah Red Bull in der Opferrolle, die Konkurrenz um Mercedes-Boss Toto Wolff spottete über die "Geschichten" des verurteilten Weltmeister-Teams: Auch nach der lang erwarteten Entscheidung im Budget-Streit war das Klima in der Formel 1 vergiftet.
Das gegenseitige Vertrauen ist beschädigt, auch die Härte der Strafe gegen Red Bull stellte längst nicht alle im Fahrerlager zufrieden.
Erleichterung herrschte einzig darüber, dass das Thema, das die Königsklasse seit Singapur lähmte, vorerst beendet ist.
"Das Wichtige für mich ist, dass es einen robusten Prozess gab. Die FIA hat sich nicht reinreden lassen", sagte Wolff am Rande des Großen Preises von Mexiko bei "Sky". Allerdings, mahnte der Österreicher, sei auch "ein Reputationsschaden" für die Formel 1 entstanden, der allen Sorgen bereite.

Red Bulls Ausreden irritieren Konkurrenz

Sieben Millionen Dollar Strafe und ein um zehn Prozent reduziertes Testprogramm im Windkanal, damit ahndete der Weltverband FIA am Freitag das von Red Bull Racing eingeräumte Überschreiten der zulässigen Budgetobergrenze im Jahr 2021.
Red Bull lag nach eigenen Angaben zunächst unter der Grenze von 150 Millionen Dollar, die Übertretung betrug dann aber doch 2,2 Millionen Dollar. Kosten für Ersatzteile und Catering sollen dazu ebenso beigetragen haben wie Abfindungen, Lohnfortzahlungen für erkrankte Mitarbeiter und Steuer-Nachzahlungen.
Diese Erklärungen irritierten die Rivalen. "Wir haben auch ein Restaurant, wir haben Krankenstände. Diese Argumentation, die stimmt so nicht", sagte Wolff.
Der Vorwurf, Red Bull habe durch die Mehrausgaben eben doch in den technischen Bereich investiert und dadurch einen unfairen sportlichen Vorteil in der so knappen WM 2021 erzielt, bleibt im Raum. "Wenn du mehr Geld für den Rest hast, dann gibst du es auch aus für die Technik aus", sagte Wolff.
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Toto Wolff

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Fehlverhalten? Horner fordert Entschuldigungen

Red Bull befindet sich seit Bekanntwerden der unerlaubten Mehrausgaben in Singapur in der Defensive. Die Betrugsvorwürfe haben Image und Ansehen des Teams von Weltmeister Max Verstappen beschädigt. Teamchef Horner machte keinen Hehl aus seinem Ärger.
Ob sich Red Bull für sein Fehlverhalten entschuldigen müsse, wurde der Brite in Mexiko gefragt. Nein, sagte Horner, im Gegenteil: "Ehrlich gesagt denke ich, dass wir wahrscheinlich eine Entschuldigung von einigen unserer Konkurrenten für einige ihrer Behauptungen verdient haben."
Rechnen kann Horner damit nicht. Das Red-Bull-Team steht mit seiner Position ziemlich allein da. "Neun von zehn Teams sind unter dem Cap geblieben. Eines ist drüber. Die erzählen jetzt die Geschichten", sagte Wolff, der das Strafmaß insgesamt angemessen fand.
Andere hatten sich ein noch härteres Durchgreifen der FIA gewünscht. "Wenn wir uns das Strafmaß anschauen, sind wir nicht zufrieden damit. Es steht nicht in Relation zu der Überschreitung des Budgets", sagte der deutsche McLaren-Teamchef Andreas Seidl: "Wir haben die Hoffnung, dass es genügend Abschreckung ist für alle Teams."
(SID)
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Quelle: Perform

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