An seinem 34. Geburtstag beschenkte sich Formel-1-Pilot Sebastian Vettel selbst. Im Qualifying zum Großen Preis von Österreich in Spielberg kam Vettel zum dritten Mal in dieser Saison in den dritten Abschnitt und egalisierte mit Startplatz acht seine beste Startposition der Saison. Zuvor hatte er sich nur in Monaco so weit vorne qualifiziert.
"Vielleicht wäre ein kleines Bisschen noch drin gewesen, aber ich denke nicht, dass das einen Unterschied gemacht hätte in der Platzierung, in der Hinsicht war Platz acht vielleicht das Maximum", sagte Vettel: "Dass wir beide Autos heute in Q3 hatten, war gut für uns." Teamkollege Lance Stroll wurde Zehnter.
Doch ein Moment kurz vor Ende von Q2 wurde Vettel allerdings zum Verhängnis. Denn der Aston-Martin-Pilot übersah vor Kurve 10 den heranfliegenden Fernando Alonso und machte dem Spanier seine Runde kaputt. Statt selbst in Q3 einzuziehen startet der Alpine-Pilot im Rennen am Sonntag nur von Rang 14. Die Rennkommissare kündigten eine Untersuchung an und entschieden auf eine Startplatz-Strafe von drei Plätzen gegen Vettel.
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Über Funk beschwerte sich Alonso lautstark nach der Aktion, wenig später klang er zwar gefasster, aber immer noch fassungslos. "Wir haben die Möglichkeit verpasst, morgen auf Platz fünf oder Platz sechs im Grid zu sein. Das wäre ein anderes Rennen gewesen. Ich denke nicht, dass wir morgen Punkte holen werden. Welche Strafe auch immer sie aussprechen, es ist nicht genug", polterte Alonso.

Spielberg GP: Vettel schiebt Schuld von sich

Dabei wurde im Fahrerbriefing am Freitagabend genau über diese Kurven gesprochen. Zwischen den beiden Kurven 9 und 10 sollten die Fahrer besonders wachsam sein und nicht unnötig verlangsamen.
Rennleiter Michael Masi gab sogar eigens für diese Passage eine Mitteilung heraus. Wenn ein Fahrer Abstand halten will zum Vordermann, um eine freie Runde zu bekommen, soll dies nicht zwischen Kurve 9 und 10 passieren. Auch gegen Mercedes-Pilot Valtteri Bottas und Ferrari-Pilot Carlos Sainz ermittelten die Kommissare nach Ende des Qualifyings.
Doch Vettel sah die Schuld für den Vorfall nicht bei sich. "Ich kann in der Situation nicht so viel machen. Ich habe ihn im Spiegel gesehen und dann kriege ich den Funkspruch, dann habe ich versucht aus dem Weg zu gehen, aber ich kann mich nicht in Luft auflösen", sagte er.
Stattdessen hätten alle Fahrer vor ihm verlangsamt, obwohl im Briefing genau das Gegenteil besprochen wurde. "Letzten Endes haben alle überholt und dort langsam gemacht, wo wir gestern ausgemacht haben, dass wir nicht langsam machen", sagte er.
Onboard-Aufnahmen zeigen, wie er sich in der Schlange einreiht, die Fahrer vor ihm aber Abstand halten. Vettel schaffte es deshalb nicht mehr, seine finale Runde in Q2 zu beginnen. "War sie jemals in Kraft?", sagte Vettel ironisch mit Blick auf die Absprache der Fahrer.

Spielberg GP: Alonso poltert gegen Vettel

Die gegen ihn ausgesprochene Strafe konnte der Heppenheimer jedenfalls nicht nachvollziehen: "Dann müssten alle bestraft werden. Weil alle sind dort langsam gefahren, wo wir gesagt haben, wir machen nicht langsam."
Alonso trauerte unterdessen der verpassten Chance hinterher, ein Ausrufezeichen setzen zu können. "Ich denke, es war sehr schlecht gemanagt von den Leuten vor mir. Es ist enttäuschend, denn wir hatten heute die Chance. Das Auto war im Qualifying so gut wie noch nie in der Saison, aber ich konnte es nicht nutzen", sagte der Spanier.
Der 39-Jährige forderte "harte Strafen" gegen die Fahrer, die gegen die Abmachung im Meeting verstoßen haben, ohne Vettel explizit beim Namen zu nennen. "Es war nicht richtig, was heute passiert ist. Es ist sehr frustrierend, dass wir so viele Punkte morgen verlieren. Wir können das Rennen vergessen, bei Startplatz 14 ist es vorbei", stellte er klar.
Ex-Formel-1-Pilot Paul di Resta hatte eine klare Meinung: "Ob es sein Fehler war oder nicht, er hat ihn aufgehalten. Sein Team ist verantwortlich, wann sie ihn rausschicken. Und wenn er am Ende der Schlange ist, muss er aus dem Weg gehen. Dann musst du deine Runde opfern, um das Behindern zu vermeiden", sagte er.
Genau das hat Vettel seiner Meinung nach auch getan. "Ich sah ihn kommen und eine halbe Sekunde später habe ich den Funkspruch bekommen. Ich habe versucht, es zu vermeiden und habe meine Runde abgebrochen. Ich habe meine eigene Runde geopfert", sagte Vettel, der wiederholte: "Aus meiner Sicht habe ich nichts falsch gemacht."
Die Rennkommissare sahen das anders.
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(Motorsport-Total.com)

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