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Lewis Hamilton und Co. kritisieren Fanjubel bei Unfällen - F1-Stars verurteilen Verhalten der Zuschauer
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Publiziert 15/07/2022 um 18:14 GMT+2 Uhr
Nicht erst, aber besonders seit dem Formel-1-Saisonfinale in Abu Dhabi sind die Fanlager gespalten. So wurde Lewis Hamiltons Unfall in Q3 in Österreich von den niederländischen Zuschauern bejubelt, während Max Verstappen beim vorangegangenen Rennen in Silverstone ausgebuht wurde. Diese Entwicklung stößt den Piloten sauer auf und sorgt für scharfe Kritik aus dem Fahrerlager.
Lewis Hamilton in Spielberg
Fotocredit: Getty Images
Hamilton selbst verurteilte die Anfeuerungen in Österreich, räumte aber gleichzeitig ein, dass das, was in Silverstone passierte, ebenfalls falsch war. Viele anderen Fahrer stimmten ihm zu. Leidenschaftliche Fans seien zwar gut für den Sport, meinte etwa Daniel Ricciardo. Man dürfe jedoch nicht übers Ziel hinausschießen.
"Ich denke, dass ein Unfall in eine andere Kategorie fällt, obwohl Rivalitäten natürlich großartig sind", antwortete der Australier auf die Frage nach dem Vorfall mit Hamilton.
"Die Rivalität zwischen Lewis und Max, besonders im vergangenen Jahr, war großartig. Und ja, es ist wie in jedem Sport, es gibt immer ein Für und Wider. Ich denke, dass es cool ist, auf der Strecke zu kämpfen und bejubelt zu werden oder dergleichen."
"Aber ich war noch nie ein Fan von Buhrufen, also dulde ich keine Buhrufe. Natürlich gibt es die, die man mag, und die, die man nicht unbedingt anfeuert. Trotzdem denke ich, bei einem Unfall wünscht man sich, ihn lieber nicht zu sehen", betonte Ricciardo.
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Lewis Hamilton in Spielberg
Fotocredit: Getty Images
Russell pflichtet Ricciardo bei: "Wir alle riskieren hier unser Leben"
"Was die Sache mit der Rivalität angeht, so macht das den Sport natürlich aus, und die Fans stehen hinter ihrem Fahrer. Das ist schön zu sehen. Aber ich denke, es gibt für alles eine bestimmte Zeit und einen bestimmten Ort, und das (Jubel bei einem schweren Unfall; Anm. d. R.) ist nichts, was ich mir wünschen würde", führte Ricciardo weiter aus.
Ähnliche Worte fand George Russell. "Ich denke, wenn man auf der anderen Seite der Absperrung steht, egal ob im Fußball oder im Motorsport, vergessen die Leute manchmal, dass da ein menschliches Wesen dahinter steckt", sagte der Mercedes-Pilot.
"Wir sind alle Menschen: Fahrer, Ingenieure, Medien, Fans. Und es gibt keine Rechtfertigung, jemanden auszubuhen oder zu bejubeln, egal aus welchem Grund. Wir alle riskieren hier unser Leben und wissen, welche Gefahren der Motorsport birgt. Das wurde uns erst vor Kurzem wieder vor Augen geführt."
Russell verweist auf Horror-Crash von Zhou
Damit spricht Russell den Unfall von Guanyu Zhou beim Grand Prix von Großbritannien an. "Wenn du mit 300 km/h durch die Gegend fährst und jemand jubelt dir zu, wenn du in die Mauer krachst... Ich weiß nicht, wie man das formulieren soll", so der Brite. Auch sein Landsmann Lando Norris verurteilte dieses Verhalten.
"Das ist nicht das, was man gerne sieht, vor allem, wenn es ein ziemlich großer Unfall war", sagte der McLaren-Pilot. "Ich weiß nicht, was man dagegen tun kann. Es ist natürlich keine schöne Sache, aber es fühlt sich leider auch ein bisschen so an, als gehöre es zum Leben, weil Fans das eben manchmal tun."
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