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Sebastian Vettel beendet seine Karriere - Ex-Weltmeister verabschiedet sich zum Saisonende aus der Formel 1
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Publiziert 28/07/2022 um 12:17 GMT+2 Uhr
Der viermalige Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel wird seine Karriere nach der laufenden Saison beenden. Die Entscheidung des 35-Jährigen gab sein Team Aston Martin am Donnerstag im Vorfeld des Grand Prix von Ungarn bekannt. Vettels Vertrag bei Aston Martin läuft zum Saisonende aus, über seine Zukunft wurde bereits länger diskutiert. Seine vier Titel holte Vettel von 2010 bis 2013 mit Red Bull.
Sebastian Vettel
Fotocredit: Getty Images
Noch in der vergangenen Woche schien es, dass Vettel und Aston Martin die Absicht hätten, miteinander weiterzumachen. Nun verkündete Vettel sein Karriereende.
"Ich hatte das Privileg, in den vergangenen 15 Jahren mit fantastischen Menschen in der Formel 1 zu arbeiten. Die Entscheidung zurückzutreten, war schwierig. Ich habe sehr lange darüber nachgedacht", sagte Vettel: "Ich werde mir Gedanken machen, worauf ich mich künftig konzentrieren werde. Aber klar ist für mich, dass ich mehr Zeit mit meiner Familie verbringen möchte."
Es sei noch nicht an der Zeit, "auf Wiedersehen zu sagen, sondern danke", betonte Vettel und versprach: "Ich werde in den verbleibenden Rennen alles geben, wie ich es immer getan habe."
Vettel hatte seine Formel-1-Karriere 2007 begonnen, seit 2009 fuhr er für Red Bull. Mit großen Zielen wechselte der Heppenheimer 2015 zu Ferrari, trotz einiger guter Ansätze klappte es mit der Scuderia nicht mit dem Titel. Seit 2021 fährt Vettel für Aston Martin, aber auch in dieser Saison meist nur hinterher. Nach 12 von 22 Rennen liegt er auf Platz 14 der Gesamtwertung.
Mit vier WM-Titeln, 53 Grand-Prix-Siegen und 122 Podiumsplätzen gehört Vettel zu den erfolgreichsten Formel-1-Piloten der Geschichte. Nur Michael Schumacher, Lewis Hamilton (beide 7) und Juan Manuel Fangio (5) haben mehr Meisterschaften gewonnen. Vettels bislang letzter Rennsieg liegt drei Jahre zurück, 2019 hatte er im Ferrari in Singapur gewonnen.
Vettel erklärt Beweggründe für Karriereende
"Ich liebe diesen Sport. Seit ich mich erinnern kann, war er das Herzstück meines Lebens", erklärte Vettel in einem emotionalen Video auf Instagram. "Aber neben dem Leben auf der Strecke führe ich auch ein Leben abseits der Strecke. Rennfahrer zu sein war nie meine gesamte Identität."
"Wer bin ich?", stellte Vettel in den Raum. "Ich bin Sebastian, Vater von drei Kindern und Mann einer wundervollen Frau", führte er weiter aus.
"Ich bin tolerant und finde, dass wir alle dasselbe Recht haben zu leben - egal wie wir aussehen, woher wir kommen oder wen wir lieben. Ich liebe die Natur und ihre Wunder", unterstrich er seine Anliegen. "Ich glaube an einen Wandel und den Fortschritt."
Über die Jahre hinweg habe Vettel auch außerhalb der Formel 1 zahlreiche Interessen entwickelt und wolle diese nun verfolgen. "Die Energie, welches es benötigt, um eins mit dem Auto zu werden, erfordert Perfektion, Passion und Verpflichtungen", so Vettel. Während seine bisherige Laufbahn auf Rennsiege und Weltmeisterschaften abzielte, habe sich sein Fokus nun verschoben.
Vettel will seine Werte vermitteln
Zuletzt hatte er sich verstärkt für gesellschaftliche Themen wie den Klimaschutz und die Rechte der LGBTQ+-Bewegung eingesetzt. Immer wieder trat Vettel öffentlich gegen Rassismus ein. Werte, die er seinen drei Kindern weitergeben will.
"Ich will meine Kinder aufwachsen sehen, ihnen meine Werte vermitteln", erklärte der viermalige Weltmeister. "Kinder sind unsere Zukunft. Es gibt noch so viel zu lernen - über das Leben und über mich selbst."
Darüber hinaus unterstrich Vettel, dass sich die Gesellschaft in unsicheren Zeiten befinde und dass es Handlungsbedarf gebe. "Es gibt keine Alternative. Das Rennen läuft bereits", erklärte Vettel weiter. "Mein bestes Rennen? Das erwartet mich noch." Zum Abschluss bedankte sich der 35-Jährige für seine Zeit in der Formel 1. "Ich habe jeden einzelnen Moment geliebt."
Aston-Martin-Boss Lawrence Stroll bedauert Vettels Abschied: "Wir haben ihm klargemacht, dass wir nächstes Jahr mit ihm weitermachen wollten, aber am Ende hat er die Entscheidung getroffen, die er für sich selbst und seine Familie als richtig erachtet - und das respektieren wir natürlich."
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(SID)
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