Drei Dinge, die beim Formel-1-Rennen in Imola auffielen: Ferrari zeigen im WM-Kampf Nerven vor den Tifosi

Max Verstappen hat den Großen Preis der Emilia-Romagna gewonnen und den Rückstand in der Formel-1-WM auf Charles Leclerc verkürzt. Am Sonntag triumphierte der Weltmeister vor seinem Red-Bull-Teamkollegen Sergio Pérez und Lando Norris im McLaren. Die Ferrari-Piloten zeigten Nerven - die Scuderia erlebte vor heimischer Kulisse ein echtes Debakel. Drei Dinge, die beim F1-Rennen in Imola auffielen.

Charles Leclerc

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Max Verstappen hat beim Rennen in Imola zurückgeschlagen und seinen zweiten Saisonsieg eingefahren. Beim Grand Prix der Emilia-Romagna gewann der Weltmeister vor seinem Red-Bull-Teamkollegen Sergio Pérez.
Ferrari erlebte ein Debakel beim Heimrennen. Carlos Sainz schied in der ersten Runde aus, Charles Leclerc drehte sich auf Podestkurs und wurde nur Sechster.
Sebastian Vettel fuhr im Aston Martin derweil die ersten Punkte ein. Landsmann Mick Schumacher verpasste die Zähler erneut deutlich.
Drei Dinge, die beim F1-Rennen in Imola auffielen:

1. Leclerc und Sainz flattern die Nerven vor den Tifosi

Mit versteinerter Miene starrte Carlos Sainz in der Boxengasse auf die Monitore. In Runde 54 drehte sich Charles Leclerc in der Variante Alta und fuhr in die Leitplanke. Ein Desaster für die Scuderia in Imola, das bereits am Start seinen Lauf nahm.
Denn das Rennen war für den Spanier, der bei Leclercs Fehler nur noch Fernsehzuschauer war, schon in Kurve zwei beendet. Wie vor zwei Tagen musste das Auto mit der Nummer 55 am Kran aus dem Kiesbett geborgen werden, nachdem Sainz von Daniel Ricciardo getroffen worden war.
"Unglücklicherweise hat Daniel einen Fehler gemacht und ich habe den Preis dafür gezahlt", klagte der 27-Jährige nach dem Rennen bei "Sky". Wie schon in Australien vor zwei Wochen war für den Madrilenen kurz nach dem Start schon wieder Feierabend.
Doch dass Sainz überhaupt in der Position war, mit dem deutlich langsameren McLaren kämpfen zu müssen, hatte er sich selbst zuzuschreiben. Nach seinem Unfall im Qualifying rettete er sich im Sprintrennen noch auf Rang vier. Doch die ordentliche Ausgangslage konnte er nicht nutzen. "Wir hatten nicht den besten Start mit beiden Autos", gab er nach dem Rennen zu.
Genau wie der Teamkollege kam Sainz am Start schlecht weg. Gerade vor den zahlreichen Ferrari-Fans besonders bitter. "Es ist sehr ärgerlich, denn ich wollte für die Tifosi ein gutes Rennen fahren und wir hatten gute Chancen. Aber das war es dann für mich eben", so der Ferrari-Pilot. Nach dem vierten Rennen verliert Sainz im WM-Kampf weiter an Boden.
Umso dramatischer, da der Druck auf die Scuderia durch den Doppelsieg der Red Bull im Duell um die Weltmeisterschaft nun steigt. Auch, weil auf der anderen Seite der Boxengasse ebenfalls nicht alles rund lief. Im Gegenteil: Schon am Start patzte Leclerc, verlor zwei Positionen und konnte die Red Bull in der Folge nicht mehr entscheidend gefährden. "Wir hatten heute nicht die Pace, um besser als Dritter zu werden", sagte der ernüchterte Monegasse.
Doch auch den Podestplatz und wichtige Punkte warf der WM-Führende neun Runden vor dem Ende mit einem Fehler weg. Auf der Jagd nach Sergio Pérez verlor er das Auto in der Schikane und musste im Anschluss an die Boxengasse. "Es gibt keine Entschuldigungen. Ich habe einen Fehler gemacht, den ich nicht hätte machen dürfen", so Leclerc.
Der aktuelle WM-Führende rettete sich mit einem Schlussspurt zwar noch auf Rang sechs, büßte aber wichtige Zähler seines komfortablen Vorsprungs ein. Beim Heimrennen nur rund 70 Kilometer Luftlinie entfernt von Maranello erlebte der 24-Jährige einen heftigen Rückschlag.
Erstmals seit vielen Jahren hat Ferrari wieder ein Titel-Auto. Ob die Scuderia auch Titel-Fahrer hat, muss sich erst noch zeigen. Das Desaster in Imola lässt daran zweifeln.
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Der Ferrari von Carlos Sainz nach seinem Aus in Imola

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2. Vettel mit weltmeisterlicher Vorstellung

Mit der Schmach aus Down Under im Gepäck reiste Sebastian Vettel nach Imola. Nach zwei verpassten Rennen hatte er in Melbourne ein Wochenende zum Vergessen erlebt. Vor dem Grand Prix in Italien gab sich der Aston-Martin-Pilot dafür selbst die Schulnote 6.
Doch in seinem unterlegenen Fahrzeug schlug der Heppenheimer zurück und zeigte das gesamte Wochenende eine weltmeisterliche Vorstellung. Im Qualifying steuerte er den Aston Martin erstmals in dieser Saison ins Q3. Am Sonntag im Rennen brillierte er mit einer fehlerfreien Vorstellung und sammelte als Achter die ersten Punkte für die britische Traditionsmarke in dieser Saison.
"Für uns ist das wie ein Sieg", sagte ein gut gelaunter Vettel nach dem Rennen bei "RTL". Bei schwierigen Bedingungen machte er in Imola alles richtig. "Es hat alles gepasst", freute sich Vettel, der auf nasser Straße "mehr den Unterschied machen konnte", nach dem Grand Prix
Vettel gelang auf den Intermediates ein Traumstart. Der 34-Jährige fuhr in der ersten Runde mit der richtigen Mischung aus "Geduld und Aggressivität" von Startposition 13 auf Rang neun nach vorne. Beim Re-Start nach der Safety-Car-Phase zog der viermalige Weltmeister mit einem fantastischen Manöver an Fernando Alonso vorbei.
Und auch beim Wechsel auf die Slicks erwischte Vettel den idealen Zeitpunkt und kassierte an der Boxengasse Haas-Pilot Kevin Magnussen. Zwar verdrängte ein deutlich schnellerer Yuki Tsunoda im Alpha Tauri Vettel schließlich noch, doch der Aston-Martin-Fahrer rettete mit Platz acht vier wichtige Punkte ins Ziel.
"Das Auto dahinzustellen, wo es nicht hingehört, fühlt sich gut an", sagte er mit einem realistischen Blick auf die Stärke des Boliden. "Es war viel weniger drin. Die Pace ist noch nicht da. Das Auto ist sehr schwer zu fahren", so Vettel. Umso höher einzuschätzen ist nun der achte Rang des Heppenheimers, der seine Klasse einmal mehr aufblitzen und die Kritiker nach dem Australien-Debakel verstummen ließ.
Und auch bei seiner eigenen Bewertung ging Vettel "von einem Extrem ins Andere". Für seine Performance in Imola gab er sich selbst – nicht zu Unrecht – die Schulnote 1. "Natürlich bin ich nicht da, wo ich sein möchte. Aber man muss realistisch sein und von daher war das heute sehr gut", resümierte er nach einer weltmeisterlichen Leistung.
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Sebastian Vettel

Fotocredit: Getty Images

3. Verstappen schlägt im WM-Kampf zurück

Die Entscheidung fiel bereits vor Kurve eins. Mit einem perfekten Start behauptete der Weltmeister gegen Charles Leclerc die Führung, die er nie wieder hergab. Max Verstappen gelang in Imola der zweite Grand Slam seiner Karriere.
"Das war ein sehr einsamer Sonntag", scherzte der 24 Jahre alte Niederländer nach der Zieldurchfahrt über das Teamradio. 14 Tage nach dem bitteren Ausfall im Albert Park schlug Verstappen in Imola eindrucksvoll zurück.
"Es war die richtige Antwort nach Melbourne. Es ist wirklich super gelaufen", sagte Motorsportkonsultent Helmut Marko. Mit einer perfekten Punkteausbeute verließ Verstappen die Emilia-Romagna: 25 Punkte für den Rennsieg, acht für den Triumph im Sprintrennen am Samstag und einen für die schnellste Rennrunde.
So leicht wie die Triumphfahrt des 24-Jährigen im Ferrari-Land aussah, war es aber nicht, wie er sagte: "Man musste die Bedingungen richtig einschätzen, keine Fehler machen und die Pace diktieren. Das ist nicht so einfach."
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Max Verstappen

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Sergio Pérez komplettierte 16 Sekunden dahinter den ersten Doppelsieg für die Roten Bullen seit sechs Jahren – insgesamt der 18. in der Historie des Rennstalls. "Wir haben nur einen Punkt weniger geholt als das Maximum und haben tolle Boxenstopps hingelegt. Es war ein tolles Comeback nach Australien", sagte Horner.
Damit verkürzte das Team um den 48 Jahre alten Briten den Rückstand auf die Scuderia in der Konstrukteurswertung auf elf Zähler und meldete sich im Kampf um die Weltmeisterschaft zurück. "Wir haben die Hoffnung auf den Titel nie aufgegeben. Wir haben zwei starke Fahrer. Pérez wird immer stärker. Wir blicken optimistisch in die Zukunft", sagte Marko nach dem Rennen.
Und auch Verstappen selbst machte mit seinem zweiten Saisonsieg wichtige Zähler im Kampf um die Titelverteidigung gut, die er in der vergangenen Woche selbst schon süffisant abgeschrieben hatte. Die Ferrari spüren den Atem des Niederländers.
Denn: Wenn der Weltmeister in diesem Jahr ins Ziel kam, überquerte er die Linie immer als Erster. Zurecht wählen die Formel-1-Fans Verstappen am Sonntag zum "Driver of the Day". Nach der Triumphfahrt in Imola ist der Kampf um die WM-Krone wieder offen.
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Schumacher tauscht F1-Boliden in Melbourne gegen Surfbrett

Quelle: Perform

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