Im Ziel lag er nur 1,5 Sekunden hinter dem Italiener. "Es war ein hartes Rennen, aber es hat Spaß gemacht", sagte Schumacher.
"Ich denke, das war das erste Mal, dass wir das gesamte Rennen pushen konnten und wir sind gegen Ende des Rennens sogar schneller geworden."
Der Blick auf die Zeitenanalyse zeigt: Obwohl Giovinazzi, der im Gegensatz zu Schumacher nicht auf einer Einstoppstrategie unterwegs war, sondern zweimal die Reifen wechseln ließ, am Ende die deutlich frischeren Reifen hatte, konnte Schumacher dessen Zeiten problemlos mitgehen.
Grand Prix Katar
Start vermasselt! Vettel nennt Gründe
21/11/2021 AM 20:11
Doch von Anfang an. Schumacher startete von Rang 19 und kam zu Beginn direkt an Williams-Pilot Nicholas Latifi vorbei, den Kanadier musste er allerdings ein paar Runden später wieder ziehen lassen. Das Haas-Team entschied sich bei seinen beiden Fahrern für unterschiedliche Strategien.
Während Schumacher mit den Softs startete und dann auf Mediums wechselte, war es bei Teamkollege Nikita Mazepin genau andersherum.

Schumacher kann sich lange gegen Giovinazzi behaupten

Entsprechend deutlich früher als der Russe kam Schumacher an die Box. In der Folge belegte er einige Zeit den letzten Platz, arbeitete sich aber nach vorne, als beide Alfa-Piloten zum zweiten Mal und Masepin zum einzigen Mal an die Box kamen. Gegen Kimi Räikkönen konnte er sich danach zwar nicht lange wehren, gegen Giovinazzi hingegen schon.
Erst in Runde 40 kam Giovinazzi, der in Katar sein drittletztes Rennen für das Team bestritt, an Schumacher vorbei. "Die Reifen haben einen Peak, wo sie am besten funktionieren und das sind die ersten fünf Runden. Meine Reifen war schon darüber hinweg und daher hatte Giovinazzi besonders in der letzten Kurve einen Gripvorteil. Daher konnte er auf der Geraden das Überholmanöver durchziehen", erklärte der Deutsche.
Doch anders als in den meisten Rennen zuvor in dieser Saison gelang es ihm, das Tempo mit dem Alfa vor ihm mitzugehen. "Die Performance des Autos war da und wir waren im richtigen Fenster", erklärt er und sieht diesen Fortschritt als Erfolg des gesamten Teams. "Es liegt an unserem Teamwork, dass wir akzeptieren, dass wir das Auto immer besser verstehen und mit dem arbeiten müssen, was wir haben", sagte er.

Schrecksekunde vier Runden vor Schluss

Vier Runden vor Schluss musste er den Kontakt zu Giovinazzi dann aber vorentscheidend abreißen lassen, als er in der vorletzten Kurve Übersteuern bekam und seinen Boliden nur mit Mühe abfangen konnte. Bei der Rückkehr auf die Strecke wäre er zudem noch beinahe Fernando Alonso ins Auto gefahren.
"Ich habe am Kurveneingang etwas zu sehr gepusht. Ich bin auf den Randstein gekommen und das Heck brach aus. Um ehrlich zu sein, bin ich froh, dass ich es auf der Strecke halten konnte, denn bei solch einer Geschwindigkeit ist es einfach, es komplett zu verlieren", schilderte er.
Alonso habe er bei der Rückkehr auf die Strecke gar nicht gesehen. "Ich habe mich darauf fokussiert, auf die Strecke zurückzukommen und vor mir war ein Kiesbett, ich konnte also nirgendwo hin. Mir ist aber bewusst, dass ich sicher zurückkommen muss und das habe ich getan", merkte er an.
Seinen Teamkollegen Masepin hatte er im zweiten Stint übrigens klar im Griff, beide trennte am Ende mehr als eine Minute. Schumacher kam auch vor Williams-Pilot George Russell ins Ziel, dieser allerdings verlor viel Zeit durch seinen Reifenschaden.

Steiner traut Schumacher WM-Titel zu

"Mick hat die Anlagen, auch wenn man jetzt noch nicht mit Sicherheit sagen kann, dass er Weltmeister wird", sagte Teamchef Günther Steiner im Gespräch mit "Sport1": "Ich glaube aber an ihn. Er hat auch den Trieb dazu, er will Weltmeister werden, und das ist auch wichtig."
In diesem Jahr absolviert Schumacher seine Debütsaison für das Haas-Team, die Autos des US-Rennstalls sind allerdings durchgehend am Ende des Feldes unterwegs. Im kommenden Jahr hofft Haas unter dem komplett neuen Reglement auf einen Leistungssprung.
Mit Blick auf künftige Titelchancen werde es für Schumacher darum gehen, "zur richtigen Zeit am richtigen Ort" zu sein: "Allerdings: Umso besser man ist, desto größer die Chance, die richtigen Entscheidungen zu treffen und auch von den richtigen Teams mit dem besten Auto engagiert zu werden."
2021 habe Schumacher bereits "eine sehr gute Entwicklung durchgemacht, er kann damit happy sein, was er gelernt hat", sagte Steiner: "Ich denke, das bereitet ihn gut auf 2022 vor. Es wird sicher noch den ein oder anderen Fehler geben. Mick ist 22 Jahre alt, das ist noch immer sehr jung. Und die Formel 1 ist eine sehr schwierige Welt."
In der Arbeit des Rennfahrers seien zudem auch Parallelen zu seinem Vater, Rekordweltmeister Michael Schumacher, zu erkennen. "Ich habe leider nie mit Michael zusammengearbeitet, aber unsere Motor-Jungs von Ferrari sagen: Michael war genauso", sagte Steiner: "Mick macht das Ganze auch sehr ehrlich. Er schauspielert nicht, geht auf die Jungs ein, und die lieben ihn dafür. Sie stehen richtig hinter ihm. Das ist schön zu sehen, speziell in einem schwierigen Jahr, wie wir es im Moment durchleben."
Das könnte Dich ebenfalls interessieren: Alonso: Erstes Ü40-Podium seit Schumacher
(mit SID)

Pérez gibt bei Showrun in Mexiko richtig Gas: 130.000 Fans jubeln

Grand Prix Katar
Mercedes-Teamchef freut sich über brutalen Hamilton: "Der Löwe ist aufgewacht"
21/11/2021 AM 19:47
Grand Prix Katar
Kritik an Rennleitung: FIA verwarnt Horner
21/11/2021 AM 17:18