GP von Katar: Sergio Pérez sitzt auf dem heißen Stuhl - Red Bull schleift Rohdiamant Liam Lawson

Sergio Pérez sitzt bei Red Bull nun offiziell auf dem "heißen Stuhl". Auch wenn der Mexikaner auf die Vizeweltmeisterschaft zusteuert, brodelte zuletzt immer wieder die Gerüchteküche. Ein vorzeitiger Rauswurf des 33-Jährigen scheint nun vom Tisch zu sein, ganz zum Leidwesen von Youngster Liam Lawson. Doch Red Bull hat einen Plan mit dem Niederländer - der sich bereits 2025 entfalten könnte.

Liam Lawson und Sergio Pérez beim Grand Prix von Singapur

Fotocredit: Imago

Trotz seiner bislang starken Leistungen als Ersatzfahrer von Daniel Ricciardo wird Liam Lawson nicht mit einem Stammcockpit für die Formel-1-Saison 2024 belohnt werden. Der Neuseeländer wird sich bei AlphaTauri hinter Yuki Tsunoda und Ricciardo einsortieren müssen und als Ersatzfahrer für beide Red-Bull-Teams fungieren.
"Natürlich ist es mein Ziel, Vollzeit in der Formel 1 zu fahren", sagte Lawson nach der Entscheidung, die gegen ihn ausfiel. "So enttäuschend das auch ist, es ist immer noch mein Ziel, und jetzt geht es darum, dafür zu sorgen, dass ich das in Zukunft erreichen kann."
Auch in Katar wird Lawson noch einmal für den verletzten Ricciardo fahren, bei dessen Genesung Red Bull kein Risiko eingehen will. Und auch wenn die Karten schon auf dem Tisch liegen, will Lawson noch einmal die Möglichkeit nutzen, sich in Szene zu setzen und das Beste aus der Situation zu machen.
"Solange das so ist, werde ich mich darauf konzentrieren", erklärte er, "und sobald die Formel 1 für mich vorbei ist, werde ich mich voll und ganz auf die Vorbereitung auf die letzte Runde der Super-Formula-Meisterschaft in Suzuka am Wochenende des Großen Preises von Mexiko konzentrieren." Denn dort kämpft Lawson bekanntlich noch um den Titel.

Horner schwärmt von Lawson

Doch egal, ob er ihn gewinnen wird oder nicht: Der Vollzeit-Job in der Formel 1 ist noch mindestens ein Jahr weg. Nach seinen gezeigten Leistungen sind sich aber viele sicher, dass der Neuseeländer noch seine Chance bekommen wird - trotz weiterer zahlreicher Red-Bull-Junioren, die in der Formel 2 ebenfalls auf einen Aufstieg hoffen.
"Es ist nur eine Frage der Zeit, bevor er seine Möglichkeit und eine Vollzeit-Chance bekommen wird", sagte auch Red-Bull-Teamchef Christian Horner gegenüber "Sky." "Er hat auf jeden Fall für hochgezogene Augenbrauen gesorgt und uns zum Nachdenken gebracht."
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Liam Lawson

Fotocredit: Getty Images

Doch alles deutet darauf hin, dass Lawson im Grunde nie eine Chance auf das Stammcockpit hatte. Denn obwohl er die Erwartungen an ihn übertroffen haben dürfte, weil er mindestens auf Augenhöhe mit dem deutlich erfahreneren Yuki Tsunoda fährt, und obwohl Daniel Ricciardo nach seiner Verletzung keine wirkliche Chance hatte, sich zu beweisen, ging das Cockpit an den Routinier.
Auch Horner gibt zu, dass Lawson "alles Mögliche gemacht" habe, um seine Bewerbung auf einen Stammplatz zu rechtfertigen. "Aber leider passen drei nicht in zwei Cockpits."

Ist Pérez nach 2024 weg?

Die Frage ist: Was plant Red Bull 2025? Gesetzt ist lediglich Max Verstappen, der einen Vertrag bis 2028 besitzt. Der Vertrag von Sergio Pérez läuft hingegen aus, und es ist fraglich, ob man mit ihm noch einmal verlängern wird. Schon die ganze Saison über gibt es Gerüchte über einen vorzeitigen Rausschmiss, weil er gegen Verstappen stark abfällt und seit April nicht mehr gewonnen hat.
Zuletzt in Suzuka erlebte Pérez erneut ein Rennen zum Vergessen, als er bereits am Start eine Kollision hatte und nach einer unnötigen Begegnung mit Kevin Magnussen vorzeitig aufgeben musste. Allerdings stellte sich Red Bull bislang immer demonstrativ hinter den Mexikaner und betonte auch in Suzuka, das Rennen sei einfach "unglücklich" für ihn gelaufen.
"Er ist immer noch Zweiter in der Weltmeisterschaft, und ich glaube, er ist bisher sechsmal Zweiter hinter Max geworden. Wäre er also nicht dabei gewesen, wären es sechs weitere Rennen gewesen, zusätzlich zu den zwei, die er bereits gewonnen hat", betonte der Teamchef, der aber trotzdem sagte: "Checo sitzt derzeit auf dem heißen Stuhl."
Für 2024 scheint Pérez weiterhin gesetzt zu sein, das macht auch die Bestätigung von Ricciardo und Tsunoda bei AlphaTauri deutlich. Denn dass man einen Rookie wie Lawson neben Verstappen setzt und ihn möglicherweise verheizt, dieses Risiko wird man bei Red Bull nicht eingehen - man hat aus den Erfahrungen mit Pierre Gasly und Alexander Albon gelernt.
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Quelle: SNTV

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