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Sebastian Vettel im Aston Martin chancenlos? Ehemaliger F1-Teamchef: "Er will gar nicht fahren"
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Publiziert 29/03/2022 um 11:49 GMT+2 Uhr
Sebastian Vette fiel mit einer Coronainfektion an den ersten beiden Rennwochenenden der neuen F1-Saison aus. Sein Team Aston Martin enttäuschte ohne den 34-Jährigen und steht nach zwei Rennen noch ohne Punkte da. Der Rumäne Colin Kolles, einst Teamchef in der Formel 1, mutmaßte nach dem ernüchternden Auftakt: "Ich glaube, dass er gar nicht fahren will. Er hat einfach keine Lust, sich das anzutun."
Sebastian Vettel
Fotocredit: Getty Images
"Das ist zwar sicher eine sehr gewagte These", gab der 54-Jährige zu, erklärte aber: "Ich bin mir sicher, dass er sich sehr viele Gedanken macht, ob er sich das noch antut." Vettel-Ersatz Nico Hülkenberg fuhr an den ersten beiden Wochenenden auf die Plätze 17 und zwölf, Teamkollege Lance Stroll wurde zwölfter und 13.
Für den Rumänen sind die Gründe für die schwache Performance des Aston Martin unstrittig. Er fand deutliche Worte für den Eigentümer Lawrence Stroll. "Man hat einen Teambesitzer, der meint, dass er Teamchef ist. Er weiß alles besser und will mit aller Gewalt seinen Sohn vorne platzieren. Das ist für mich der völlig falsche Ansatz", schimpfte Kolles und ist sich sicher: "Das wird nichts mehr werden."
Seit 2018 ist der kanadische Multimilliardär und Vater von Vettel-Teamkollege Lance Stroll Besitzer des Teams, das damals noch als Force India an den Start ging und seither erst in Racing Point und dann Aston Martin umfirmierte.
"Wenn du eine Million jeglicher Währung nimmst und die in ein Feuer schmeißt, wird das Geld genauso schnell verbrennen, wie in der Formel 1, wenn du nicht weißt, was du tust. Und das ist der Fall, der bei Aston Martin passiert", erklärte Kolles gegenüber "Sport1".
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Sebastian Vettel
Fotocredit: Getty Images
Kolles: "Wurden falsche Entscheidungen getroffen"
2020 hatte der Rennstall als Racing Point eine starke Saison mit einem am Vorjahres-Mercedes angelehnten Auto hingelegt. Sergio Pérez triumphierte in Bahrain und beendete die Saison auf einem starken vierten Rang. Stroll und der Mexikaner fuhren insgesamt vier Podestplätze für das Team ein.
Doch in der Folge "wurden falsche Entscheidungen getroffen", so der Rumäne. "So wurde die Entwicklung im eignen Haus entmachtet. Die Stimmung im Team ist ganz schlecht, wenn du von woanders Teile nimmst. Weil dann weiß man, dass der Besitzer einem nicht vertraut", erklärte er.
Der 54 Jahre alte Kolles führte in der Königsklasse unter anderem die Teams Spyker und Hispania Racing. Bis 2009 arbeitete der Funktionär als Teamchef von Force India - dem Vorgängerteam von Aston Martin. Die schwierige Rollenverteilung bei seinem ehemaligen Rennstall könnte auch Vettel ins Grübeln bringen.
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Quelle: SID
Kolles sieht keine Zukunft für Vettel
Der viermalige Weltmeister sei "älter geworden, hat sehr viel Geld verdient und eine Familie", so Kolles. "Jetzt hat er mehr Erfahrung und weiß genau, was da vor sich geht", erklärte der frühere Formel-1-Funktionär.
Kolles hat derweil gerade nach dem schwachen Saisonbeginn keine Hoffnung mehr für die britische Traditionsmarke, die bis 2025 um den Weltmeistertitel kämpfen möchte.
"Der Fisch stinkt immer vom Kopf. Ich sehe den Rennstall sich ins Nirgendwo entwickeln", sagte Kolles und sprach den Schuldigen deutlich an: "Solange ein Herr Whitmarsh das Sagen hat und Herr Stroll nicht einsieht, dass er daheimbleibt und nur Vorgaben zum Budget gibt und die Leute arbeiten lässt, die sich auskennen und die richtigen Leute holt, die das Team führen, wird das nie im Leben funktionieren."
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