Häkkinen über Crash in Adelaide 1995: "Wie in einem Horrorfilm!"

Der 10. November 1995 veränderte das Leben von Mika Häkkinen für immer. Der Finne könnte jenen entscheidenden Tag gar als zweiten Geburtstag feiern. Denn er überlebte einen der schwersten Unfälle der 1990er-Jahre. "Das war wie in einem Horrorfilm", erinnert sich Häkkinen über 20 Jahre später noch an den heftigen Aufprall und die langen Monate danach.

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"Natürlich war das vor langer Zeit, aber ich erinnere mich noch an den Tag, an unsere Performance und auch an den Unfall selbst. Aber eher daran, wie ich im Auto sitze und mich nicht bewegen kann. Ich habe realisiert: 'Shit, ich kann meine Beine nicht bewegen und komme nicht aus dem Auto raus'", erzählte Häkkinen im Podcast "Beyond the Grid".
Was war geschehen? Am Freitagnachmittag trat der damals 27-Jährige im McLaren MP4/10 im Qualifying an, als auf einer schnellen Runde plötzlich sein linker Hinterreifen platzte. Häkkinen flog bei knapp 200 km/h in der schnellen Brewery-Bend-Rechtskurve ungebremst in die Reifenstapel.

Häkkinen: "Ich dachte: 'Das war's jetzt!'"

"Ich dachte: 'Das war's!'", erklärte Häkkinen weiter. Der Finne hatte Glück im Unglück, denn die Rettungsmannschaft rund um Streckenarzt Sid Watkins war binnen weniger Minuten an der Unfallstelle. Der Brite erkannte den Ernst der Lage sofort. Häkkinen blutete stark aus dem Mund.
"Ich sagte mir: 'Bleib entspannt und mach einfach gar nichts'. Denn ich konnte sowieso nichts machen. Sie haben mich dann rausgeholt. Zunächst war ich noch bei Bewusstsein." Doch als Watkins noch am Ort des Geschehens einen Luftröhrenschnitt durchführte - Häkkinen hatte seine Zunge beim Aufprall verschluckt - verlor er sein Bewusstsein.
Das Problem war jedoch nicht die Zunge, sondern die schweren Kopfverletzungen. Die Frakturen des Schädels hatte sich Häkkinen deshalb zugezogen, weil sein Helm hart am Lenkrad aufprallte, danach noch an den Seitenwänden des Cockpits. Die Knöpfe des Lenkrades waren gar als Abdrücke am Helm sichtbar.
Im Royal Adelaide Krankenhaus wurde sein Kopf schließlich untersucht und mehrere Brüche festgestellt, auf der Intensivstation konnte er erst am nächsten Tag wieder sein Bewusstsein erlangen. "Ich erinnere mich daran, wie ich im Krankenhaus aufgewacht bin und was dort alles passiert ist. Das waren wirklich grausame Dinge - wie in einem Horrorfilm!"

Häkkinen-Comeback nur 87 Tage später

An die Zeit im australischen Krankenhaus erinnert er sich nur ungern. "Alles ist einfach grau und dunkel gewesen. Und so war es die ganze Zeit. Obwohl ich sehr tolle Leute um mich herum hatte, war das eine wirklich düstere Zeit in meinem Leben."
Häkkinen musste mehrere Operationen über sich ergehen lassen. "Wenn man so etwas überlebt, und dann das erste Mal wieder aus dem Krankenhaus kommt und auf der Straße gehen kann, dann ist man all den Menschen sehr dankbar, die sich um einen gekümmert haben in dieser schrecklichen Zeit", erklärte er.
87 Tage nach dem Horrorunfall saß Häkkinen schließlich wieder im McLaren. Ein geheimer Test in Paul Ricard sollte feststellen, wie fit der Finne für die bevorstehende Saison ist. "Ich wusste, dass die Strecke einfach zu fahren ist. Als ich dorthin fuhr, wusste ich schon, dass ich Vollgas geben werde."
Angst kannte der "fliegende Finne" keine, Zweifel ebenso wenig. "Ich habe nicht darüber nachgedacht, ob ich meine fahrerischen Fähigkeiten oder Talent verloren habe oder nicht. Ich hatte eher Angst davor, was die Mechaniker sagen würden. Denn ich sah aus, wie einer von der Adams Family, also wie ein Monster", lacht er.
Obwohl Häkkinen die neuen Sicherheitsstandards, die in der Folge seines Unfalls eingeführt wurden, begrüßt, "bleibt immer ein Restrisiko, denn schließlich fahren wir hier mit Hochgeschwindigkeitsboliden.
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