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Formel 1 - Helmut Marko kritisiert Mercedes: "Dieses Team sollte einfach seine eigenen Probleme lösen"
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Publiziert 25/06/2022 um 18:02 GMT+2 Uhr
Red-Bull-Motorsportchef Helmut Marko fragt sich, wie Mercedes so schnell auf die FIA-Direktive in Kanada reagieren konnte und sieht eine Regeländerung während der Saison kritisch. Geht es nach dem Österreicher, sollten die Silberpfeile "einfach ihre eigenen Probleme lösen und nicht die anderen Teams beeinträchtigen", sagte Marko im Interview mit "Motorsport.com".
Max Verstappen und Helmut Marko
Fotocredit: Getty Images
"Der Schuss ging für Mercedes nach hinten los", sagte Red-Bull-Motorsportkonsulent Helmut Marko über die neue Technische Richtlinie der FIA, die vor dem Rennen in Kanada herausgegeben wurde. Die soll das Porpoising-Problem in der Formel 1 bekämpfen, das die Fahrer seit Saisonbeginn ziemlich in Schwierigkeiten bringt.
Mercedes war bislang der Hauptleidtragende und hat sich dementsprechend dafür eingesetzt, dass die FIA Maßnahmen schafft, um das Problem aus der Welt zu schaffen. Allerdings hat diese das auf eine Art und Weise gemacht, die den Silberpfeilen wohl nicht unbedingt entgegenkommt.
Denn statt ein Hilfsmittel einzuführen, setzt die FIA darauf, dass die Teams das Problem selber in den Griff bekommen. Wer in einer Metrik, in der es im Grunde um die vertikale Beschleunigung geht, über einem gewissen Wert liegt, der muss sein Auto eben höher machen und so sicherstellen, dass das Auto nicht über diesen Wert kommt - das kostet aber Performance.
Zwar glaubt Helmut Marko nicht, dass das einen Einfluss auf Red Bull haben wird, "weil wir im Moment keine Bouncing-Probleme haben", wie er gegenüber der niederländischen Edition von "Motorsport.com" sagte, dennoch hält er eine solche Regeländerung innerhalb der Saison für falsch.
Marko: Mercedes soll seine Probleme selbst lösen
"Und die nächste Sache ist", führte er weiter aus: "Es kann nicht die FIA sein, die unser Set-up vornimmt. Eine Änderung der Fahrhöhe bedeutet eine Änderung des Set-ups, und das kann die FIA nicht tun", stellte er klar.
Und all das sei nur auf die Probleme eines Teams zurückzuführen: Mercedes. "Dieses Team sollte einfach seine eigenen Probleme lösen und nicht die anderen Teams beeinträchtigen", fordert der Österreicher.
"Es gibt Regeln, und diese Regeln sind für alle gleich. Wenn ein Team seine Probleme nicht lösen kann, ist das sein Problem", betonte er. "Auch dieses Problem ist relativ einfach zu lösen: Man muss das Auto nur höher machen, aber dann ist man natürlich langsamer."
Marko verwundert: Wusste Mercedes vorher Bescheid?
In diesem Zusammenhang wundert Marko aber noch eine andere Sache: Die FIA hatte im Zuge der Maßnahmen erlaubt, eine zweite Strebe zur Versteifung des Unterbodens anzubringen. Weil die Richtlinie aber erst am Donnerstag kam, konnten die Teams darauf nicht mehr reagieren - bis auf eines.
Mercedes hatte passenderweise eine zweite Strebe parat und fuhr im Training damit, bevor man sie am Samstag wieder entfernte - wohl aus Angst vor einem möglichen Protest, auch wenn das Team selbst gesagt hatte, dass die Strebe einfach nichts gebracht habe.
"Wir waren sehr überrascht, als wir die zweite Strebe gesehen haben", sagte Marko. "Es war klar, dass nach dem Erscheinen der Technischen Richtlinie nicht genug Zeit war, um ein solches Teil herzustellen", glaubt er, dass Mercedes schon im Vorfeld davon gewusst haben muss. "Anders kann man nicht erklären, was passiert ist."
Das Thema dürfte auch in den kommenden Wochen noch spannend bleiben, denn in Kanada wollte die FIA nur beobachten, ob ihre Maßnahmen umsetzbar sind. Mögliche Strafen könnte es dafür ab Silverstone geben. Doch Marko sieht noch Klärungsbedarf: "Es gibt zu viele Parameter, die noch nicht klar sind", sagte er. "Die FIA muss mit einer weiteren Aufklärung kommen."
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