Lewis Hamilton vs. Max Verstappen: Warum Mercedes im Zweikampf um die WM jetzt wieder obenauf ist

Lewis Hamilton verkürzt mit seinem Sieg in Brasilien den Rückstand in der Fahrer-WM der Formel 1 auf 14 Punkte - ein möglicher Wendepunkt im Kampf um die Krone. Bei Konkurrent Max Verstappen, obwohl immer noch in Führung, ist seit Interlagos Katerstimmung angesagt - denn ob der Red Bull die Mercedes-Konkurrenz in den ausbleibenden drei Rennen wirklich nochmal fordern kann, darf bezweifelt werden.

Max Verstappen (l.) und Lewis Hamilton machen die Formel-1-WM 2021 unter sich aus

Fotocredit: Getty Images

Lewis Hamilton und Mercedes mögen nach den Querelen mit der Rennleitung mit einer gehörigen Portion Wut aus Interlagos abgereist sein - spätestens am Tag nach dem triumphalen Sieg des siebenmaligen Weltmeisters dürften Hamilton, Toto Wolff und Co. jedoch schon wieder richtig gestrahlt haben.
Drei Rennen vor Ende der Saison hat der Brite den Rückstand auf WM-Spitzenreiter Max Verstappen (Red Bull) auf 14 Punkte schrumpfen lassen - Hamilton hat den WM-Sieg damit weiter in der eigenen Hand.
"Diese Entscheidungen haben uns so eng zusammengebracht", meinte Mercedes-Motorsportchef Wolff vor der Abreise aus Brasilien trotzig: "Es geht gegen uns. Ich glaube, dass Lewis sich schon sein ganzes Leben so gefühlt hat. Und jetzt fühlen wir als Team zusammen es auch."
Bei der Unternehmung Rekord-WM-Sieg könnte Brasilien der entscheidende Wendepunkt gewesen sein. Und was für einer: Nur einmal siegte Hamilton, der nur von Position zehn ins Rennen gegangen war, von noch weiter hinten - 2018 in Hockenheim (von Platz 14 aus) war jedoch auch Regen im Spiel.

Hamilton euphorisch - Katerstimmung bei Red Bull

"Es zeigt einfach jedem, dass man niemals aufgeben darf, egal, womit man es zu tun hat", freute sich der 36 Jahre alte Interlagos-Sieger. "Man muss einfach weitermachen, sich immer wieder aufrappeln, weiterkämpfen und darf nie, nie aufhören zu kämpfen." Der Traum vom achten WM-Titel und damit dem alleinigen Rekord vor Michael Schumacher, er lebt.
Bei Red Bull ist seit Sonntag dagegen Katerstimmung angesagt. "Wenn das so weitergeht, schaut es für die WM nicht mehr gut aus. Ich fürchte: Jetzt muss man schon hoffen, dass es bis ins letzte Rennen geht", malte Red-Bull-Sportchef Helmut Marko den Teufel schon an die Wand.
Vor allem Hamiltons neuer Motor hat die Red-Bull-Crew in Brasilien fast schon demoralisiert. "Jeder andere Fahrer hätte bis auf 0,4 Sekunden dran sein müssen für einen Überholversuch. Mercedes lag 0,9 oder 1,0 Sekunden zurück, aber war in der Bremszone am Ende der Geraden dran", skizzierte Red-Bull-Teamchef Christian Horner bei "Sky" Hamiltons für ihn offensichtliche Überlegenheit.
Der vor dem Rennen in Brasilien eingebaute Mercedes-Motor habe "unglaubliche Power", sagte Marko, der den Vorteil gegenüber Verstappens Aggregat auf knapp 20 PS schätzte, "so wie der vorbeifliegt".

Red Bull staunt über Hamiltons Wundermotor

Eine derartige Wunderwaffe habe er die letzten Jahre nicht gesehen, staunte der Österreicher: "Unglaublich! Und es ist nur der Motor von Hamilton. Alle anderen bewegen sich im normalen Bereich. Mercedes ist da ein Meisterwerk gelungen, so eine Rakete noch in dieser entscheidenden Phase herbeizuzaubern."
Bei Red Bull sei dagegen Rätselraten angesagt, gab Marko unumwunden zu. "Wir haben auch schon die Honda-Ingenieure zu uns berufen. Wie es geht, das würden wir gerne wissen. Wir können es nicht über den Honda-Motor ausgleichen."
Für die letzten drei Grand Prix' (F1-Kalender) ist die Ausgangslage also klar: Durch den Sieg in Brasilien hat Hamilton wieder Oberwasser, muss aber auch erst mal den Rückstand von 14 Punkten wettmachen. Das Spannende: Die nächsten beiden Rennen in Katar und Saudi-Arabien sind echte Premieren, die Formel 1 fuhr zuvor noch nie auf dem Losail International Circuit oder dem Jeddah Street Circuit.
Wer hat wo die Nase vorne?
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Die Start- und Zielgerade des Losail International Circuit (hier bei einem MotoGP-Rennen)

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Katar: Leichter Vorteil für Mercedes

Seit 2004 schon bei der MotoGP im Programm, fährt die Formel 1 nun am kommenden Wochenende erstmals auf dem 5380 Meter langen Wüstenkurs.
Das Layout des Losail International Circuit erinnert ein bisschen an Ungarn (wo dieses Jahr überraschend Esteban Ocon vor Hamilton siegte, Verstappen wurde nur Neunter), das Markenzeichen ist eine über einen Kilometer lange Start-Ziel-Gerade, die Kurven sind schnell.
Updates kann Verstappen bei Red Bull keine mehr erwarten. "Es kommen keine neuen Teile. Wir müssen einfach versuchen, das Beste aus dem zu machen, was wir haben", sagte der Niederländer. "Katar ist schwierig einzuschätzen. Es könnten dort beide Teams gut sein", sagt Mercedes-Motorsportchef Wolff. Angesichts der zuletzt gezeigten Performance aber: Vorteil Hamilton.
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Jeddah Street Circuit

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Saudi-Arabien: Wolff ist schon optimistisch

Der vom Deutschen Hermann Tilke entworfene Stadtkurs durch Dschidda erinnert an den kurzweiligen Baku-GP. Dort war Verstappen diese Saison bis zu einem Reifenplatzer überlegen (sein Teamkollege Sergio Pérez siegte), Red Bull gibt darauf aber nichts mehr, zu groß waren die Leistungssprünge von Mercedes seitdem.
Fahrwerksabstimmung und Reifenverschleiß sind die Zauberworte in Dschidda - wer beides am schnellsten in den Griff bekommt, hat die besten Karten.
Marko äußerte bereits "ganz arge Bedenken", auf dem Jeddah Street Circuit (3.-5.12.) die Nase vorn zu haben, und der sonst gerne so tiefstapelnde Wolff sagte: "Saudi-Arabien auf der Geraden, das spricht für uns." Vorteil Hamilton.
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Max Verstappen bei seinem Sieg 2020 in Abu Dhabi

Fotocredit: Getty Images

Abu Dhabi: Showdown auf der Yas-Insel

Hamilton hat in den Emiraten schon fünfmal gewonnen, seit 2014 dominierte Mercedes in Abu Dhabi - mit Ausnahme vom letzten Jahr, als Verstappen siegte. Dort stand Hamilton allerdings auch schon als Weltmeister fest und war durch eine Corona-Erkrankung geschwächt.
Außerdem hat der Yas Marina Circuit, ein weiterer Tilke-Kurs, diesen Sommer ein Facelift erhalten, um mehr Überholmanöver zu ermöglichen. "In Abu Dhabi gibt es auch zwei neue, lange Geraden mit einer anderen Kurvenkombination", gibt Wolff vor dem Showdown (10.-12.12.) zu bedenken.
Ob das für Mercedes spricht? "Ich weiß es nicht. Es schwingt so stark, von Rennwochenende zu Rennwochenende", sagt der Mercedes-Motorsportchef. "Abu Dhabi ist neutral", hofft derweil Marko mit Blick auf Verstappens Chancen. Bei Red Bull wären sie schon froh, wenn die WM bis Abu Dhabi überhaupt noch offen ist. Deswegen auch hier: leichter Vorteil Hamilton.
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Mit Karacho in die Bande: Top Ten der Sambo-WM in Taschkent

Quelle: International SAMBO Federation

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