Lewis Hamilton straffte sich kurz, lächelte milde - und ließ die jüngsten Kampfansagen der aufmüpfigen Konkurrenz dann einfach ins Leere laufen. "Ich finde es lustig, so etwas zu sehen. Für mich ist das ein Zeichen der Schwäche", sagte der Mercedes-Star: "Ich bin dafür bekannt, meine Antworten auf der Strecke zu geben."

Wenig später stieg der Serien-Weltmeister erstmals in seinen neuen Dienstwagen. Der W11 wurde am Freitag an der Rennstrecke in Silverstone präsentiert, dieser Silberpfeil soll in den kommenden Monaten die Rekorde Michael Schumachers brechen - doch bevor die ersten Kilometer absolviert waren, hatte Hamilton seine Botschaft bereits gesendet: Der Platzhirsch fürchtet die jungen Herausforderer nicht. Und er lässt sich nicht provozieren.

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Verstappen mit Kampfansage

Vor allem Max Verstappen darf sich wohl angesprochen fühlen. Der Niederländer will im Red Bull endlich zum ernsthaften Titelkandidaten werden und hatte das zuletzt deutlich gemacht.

"Lewis ist sehr gut und definitiv einer der Besten, aber er ist nicht Gott", sagte der 22-Jährige, der zuversichtlich ist, dass Hamilton es in der am 15. März in Melbourne startenden Saison schwerer haben wird als zuletzt: "Wenn er nie wirklich Druck hat, kann er mit 97 oder 98 Prozent fahren - und dann macht man nie Fehler."

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Hamilton kann mehrere Schumacher-Rekorde brechen

2019 waren der Engländer und Mercedes in der Tat souverän zum Titel gerast. Allerdings überstanden die Silbernen in den vergangenen Jahren auch schwierigere Phasen, und nur deshalb könnte die Saison 2020 nun eine für die Geschichtsbücher werden: Mit seinem siebten WM-Titel würde Hamilton die vermeintlich ewige Bestmarke Schumachers einstellen. Zudem kann der Engländer in dieser Saison auch dessen Rekordmarken bei den meisten Siegen (91) und den meisten Podien (155) übertreffen.

"Ich spüre aber noch keinen Druck", sagte Hamilton:

Ich genieße diesen Moment. Es wurde monatelang an diesem Auto gearbeitet, und heute dürfen wir erstmals seine Flügel ausbreiten. Das ist ein Privileg.

Als größte Konkurrenten im Titelkampf sieht er "die üblichen Jungs" und ausdrücklich auch seinen Teamkollegen Valtteri Bottas. Der finnische Vize-Weltmeister ging am Freitag als erster im neuen Auto auf die Strecke. Neben Verstappen darf grundsätzlich Ferrari mit Sebastian Vettel und Charles Leclerc zugetraut werden, Mercedes herauszufordern.

Neuer Rekord in der Konstrukteurs-WM möglich

Gemeinsam jagen Hamilton und Bottas zudem einen weiteren Rekord: In diesem Jahr winkt der siebte Konstrukteurs-Titel in Serie, Ferraris Bestmarke von sechs Team-Triumphen (1999 bis 2004) nacheinander hatte Mercedes schon 2019 eingestellt.

Und in gewisser Hinsicht ist das Team mit dem Stern der Scuderia schon wieder ein Stück voraus. Anders als Ferrari, das seinen SF1000 am vergangenen Dienstag in Reggio Emilia lediglich enthüllt hatte, absolvierte Mercedes gleich am Tag der Vorstellung die ersten Runden.

Testfahrten ab Mittwoch in Barcelona

"Es geht darum, die ersten Kilometer zu sammeln und ein Gefühl für das Auto zu gewinnen", sagte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff, "um dann gut vorbereitet nach Barcelona zu fahren." Dort starten am kommenden Mittwoch die ersten offiziellen Testfahrten.

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(SID)

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