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"Mach' es wie Senna mit Prost": Schumacher-Manager über den Rammstoß von Jerez

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Michael Schumacher (rechts) versuchte seinen Titel-Rivalen Jacques Villeneuve von der Strecke zu schießen

Fotocredit: Getty Images

VonMotorsport-Total.com
18/06/2020 Am 07:42 | Update 18/06/2020 Am 14:57

Es war wohl der schwärzeste Tag in der Formel-1-Karriere von Michael Schumacher. Am 26. Oktober 1997 versuchte der Deutsche mit einem Rammstoß gegen Jacques Villeneuve beim WM-Finale im spanischen Jerez den Kanadier aus dem Rennen zu nehmen und sich seinen ersten Titel mit Ferrari zu sichern. Der Versuch scheiterte, Villeneuve wurde Weltmeister. Schumacher entschuldigte sich nie.

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Während Schumacher sein umstrittenes "Parkmanöver" im Monaco-Qualifying 2006 ("Rascassegate") zumindest gegenüber Mark Webber eingestanden hat, bleibt ein anderer dunkler Fleck seiner Karriere Gegenstand von hitzigen Diskussionen: Jerez 1997. Für die damals WM-entscheidende Kollision mit Villeneuve hat sich der zu dem Zeitpunkt noch zweimalige Weltmeister nie öffentlich entschuldigt.

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Im engsten Kreis hat Schumacher über Jerez 1997 aber sehr wohl gesprochen. Zum Beispiel mit seinem damaligen Manager Willi Weber. Der hat seinerzeit das Gespräch zu Schumacher "als sein Freund, nicht als Manager" gesucht, und zwar weil es "meine Pflicht" war, wie er in einem Interview mit "Motorsport-Total.com" erstmals verrät.

Er habe zu Schumacher gesagt: "Was ist in dich gefahren, was war das?", erinnert sich Weber. Der heute 78-Jährige hat damals, vor fast 23 Jahren, ein "vertrauliches Gespräch" mit seinem Schützling geführt, über das er am liebsten in der Öffentlichkeit "nicht reden" möchte. Doch zwischen den Zeilen lässt er durchblicken, dass Schumachers umstrittener Rammstoß zumindest kein Irrtum war.

Weber erinnert an das Duell zwischen Senna und Prost

Noch am Tag des Rennens, am 26. Oktober 1997, sagte Weber, so verrät er im Interview, zu Schumacher: "Wenn du das jemals wieder machst, dann mach es bitte so wie der Ayrton Senna mit dem Alain Prost! Und nicht so halbherzig.'" Damit nämlich "beide raus sind, beide nicht mehr weiterfahren können".

Weber verweist damit auf die WM-Entscheidung 1990, als Ayrton Senna beim Grand Prix von Japan in Suzuka gleich am Start seinem letzten verbliebenen Titelrivalen Alain Prost in den Ferrari gefahren ist. Beide schieden aus, die WM-Entscheidung war damit zu Sennas Gunsten gefallen. 1997 hingegen konnte Villeneuve weiterfahren, während Schumacher aufgeben musste.

Im Nachhinein räumt Weber ein, dass die Tage nach Jerez "schlimm" gewesen seien: "Michael war in einer Verfassung, wie ich ihn selten gesehen habe. Zwischen Wut und Verzweiflung. Das Bedürfnis, sich entschuldigen zu müssen. Zu wissen, er hat einen Riesenfehler gemacht. Und auf der anderen Seite die Wut, wenn er schon sowas macht, dass er es nicht richtig gemacht hat."

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Schumacher: Fans und Kritiker nehmen ihm den Rammstoß übel

Dass sich Schumacher für den legendären Rammstoß nie öffentlich entschuldigt hat, nehmen ihm einige Fans und viele Kritiker heute noch übel. Weber, der den siebenmaligen Weltmeister von 1989 bis 2010 als Manager begleitet hat, glaubt zu wissen, warum es nie zu so einem Schritt gekommen ist: "Da spielen einige Dinge mit. Zum Beispiel, dass Michael Steinbock ist."

"Steinbock-Männer, mit denen ich sehr, sehr viel zu tun hatte in meinem Leben, haben einfach nicht die Möglichkeit, sich erstens mal hinzustellen und sich zu entschuldigen. Weil ein Steinbock grundsätzlich keine Fehler macht. [...] Wenn sie der Meinung sind, sie haben keinen Fehler gemacht, und sie machen auch keine, können sie sich nicht dafür entschuldigen. So einfach ist das."

Übrigens: Weber hatte vor Jerez Weltmeister-Kappen für 1997 produziert, die er aufgrund des unglücklichen Ausgangs natürlich nie verkaufen konnte. Er selbst hat einige Stück in seiner privaten Sammlung aufgehoben. Der Rest befindet sich heute noch in einem Lager. Auf eBay könnte man damit heute wahrscheinlich ein Vermögen verdienen. "Anfragen sind genug da", grinst Weber.

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