Am Anfang steht ein Tauchgang. Kein Motorengeheul, keine kreischenden Fans, keine Siegesfeiern. Sonnenlicht schimmert durch die Meeresoberfläche, Luftblasen steigen empor, auch Schildkröten sind zu sehen. Und die Schumachers, gemeinsam, es ist ein Familien-Ausflug. Erst nach dieser Eröffnung bahnt sich das Gebrüll von Michael Schumachers Ferrari seinen Weg in die idyllische Szenerie.
Und gleich zu Beginn wird damit deutlich, was dieser Film über einen der größten Sporthelden Deutschlands bieten möchte: Eine Annäherung an "Schumi" abseits der Rennstrecke. Natürlich wird der Sportler Schumacher gewürdigt, seine außergewöhnlichen Leistungen gefeiert. Doch auch um den Menschen wird es in diesen 112 sehenswerten Minuten gehen, um die Familie, so nah wie noch nie darf die Welt heranrücken.
"Schumacher" heißt die Dokumentation, eigentlich für die großen Kinosäle gemacht, dann kam die Coronakrise dazwischen. Seit Mittwoch ist sie nun auf der Streaming-Plattform Netflix zu sehen.
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Untermalt von bemerkenswertem Sound wird eine einzigartige Karriere nachgezeichnet, der Einstieg in die Formel 1, der mühsame Weg zu den großen Erfolgen mit Ferrari, der Aufstieg zum Rekordweltmeister. Selbst beim Perfektionisten, der Sieg-Maschine "Schumi" lief nicht immer alles ohne Brüche, doch sein unglaubliches Talent und sein noch unglaublicherer Wille wiesen ihm den Weg nach oben.
Und immer wieder rücken auch Geschichten hinter den Geschichten in den Vordergrund, angereichert mit Aufnahmen aus dem privaten Archiv der Familie. Ehefrau Corinna und die Kinder Mick und Gina sprechen, viele Weggefährten wie sein kongenialer Partner Ross Brawn, Flavio Briatore, Jean Todt oder Bernie Ecclestone ebenfalls.

Schumacher-Unfall: Ein Tag verändert alles

Und behutsam nähert sich der Film auch dem Tag an, der alles veränderte. Seit seinem Ski-Unfall am 29. Dezember 2013 ist Michael Schumacher aus der Öffentlichkeit verschwunden, ist daheim bei der Familie in der Schweiz, wie es ihm geht, ist Privatsache - und es bleibt Privatsache. Schlagzeilen will dieser Film nicht produzieren. Aber er lässt die Familie sprechen, und so darf der Zuseher eben doch erahnen, wie schwer alles ist.
"Es ist ganz klar, dass Michael mir jeden Tag fehlt", sagt Ehefrau Corinna, und damit sei sie natürlich nicht allein: "Die Kinder, die Familie, sein Vater, alle, die um ihn herum sind. Jeder vermisst Michael. Aber Michael ist ja da, anders, aber er ist da. Und das gibt uns allen Kraft."
Die Familie lebe zusammen, therapiere, und tue eben alles, "damit es Michael besser geht und gut geht, und dass er unseren Familienzusammenhalt auch einfach spürt." Und dazu gehört eben auch ein Bereich ohne Öffentlichkeit. "Privat ist privat", sagt Corinna Schumacher, die "nie dem lieben Gott einen Vorwurf gemacht" hat: "Michael hat uns immer beschützt. Und jetzt beschützen wir Michael."
30 Jahre nach dem Debüt des Vaters hat es auch Sohn Mick mittlerweile in die Formel 1 geschafft, der 22-Jährige sehnt sich nach den Ratschlägen seines Helden. "Ich glaube, dass Papa und ich uns in einer anderen Weise verstehen würden, jetzt. Einfach weil wir in einer ähnlichen Sprache sprechen. In dieser Motorsportsprache. Dass wir viel mehr auch zu bequatschen hätten", sagt er: "Ich würde alles aufgeben, nur für das."
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(SID)

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