Mick Schumacher erhält vorerst keine Chance bei Williams - Fahrermarkt in der Formel 1 bleibt kompliziert

So schnell wie sich die nächste Chance für Mick Schumacher auftat, so schnell war sie wieder verpufft. Die Formel 1 ist ein schwieriger Markt. Da half auch die öffentliche Unterstützung von Sebastian Vettel nicht. Mick Schumacher sei "zu Unrecht gebrandmarkt", äußerte der viermalige Weltmeister. Doch nun erhält überraschend der unerfahrene Franco Colapinto seine Chance bei Williams.

Mick Schumacher wartet weiter auf ein Cockpit

Fotocredit: Getty Images

Dieses Mal hatte sogar Sebastian Vettel alles gegeben. Deutschlands viermaliger Weltmeister, der seit seinem Rücktritt doch eigentlich nur noch äußerst dosiert in die Öffentlichkeit strebt - er sprach via "Bild" zur Motorsport-Gemeinde.
Mick Schumacher sei "zu Unrecht gebrandmarkt", sagte Vettel, "viele Leute haben ein falsches Bild von ihm." Schumacher also verdiene die Rückkehr in die Königsklasse.
Doch auch die nächste so plötzliche Chance verpuffte, seit Dienstagabend ist klar, dass Schumacher nicht kurzfristig ins Williams-Cockpit rutschen wird. Dass sich mitten in der Saison überhaupt eine Möglichkeit auftat, sagt viel aus darüber, wie schwierig die Karriereplanung in der Formel 1 ist - und auch darüber, wie schwer es für Schumacher bleibt.
Gerade für die Mittelfeldteams kann jeder WM-Punkt bares Geld bedeuten. Bleiben diese Ergebnisse aus, dann sind Verträge oft wenig wert.

Sargeant bei Williams rausgeworfen

Jüngster Leidtragender dieser Logik ist nun Logan Sargeant, der Amerikaner verlor nach 15 von 24 Saisonrennen seinen Platz bei Williams. Seine Formel-1-Bilanz seit Anfang 2023: 36 Rennen, gerade mal ein Punkt und zuletzt zudem sehr teure Unfälle.
Williams sah sich zum Handeln gezwungen, die Lösung des Problems mag allerdings durchaus überraschen. Nicht Mick Schumacher springt ein, auch nicht Nyck de Vries oder ähnliche Kandidaten mit Formel-1-Erfahrung. Franco Colapinto soll in den verbleibenden neun Rennen quasi aus dem Stand für Punkte sorgen.
Der talentierte Argentinier gehört zum Nachwuchsprogramm bei Williams und ist damit eine logische Wahl, es ist eine große Chance für den 21-Jährigen, der Zeitpunkt birgt aber auch große Risiken. Ohne echte Vorerfahrung muss er in einem mittelmäßigen Auto schnell funktionieren.

Nachwuchsfahrer Colapinto erhält Chance bei Williams

Sofortige Punkte kann er dem Team kaum garantieren, etwas anderes bringt er dagegen sicher mit. Colapinto war bereits mit seinem Aufstieg in die Formel 2 in Argentinien zu einiger Prominenz gelangt, Sponsorenaufrufe trendeten schon während der Zeit in den Nachwuchsklassen - und mittlerweile gehören etwa die staatliche Ölgesellschaft YPF und das IT-Unternehmen Globant zu den Geldgebern in der Heimat.
Argentinien, das Land von Juan Manuel Fangio und Carlos Reutemann, wartet seit Jahrzehnten auf neue Helden. Colapinto ist allein deshalb erstmal ein attraktiver Pilot für die Königsklasse.
Er hat nun bloß neun Rennen Zeit, um auf Anhieb zu überzeugen - misslingt das Experiment, dann war es das womöglich schon. Auch Sargeants Karriere in der Königsklasse könnte zuende sein, zweite Chancen sind eben rar in der Formel 1. Schumacher ist ein mahnendes Beispiel.
Denn der Deutsche wirkte tatsächlich wie eine logische Wahl, gerade für diesen plötzlichen Spezialauftrag bei Williams.
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Franco Colapinto darf im Williams starten

Fotocredit: Getty Images

Neue Chance für Mick Schumacher bei Sauber?

Durch seine Rollen bei Mercedes (Ersatzpilot) und Alpine (Langstrecke) habe er einen "sehr breiten technischen Einblick", sagt Vettel, er kenne "das Fahrerfeld und die Strecken", und: "Er hat die Formel 2 und die Formel 3 gewonnen – das ist kein Selbstgänger." Weder Sargeant noch Colapinto bringen solche Erfolge mit.
Doch Schumacher fuhr bislang eben einzig für Haas, 2021 und 2022 waren Jahre in einem schwachen Team mit schwierigem Umfeld. "Klar hat er auch Fehler gemacht, aber das Auto war nicht konkurrenzfähig", sagt Vettel. Dennoch sei Schumacher seither eben "gebrandmarkt" - und der Weg zurück ist schwierig.
Eine denkbare Möglichkeit bleibt allerdings noch. Sauber, ab 2026 das deutsche Audi-Werksteam, sucht einen Piloten für die kommende Saison. Auch Sebastian Vettel legt wohl gerne ein gutes Wort ein.
(SID)
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Quelle: Perform


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