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Mick Schumacher wechselt zu Mercedes - Hans-Joachim Stuck exklusiv: "Es ist wie ein Traum"
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Publiziert 15/12/2022 um 19:14 GMT+1 Uhr
Mick Schumacher wechselt nach seinem Aus bei Haas zu Mercedes und wird Ersatzfahrer bei den Silberpfeilen. Für Motorsportlegende Hans-Joachim Stuck eine "sensationelle" Entscheidung. "Es ist wie ein Traum, was er dort alles lernen kann", sagt der frühere Formel-1-Pilot im Exklusiv-Interview mit Eurosport.de. Stuck erklärt detailiert, welche Qualitäten Schumacher beim deutschen Team ausbauen kann.
Hans-Joachim Stuck freut sich über das Mercedes-Engagement von Mick Schumacher
Fotocredit: Imago
Mick Schumacher bleibt der Formel 1 auch nach seinem Aus bei Haas erhalten. Der 23-Jährige wechselt zu Mercedes und nimmt bei dem Top-Team in der kommenden Saison die Rolle des Reservefahrers ein.
"Ich betrachte dies als eine Art Neuanfang, erklärte der Sohn des Rekordweltmeisters Michael Schumacher in der offiziellen Mitteilung von Mercedes.
Motorsportlegende Hans-Joachim Stuck freut sich im exklusiven Interview mit Eurosport.de über das Engagement von Schumacher bei den Silberpfeilen. "Das ist sensationell. Nachdem er leider kein festes Cockpit bei einem anderen Rennstall bekommen hat, ist das wirklich ein Joker", sagt der 71 Jahre alte Garmisch-Partenkirchener.
Zudem erklärt Stuck, wie Schumacher von seiner Aufgabe bei den Silberpfeilen für die Zukunft profitieren kann. "Die neue Rolle ist für beide Seiten eine Win-Win-Situation", meint der frühere Formel-1-Pilot.
Das Interview führte Pascal Steinmann.
Herr Stuck, Mick Schumacher startet nach seinem Aus bei Haas im kommenden Jahr als Ersatzfahrer für Mercedes. Wie bewerten Sie diese Entscheidung?
Hans-Joachim Stuck: Das ist sensationell. Nachdem er leider kein festes Cockpit bei einem anderen Rennstall bekommen hat, ist das wirklich ein Joker. Dort hat er alle Möglichkeiten, sich in einem Team, das zu den besten der Welt gehört, zu verbessern. Wenn einer der Stammpiloten ausfällt, sitzt er da drin und kann sich beweisen. Und er genießt die notwendige Aufmerksamkeit.
Wie meinen Sie das?
Stuck: Er hat ein gutes Verhältnis zu Toto Wolff, der weiß, wie man so einen jungen Mann behandelt und aufbaut. Es ist eine tolle Geschichte. Großartig, dass er dort nun gelandet ist.
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Mick Schumacher (l.) und Toto Wolff (r.)
Fotocredit: Imago
Sie haben den Mercedes-Boss angesprochen: Wie wichtig ist es für Schumacher, nach dem schwierigen Verhältnis mit Günther Steiner nun mit Wolff einen Teamchef an seiner Seite zu haben, der ihn immer wieder gelobt hat?
Stuck: Es hätte ihm nichts Besseres passieren können: Toto, das Team und die Möglichkeiten in einem derart etablierten Rennstall. Es ist nur schade, dass er keinen Stammplatz hat. Aber bei Mercedes ist er am besten aufgehoben. Es ist mit Sicherheit die zweitbeste Lösung.
Sie haben im September erklärt, ein Formel-1-Aus wäre schlecht, da es sehr gefährlich sei, wenn man ein Mal aus dem Rennen ist. Ist sein Aus bei Haas also nur halb so schlimm?
Stuck: Absolut. Man muss sich auch die Alternativen vor Augen führen: Es wäre nur cool gewesen, wenn er in einem besseren Team als Haas hätte fahren können. Und da waren keinerlei Plätze frei. Bei Mercedes hat er nun eine große Chance mit dem außergewöhnlichen Background. Die Silberpfeile gehören mit Ferrari und Red Bull zu den drei besten Teams der Welt. Es ist wie ein Traum, was er dort alles lernen kann.
Was kann er bei Mercedes denn konkret mitnehmen, auch wenn er nicht im Cockpit sitzt?
Stuck: Er leistet dort die Basisarbeit für die beiden Piloten in der Entwicklung, in den Simulatorentests, bei den Dauerläufen oder der Reifenentwicklung. Er kann Dinge nun noch mal neu von der Pike auf lernen, das wäre bei Haas so nicht möglich gewesen. Zum Beispiel, welche Maßnahmen man ergreifen muss, wenn ein Auto ein bestimmtes Problem hat. Er wird das aufsaugen wie ein Schwamm. In dieser Zeit bei Mercedes wird er unheimlich viel lernen und davon in der Zukunft auch profitieren können.
Wie kann Mercedes von Schumacher profitieren?
Stuck: Er wird seine fahrerischen Fähigkeiten einbringen. Es steht außer Frage, dass er ein Formel-1-Auto einwandfrei am Limit bewegen kann. Er hat Erfahrung - durchaus auch durch negative Erlebnisse - und kann sehr schnell abschätzen, welche Dinge funktionieren und welche nicht. Und was Mick noch mitbringt, ist Biss. Er will es nun wirklich wissen. Zwei Jahre war er nicht besonders erfolgreich. Er weiß also, wie es ist, wenn es nicht so läuft. Die neue Rolle ist für beide Seiten eine Win-Win-Situation.
Mit dem Wechsel zu Mercedes ging einher, dass Schumacher und die Scuderia Ferrari ihre Partnerschaft beendet haben. Ist das also ein Ende des Traums, eines Tages für die Roten zu fahren?
Stuck: Nein, das glaube ich nicht. Wenn er abliefert und die Scuderia einen Fahrer braucht, dann wird er dort fahren können. In der Formel 1 ist ohnehin nichts unmöglich. Da geschehen oft Dinge, die man nicht erwartet. Das sehe ich also nicht einen Nachteil.
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Mick Schumacher beendet seine Zusammenarbeit mit der Scuderia Ferrari
Fotocredit: Getty Images
Was bedeutet die neue Rolle für Micks Zukunft, welche Optionen hat er in der nächsten Saison und darüber hinaus?
Stuck: Die Konkurrenten bekommen mit, was er bei Mercedes leistet und wie schnell er bei Testfahrten unterwegs ist. Wenn dann bei den anderen Rennställen ein Platz frei wird, hat er alle Möglichkeiten.
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Für mehrere Millionen: Schumacher-Ferrari wird versteigert
Quelle: SID
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