Pérez wechselt zu Red Bull an die Seite von Verstappen - Albon ausgebootet

Sergio Pérez wird in der kommenden Saison für Red Bull Racing in der Formel 1 an den Start geben. Das gaben der Mexikaner, Red Bull sowie die Formel 1 via Twitter bekannt. Pérez ersetzt den Thailänder Alexander Albon als zweiten Fahrer neben Max Verstappen. Zuvor musste der 30-Jährige sein Cockpit bei Racing Point (ab 2021 Aston Martin) an den viermaligen Weltmeister Sebastian Vettel abgeben.

Sergio Pérez fährt 2021 für Red Bull

Fotocredit: Getty Images

Die Spekulationen haben ein Ende, und Alexander Albons Karriere in der Formel 1 ist (zumindest vorläufig) beendet. Denn das österreichisch-britische Red-Bull-Team hat am Freitag offiziell bekannt gegeben, dass Sergio Pérez in der Saison 2021 neuer Teamkollege von Max Verstappen wird.
"Alex ist ein geschätztes Teammitglied, und wir haben lange und hart über die Entscheidung nachgedacht", sagt Teamchef Christian Horner. "Nachdem wir uns Zeit genommen haben, um alle Daten und Performances auszuwerten, haben wir entschieden, dass Sergio der richtige Fahrer an der Seite von Max für 2021 ist. Wir freuen uns, ihn bei Red Bull zu begrüßen."
Entsprechende Gerüchte hatten sich bereits am Sonntagabend in Abu Dhabi verdichtet. Als dann ein paar Tage später Pérez' Bruder in einer seiner Instagram-Storys ein Foto aus seinem Auto postete, auf dem eine Red-Bull-Dose zu sehen war, reimten sich viele Fans in den sozialen Netzwerken eins und eins zusammen.
"Auf die Chance, für ein WM-fähiges Team zu starten, habe ich seit meinem Einstieg in die Formel 1 gehofft", sagte Pérez. Toppilot bei Red Bull bleibt der Niederländer Max Verstappen, der am vergangenen Sonntag das Saisonfinale in Abu Dhabi gewonnen und in der WM-Wertung hinter dem Mercedes-Duo Lewis Hamilton und Valtteri Bottas Platz drei belegt hatte. Hinter Mercedes wurde Red Bull Zweiter in der Konstrukteurswertung.
Auch Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff schätzt die Qualitäten des Mexikaners. "Mit Sergio Pérez gewinnen sie jemanden mit viel Erfahrung dazu, einen, der über viel Speed verfügt. Das hat er mit einem längst überfälligen Sieg gezeigt", sagte der Österreicher, der selbst seinen Vertrag beim Weltmeisterteam um drei Jahre verlängert hat. Seiner Meinung nach werde Red Bull "gestärkt durch diesen Zugang und es wird sie noch mehr zu einem starken Gegner in der Konstrukteurs-WM werden lassen."

Schumacher begrüßt Red-Bull-Entscheidung

Für Ralf Schumacher hat Red Bull die richtige Entscheidung getroffen. Die Berichterstattung über Albon sei "aus gutem Grund" kritisch gewesen, denn: "Er macht zu viele Fehler, ist zu langsam. Red Bull muss sich eigentlich trennen", so der Formel-1-Experte bereits vor der offiziellen Bekanntgabe in einem Interview mit "Sky".
"Aus deutscher Sicht", sagte er, "hätten wir natürlich gern Nico Hülkenberg [gehabt]." Aber: "Ich persönlich würde wahrscheinlich eher Sergio Pérez im Moment nehmen." Der habe nämlich, anders als Hülkenberg, obendrauf "noch ein bisschen Geld dabei". Daher findet Schumacher: "Pérez hat diese Chance verdient. Er hat jetzt ein Rennen gewonnen, eine super starke Leistung gezeigt."
Bereits seit Sommer hielten sich Gerüchte hartnäckig, wonach Albon sein Cockpit aufgrund unzureichender Leistungen verlieren könnte. Und relativ schnell war klar, dass als Nachfolgekandidaten nur Pérez und Hülkenberg in Frage kommen. Letzterer könnte übrigens trotz der Absage 2021 für Red Bull arbeiten, als TV-Experte bei "ServusTV".
Der Saisonverlauf spielte dann Perez in die Karten. Konnte Hülkenberg bei seinen drei Gasteinsätzen im Racing Point zwischenzeitlich überzeugen, so war es am Jahresende dann der Mexikaner, der im gleichen Auto eindrucksvolle Leistungen ablieferte und damit womöglich sein Red-Bull-Ticket löste, während Hülkenberg ihm vom "RTL"-Studio aus zuschauen musste.
Pérez' Höhepunkt waren die zwei Rennwochenenden in Bahrain, wo er zunächst noch an dritter Stelle liegend mit einem Mercedes-Motorschaden ausschied, dann aber eine Woche später nach einer sensationellen Aufholjagd vom letzten Platz aus seinen ersten Grand-Prix-Sieg feierte und zur Tequila-Party an der Hotelbar auch Red-Bull-Teamchef Horner einlud.

Red Bull: Albon bleibt als Test- und Ersatzfahrer

Albon lieferte zwar beim Saisonfinale in Abu Dhabi als Vierter seine wahrscheinlich stärkste Performance als Red-Bull-Pilot ab, doch die kam zu spät. Unterm Strich ist seine Statistik nach eineinhalb Jahren an der Seite von Verstappen ernüchternd: 0:25 gewonnene Qualifyings und 181:311 WM-Punkte (2020: 105:214).
Dabei hatte er 2019, nach dem Wechsel ins A-Team anstelle von Pierre Gasly (der zu Toro Rosso rückversetzt wurde), vielversprechend begonnen. Albon wurde in neun Rennen einmal Vierter, viermal Fünfter und dreimal Sechster - und bei seinem einzigen Ausfall in Brasilien wurde er von Lewis Hamilton an zweiter Stelle liegend abgeschossen.
Eine Kollision mit Hamilton war es auch, die beim Saisonauftakt 2020 auf dem Red-Bull-Ring seinen durchaus möglichen ersten Grand-Prix-Sieg verhinderte. Doch danach schien der Faden bei Albon gerissen. Bis letztendlich auch die thailändische Eigentümerfamilie Yoovidhya keine Argumente mehr gegen Horner und Motorsportkonsulent Helmut Marko hatten.
Dem Red-Bull-Kader bleibt er trotzdem weiterhin erhalten; 2021 vorerst als Test- und Ersatzfahrer für die beiden Formel-1-Teams Red Bull und AlphaTauri.
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