Sergio Pérez setzt Ausrufezeichen: Hat der Red-Bull-Pilot im WM-Kampf gegen Max Verstappen Chancen?

Sergio Pérez hat mit seinem Erfolg in den engen Straßen von Monaco ein Ausrufezeichen gesetzt. Nach sieben WM-Läufen liegt der Mexikaner auf Platz drei der Weltmeisterschaft und weiß nach seiner Vertragsverlängerung bis 2024 auch um die Unterstützung innerhalb von Red Bull. Laut Formel-1-Experte Marc Surer darf sich Perez nun auch durchaus Hoffnungen auf den WM-Titel machen.

Sergio Perez hat seinen Vertrag bei Red Bull verlängert

Fotocredit: Getty Images

Auf Teamkollege Max Verstappen fehlen Pérez zurzeit 16, auf Ferrari-Pilot Charles Leclerc gerade mal sechs Punkte. Angesichts dieses Zwischenstands stellt sich für viele die Frage, ob die vermeintliche Nummer 2 bei Red Bull jetzt zum erweiterten Kandidatenkreis auf den WM-Titel zählt.
Für den ehemaligen Rennpiloten Surer tut er das: "Wenn er so weiterfährt und regelmäßig punktet, ist das absolut drin", sagte er gegenüber "Formel1.de".
Zwar habe Verstappen schon zwei "Nuller" angeschrieben und Pérez erst einen, "und wenn man jetzt die Siege zusammenzählt, ist ganz klar, dass Max nach wie vor die Nummer 1 ist".
Aber: "Der andere punktet schön, und das kann am Ende des Jahres einen großen Unterschied machen. Schlussendlich sind es ja die 'Streichresultate', die das Problem sind, wenn du nicht ins Ziel kommst und 25 Punkte oder 18 Punkte verlierst. Also ja, Pérez ist ein Kandidat für die WM."

Pérez könnte es wie Frentzen machen

Ein bisschen so, wie das bei Heinz-Harald Frentzen 1999 im Jordan der Fall war. Frentzen fuhr damals dritte und vierte Plätze am Fließband ein und gewann dazu die Rennen in Magny-Cours und Monza. Bis heute sind viele Fans überzeugt, dass er ohne den Ausfall beim drittletzten Rennen am Nürburgring (in Führung liegend) eine echte Chance gehabt hätte, Weltmeister zu werden.
Bei Frentzen habe, grinste Surer, "keiner wirklich gemerkt", dass er damals mittendrin war im WM-Kampf. Genau "das ist ja das Problem: Der eine gewinnt vier Rennen, der andere eins - und dann denkst du: 'Ja, okay.' Aber schlussendlich ist Punkte sammeln eine ganz wichtige Geschichte."

Surer von Pérez' Zwei-Jahres-Vertrag überrascht

Trotz der bisher starken Leistungen von Pérez gab Surer zu, dass ihn "überrascht" hat, dass sein Vertrag gleich um zwei Jahre, bis Ende 2024, verlängert wurde. Der Schweizer, früher selbst Formel-1-Pilot und heute TV-Kommentator, meinte aber: "Nach Barcelona war Handlungsbedarf bei Red Bull."
Pérez hatte sich nach dem Grand Prix von Spanien darüber beschwert, dass er gegen Verstappen nicht frei fahren durfte. Aus rein strategischer Logik, wie sein Team später erklärte - doch bei vielen Beobachtern blieb ein Beigeschmack: Es sei zumindest eine "halbe Stallorder" gewesen.
Red Bull habe in Barcelona einen Pérez erlebt, "der wirklich Schützenhilfe leisten kann und den anderen Punkte wegnimmt", sagte Surer. "Sie haben mit ihm alles, was sie noch nie hatten in der Vergangenheit. Und wenn einer Nummer 2 spielen muss, dann muss man ihn auch irgendwie belohnen. Und ein Zweijahresvertrag ist für mich eine Belohnung."
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