RB Leipzig will um jeden Preis den Aufstieg in die Bundesliga

RB Leipzig will mit aller Macht in Liga eins. Für diesen Großauftrag gab der Krösus der 2. Bundesliga in den vergangenen zwei Jahren sogar mehr Geld für Transfers aus als Champions-League-Teilnehmer Schalke 04. 38 Millionen Euro investierten die Sachsen in dieser Zeit für neue Spieler - Tendenz steigend. Der Klub polarisiert - und spaltet das Unterhaus in eine Zweiklassengesellschaft.

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"Wir bauen RB Leipzig mit dem Ziel aus, in drei bis fünf Jahren in der Bundesliga zu spielen". Das war die Ansage von Dietrich Mateschitz in der Neuen Züricher Zeitung in einem seiner wenigen Interviews. Mateschitz sagte dies bereits im März 2011, als RB noch in der Regionalliga spielte.
Vier Jahre später findet sich der RBL in der 2. Bundesliga wieder, hat gerade sechs Millionen an Besiktas Istanbul für den 21 jährigen Verteidiger Atinc Nukan überwiesen und peilt den Aufstieg in die 1. Bundesliga an.
Insgesamt zahlte Leipzig in den vergangenen beiden Jahren Ablösesummen in Höhe von 38,1 Millionen Euro und belegt damit deutschlandweit den sechsten Platz bei den Transferausgaben – und das als Zweitligist! Selbst der letztjährige Champions League Teilnehmer Schalke 04 gab in diesem und im zurückliegenden Sommer weniger aus (31,9 Mio.). Was sollen dann die direkten Konkurrenten aus der 2. Bundesliga erst sagen? Das Unterhaus entwickelt sich zu einer Zweiklassengesellschaft.
Das liegt hauptsächlich am Engagement des Brauseherstellers, der die "50 + 1 Regel" aushebelt und unzählige Millionen in den Club pumpt. Kapitalanleger dürfen keine Stimmmehrheit bei Kapitalgesellschaften übernehmen, in die Fußballvereine ihre Profimannschaft ausgegliedert haben.
Leipzig gerät in gefährliche Abhängigkeit
Da die Profiabteilung in Leipzig nicht ausgelagert ist, gilt diese Regelung nicht. Ein Investor kann ungestört Geld zur Verfügung stellen. Das Engagement von Red Bull entspricht dadurch zwar offiziell dem Reglement der DFL, ist jedoch kritisch zu sehen. Durch die Kooperation mit dem österreichischen Unternehmen ist Leipzig in eine gefährliche Abhängigkeit geraten. Die Folgen bei einem Rückzug könnten fatal sein.
Dank der Mateschitz-Millionen wurde der schnelle Durchmarsch von der fünften Liga in die zweite realisiert, und so soll es auch weitergehen. "Wir wollen auch in der Champions League dabei sein", forderte Mateschitz ebenfalls vor vier Jahren in der NZZ.
Dass es auch anders geht, beweist das Beispiel Hoffenheim. Dietmar Hopp investierte zu Beginn zwar ebenfalls Unsummen in den Kader, hat aber seine Investitionen drastisch zurückgefahren. Der Verein soll sich auch ohne das Geld des Mäzens tragen und in der Bundesliga etablieren. Mateschitz will dagegen auch in den nächsten Transferperioden in den Leipziger Kader investieren. Das Ziel: Champions-League-Teilnahme auf dem schnellsten Weg.
Die Praxis des österreichischen Unternehmers wird auch von den Traditionsvereinen in der 1. Bundesliga kritisch beäugt. Die Fußballromantiker sind erst recht vom Engagement Mateschitz' erzürnt und fordern ein Einschreiten der DFL. Dass ein Zweitligist mehr Geld in die Hand nehmen kann als ein Champions League Teilnehmer, war vor einigen Jahren noch eine utopische Annahme. Heute ist es bittere Realität.
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