Vize-Champion Burkina Faso raus

Mit einer knappen 1:2-Niederlage im letzten Vorrundenspiel der Gruppe A gegen das Team aus Kongo, muss Vizemeister Burkina Faso bereits nach der Gruppenphase die Segel streichen. In einer spannenden zweiten Halbzeit brachte Thievy Bifouma (51.) das Überraschungsteam aus dem Kongo in Führung. Nach dem Ausgleich des eingewechselten Bancé (86.), sorgte N'Guessi (87.) wenig später für den Endstand.

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Die Lehren
Es war ein müder Kick zum Abschluss in Gruppe A. Man kann dabei jedoch den Kongolesen keinen Vorwurf machen, die Marschrichtung ihres Trainers Claude Le Roy setzten sie fast perfekt um. Sicher in der Defensive, routiniert, geradezu abgeklärt. Und nach vorne immer lauernd, schnell, mit teilweise gefälligem Kombinationsspiel. Allerdings wollten die "Diables Rouges" wohl nicht ins offene Messer laufen und sich das Weiterkommen damit selber noch nehmen, weshalb sie ihre guten Spielanlagen nur streckenweise abriefen und nicht über die vollen 90 Minuten.
Gegen zahnlose Burkiner reichten die kurzen Leistungsexplosionen nach der Pause aber vollauf aus. Die Mannschaft des Belgiers Paul Put, noch Finalist des letzten Afrika Cups, zeigte eine durchweg enttäuschende Vorstellung. Über die gesamte Spieldauer kam man nur einmal vors Tor des Gegners, am Ausgleich hatte aber die für einen Moment ungeordnete Defensive Kongos beinahe mehr Anteile als die Offensive der "Étalons".
Die Republik Kongo ist damit als Gruppenerster weiter, Burkina Faso verabschiedet sich mit nur einem Punkt als Gruppenletzter aus dem Wettbewerb.
Die Höhepunkte
21. Erster guter Torabschluss der Partie! Thievy Bifouma nach einem perfekten Zuspiel über links, sein präziser Schuss rauscht knapp am langen Pfosten vorbei!
35. Hätte das Elfmeter sein müssen? Wenn der Schiedsrichter nicht pfeift, kann man bei diesem Afrika Cup leider schon davon ausgehen, dass der Strafstoß gerechtfertigt gewesen wäre. Im Zweikampf mit N'Ganga geht Thievy Bifouma zu Boden. Und das sah auch dieses Mal wie ein klarer Elfer aus!
40. Ein nicht unwesentlicher Tumult bricht hier aus, nachdem der Unparteiische Freistoß für Kongo gepfiffen hat - die Étalons werden zusehends nervös.
46. Und was für eine Chance! Nach einer Ecke wuchtet Férébory Doré den Ball per Kopf aufs Tor, das war haarscharf!
49. Erneut Férébory Doré! Allein vor dem Tor kommt er nach einem ruhenden Ball nicht richtig zum Abschluss und setzt seinen Schuss daher neben das Tor. Deutliches Chancenübergewicht Kongos bisher in der jungen zweiten Halbzeit.
51.TOOOR für Kongo! Und es ist Thievy Bifouma mit der Nummer 13 nach einer flachen Hereingabe über Rechts. Zwei Dinge sind allerdings noch hervorzuheben: das sah erstens gefährlich deutlich nach Abseits aus und zweitens: Bifouma prallte bei seinem Abschluss mit Torwart Sanou zusammen und muss an der Seitenlinie behandelt werden. Hoffentlich ist es nichts Ernstes, 1:0 für Kongo damit!
52. Aufatmen. Thievy Bifouma kann weitermachen.
68. Burkina Faso hat jetzt alle Stürmer des Kaders auf dem Platz und es passiert - nichts. Das ist erschreckend wenig vom Finalisten des letzten Afrika Cups.
86. TOOOR für Burkina Faso! Das ist ja nicht zu fassen. Da lief in der Defensive Kongos alles perfekt zusammen, und kurz vor Schluss schenken sie sich den Ball quasi selber ein! Nach einer Hereingabe ist Aristide Bancé völlig allein und muss nur noch einschieben. 1:1 jetzt!
87. TOOOR für Kongo! Was für ein Patzer von Germain Sanou! Der Torwart der Burkiner kommt nach einem harmlosen Standard aus seinem Kasten und springt am Ball vorbei! Fabrice N'Guessi ist der Nutznießer und drückt die Kugel über die Linie! 2:1 für Kongo!
Der Kracher: Thievy Bifouma
Der 22-jährige Stürmer vom UD Almeria aus Spanien war in einer absolut unterklassigen Partie der einzige herausragende Akteur. Mit seiner außergewöhnlichen Frisur fällt Bifouma sowieso in jeder Mannschaft auf, mit seinen konstant guten Leistungen beim Afrika Cup stellt er sich aber auch fußballerisch ins Schaufenster.
Im Abseits: Germain Sanou
Ob der Torwart der Burkiner sein Glück nicht fassen konnte, dass seine Mannschaft trotz absoluter Unterlegenheit in den letzten Minuten doch noch den Ausgleich erzielte? Oder wusste er schon, dass das alles noch schiefgehen konnte? Wir wissen nicht, was den Schlussmann mit der Nummer 23 dazu trieb, aus seinem Kasten zu kommen und dann so unnötig am Ball vorbeizuspringen. Aber mit dieser Aktion vor dem 2:1 nahm er seiner Mannschaft jede Hoffnung auf ein Weiterkommen.
Die Statistik: 7 mit 5
Claude Le Roy, Trainer des Kongo, zieht zum siebten Mal in seiner Karriere in eine K.O.-Runde bei der Afrikameisterschaft ein – und dieses Kunststück gelingt ihm darüber hinaus mit seinem fünften Team. Herzlichen Glückwunsch an den 66-jährigen französischen Weltenbummler.
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