Kamerun: Holperstart mit Lichtblicken

Von einem Fehlstart in den Afrika-Cup wollte bei den "unzähmbaren Löwen" aber auch wirklich niemand etwas wissen. "Mali ist ein gefährliches Team mit technisch sehr starken Spielern. Das Unentschieden muss man einfach akzeptieren", sagte Kameruns Nationaltrainer Volker Finke, während Kapitän Eric Maxim Choupo-Moting meinte: "Letztlich können wir mit dem Punkt zufrieden sein."

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In Malabo/Äquatorialguinea hatte sich der viermalige Turniersieger Minuten zuvor 1:1 (0:0) von Außenseiter Mali getrennt. Zwar verfehlte das Team des ehemaligen Bundesliga-Coaches Finke damit den erhofften Auftakterfolg und die erste Portion Selbstvertrauen für den weiteren Turnierverlauf, die gleich zu Beginn verschenkten Punkte aber wogen nicht wirklich schwer. Titelaspirant Elfenbeinküste nämlich kam in Gruppe D gegen Guinea auch nicht über ein 1:1 (0:1) hinaus.
Ohnehin waren es die kleinen Dinge, die Finke und den Schalker Choupo-Moting nach der verkorksten WM-Endrunde im Sommer 2014 mit null Punkten und 1:9-Toren zufriedenstellten. "In der zweiten Halbzeit haben wir gespielt wie ein Team, das unbedingt gewinnen will", analysierte Finke, der nach den desaströsen Auftritten in Brasilien arg in der Kritik gestanden hatte.
Mittlerweile aber sieht er sich und seine Schützlinge auf einem guten Weg. Hatten sich die "Löwen" im vergangenen durch interne Grabenkämpfe noch förmlich selbst zerfleischt, steht die Gruppe nun zusammen. "Jeder kämpft für den anderen", sagte Finke: "Gegen Mali haben immer fünf Spieler zusammen angegriffen." Allein: Geholfen hat auch dies nichts.
Fehlte Eto'o?
Weil laut Finke einige "schmerzhafte Konzentrationsfehler" die Führung Malis durch Sambou Yatabaré (71.) begünstigten, gelang Ambroise Oyongo (84.) mit seinem sehenswerten Treffer nur noch der verdiente Ausgleich. "Wer das erste Tor schiesst, ist psychologisch natürlich im Vorteil", sagte Kapitän Choupo-Moting, der auf beiden Seiten "einige guten Chancen" sah.
Vielleicht fehlte Kamerun an diesem Tag aber noch der nötige Killerinstinkt, ein Vollstrecker der Marke Samuel Eto'o.
Kameruns Stürmerlegende, mit 18 Treffern übrigens noch Rekordhalter des Afrika-Cups, wird nach seinem Rücktritt aus der Nationalmannschaft aber auch im nächsten Spiel am Samstag gegen Guinea nicht zur Verfügung stehen.
"Ganz Afrika schaut zu"
Und trotzdem ist ein Sieg für Finkes Elf Pflicht, will man vor dem abschließenden Gruppenspiel gegen die Elfenbeinküste noch Chancen auf Platz eins besitzen.
"Der Druck ist groß, das wissen wir. Ganz Afrika schaut zu und es gibt schlichtweg keine einfachen Gegner", sagte Choupo-Moting.
Kameruns Anführer aber kennt das vermeintliche Erfolgsrezept, um künftig als Sieger vom Platz zu gehen. "Die Partien sind einfach etwas anderes als Freundschaftsspiele. Wir müssen jedes Spiel mit 100 Prozent angehen."
Video: Afrika-Cup - Analyse zum Auftakt
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