So lief das Spiel:

Im Gegensatz zu vielen anderen Spielen im Turnierverlauf war die Abtastphase zwischen Algerien und Nigeria vergleichsweise kurz. Die Wüstenfüchse kamen besser in die Partie und kreierten mehrere Chancen. Ramy Bensebaini hatte nach 16. Minuten die Chance, einen Freistoß unbedrängt einzuköpfen, zielte aber zu hoch.
Nach etwa einer halben Stunde war es Baghdad Bounedjah, der frei auf Torwart Daniel Akpeyi zulief, den Ball aber nicht am Keeper vorbei brachte. Keine fünf Minuten später hatte er eine ähnliche Situation, die Nigeria aber in letzter Sekunde klärte. Bis dahin war von den "Super Eagles" kaum etwas zu sehen.
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Finalsieg gegen Senegal: Algerien zum zweiten Mal Afrika-Cup-Sieger
19/07/2019 AM 20:53
Nicht, dass das Bemühen fehlte, aber Aktivposten wie der vergangenen Spiele wie Samuel Chukwueze oder Ahmed Musa wurden von der Mann orientierten algerischen Defensive konsequent und fast über die gesamte Spielzeit abgemeldet.
Gerade in die Phase hinein, als die Nigerianer erste Offensive Erfolge erzielten und wenigstens zu Abschlüssen kamen, fiel das Gegentor. Riyad Mahrez tankte sich über rechts in den Sechzehner und konnte von Jamilu Collins nicht am Flanken gehindert werden.
Der Verteidiger, der für Paderborn kickt, fälschte die Hereingabe jedoch unglücklich ab – William Ekong bekam seine Hüfte nicht mehr aus der Flugbahn und lenkte den Ball unglücklich ins eigene Netz. Im zweiten Durchgang hielten die Algerier den Gegner zunächst wieder weit weg vom eigenen Tor, verzichteten – bis in die Schlussphase – aber auch auf eigene Angriffe.
Den ersten gefährlichen Abschluss gab es in der 89. Minute. Da stand es aber bereits 1:1, denn Odion Ighalo verwandelte einen Handelfmeter, der erst nach dem Eingreifen des Videoschiedsrichters gegeben wurde. Anschließend kippte das Spiel Richtung Nigeria, das kurz vor Ablauf der regulären Spielzeit nahezu alle statistischen Werte auf seiner Seite hatte.
Doch das Team wähnte sich offenbar zu früh in der Verlängerung. In den vier Minuten Nachspielzeit war Algerien plötzlich wieder da, erarbeitete sich zwei Großchancen – und den Freistoß, den Mahrez aus 18 Metern direkt an der Mauer vorbei ins Torwarteck nagelte. Danach wurde nicht mehr angepfiffen.

Das fiel auf: Keine Wechsel

Ohne Wechsel hat sich Algerien ins Finale gespielt. Über die komplette Spielzeit standen nur elf Spieler auf dem Rasen. Dabei hatten die Nordafrikaner im Vergleich zu Nigeria weniger Regenerationszeit, mussten zuletzt am Donnerstag ran und da auch bis ins Elfmeterschießen.
Spricht nicht gerade für die Ersatzbank, denn es war auch nicht so, dass die erste Elf überragend gespielt hätte.

Der Tweet des Spiels:

Im Fanlager der "Super Eagles" war der Schuldige schnell gefunden: Keeper Akpeyi. Doch auch wenn der Schuss in sein Torwarteck ging, ist er zumindest nicht Alleinschuldiger. Ihm fehlte die Sicht, und ganz schlecht geschossen war der Ball auch nicht.

Die Statistik: 29

Der letzte Sieg der Algerier gegen Nigeria liegt - oder besser gesagt lag - 29 Jahre zurück. Damals 1990, trafen beiden Mannschaften im Finale des Afrika-Cups aufeinander. Algerien holte mit einem 1:0 den bisher einzigen Titel in der Geschichte.
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