Afrika-Cup 2024 - Favoritenstürze, Sensationen und Wirbel um Mohamed Salah: Wahnsinn in der Elfenbeinküste
Die Fußball-Welt schaut in diesen Tagen gespannt auf den afrikanischen Kontinent. Bereits die Vorrunde des Afrika-Cups 2024 lieferte einiges an Überraschungen und Aufregern. Während zwei Underdogs für Furore sorgen, mussten einige Mitfavoriten bereits nach der Vorrunde die Heimreise antreten. Abseits des sportlichen Geschehens bestimmte dagegen Liverpool-Star Mohamed Salah die Schlagzeilen.
Klopp-Assistent Lijnders gibt Update zu Salah
Quelle: Perform
Emilio Nsue und seine Teamkollegen schnappten sich eine riesige Boombox und tanzten, jubelten und sangen ausgelassen im Olympiastadion zu Abidjan (Elfenbeinküste).
Der Jubel der Nationalspieler Äquatorialguineas kannte nach dem sensationellen 4:0-Sieg am letzten Gruppenspieltag des Afrika-Cups gegen Gastgeber Elfenbeinküste keine Grenzen und auch rund 1400 km entfernt in ihrer Heimat ging es hoch her.
Die Straßen in der Hauptstadt Malabo verwandelten sich unmittelbar nach Abpfiff in eine einzige Partymeile. Kein Wunder, immerhin hätten wohl nur die wenigsten Experten vor dem Start des Turniers damit gerechnet, dass die Nummer 88 der Welt in einer Gruppe mit der Elfenbeinküste und Nigeria als Erster in das Achtelfinale einziehen wird.
"Ein Triumph, der den Status quo im afrikanischen Fußball verändert", verkündete etwa das spanischsprachige Medium "Sphera Sports". Nationaltrainer Juan Micha betrachtete den Erfolg dagegen etwas nüchterner. "Wir arbeiten daran, das Niveau der großen Jungs zu erreichen", sagte der 48-Jährige.
In der Gruppenphase ist dies dem großen Underdog schon einmal eindrucksvoll gelungen.
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Die Fans von Äquatorialguinea jubeln
Fotocredit: Getty Images
Bayer-Star Koussounou komplett außen vor
Nigeria mit den beiden Stürmerstars Victor Osimhen (SSC Neapel) und Victor Boniface (Bayer Leverkusen) kam im direkten Duell lediglich zu einem 1:1-Remis und landete am Ende hinter Äquatorialguinea nur auf Platz zwei.
Gastgeber Elfenbeinküste mit Odilon Kossounou, dem Teamkollegen von Boniface bei Bundesliga-Spitzenreiter Bayer Leverkusen, rettete sich trotz der Blamage zum Abschluss der Vorrunde als einer der vier besten Dritten der insgesamt sechs Gruppen in die K.o.-Runde.
Dennoch musste Nationaltrainer Jean-Louis Gasset bereits am Mittwoch, als der Achtelfinaleinzug noch in der Schwebe war, seinen Hut nehmen. Dies könnte auch für Kossounou Auswirkungen haben. Der 23-Jährige reiste als eine der positiven Erscheinungen der laufenden Bundesliga-Saison zum Afrika-Cup, wo er bislang nicht eine einzige Minute auf dem Platz stand. Dem Innenverteidiger fehlt im Nationalteam bis dato schlichtweg das Standing.
Aufgrund der mäßigen Auftritte der "Elefanten" dürfte sich der eine oder andere Fan von Bayer Leverkusen im Hinblick auf den Meisterkampf mit dem FC Bayern jedoch bereits leise Hoffnungen auf eine schnelle Rückkehr Kossounous in die Farbenstadt gemacht haben. Daraus wird nun erstmal nichts.
Guirassy lässt Stuttgart hoffen
Gute Nachrichten gibt es dagegen für den VfB Stuttgart: Top-Torjäger Serhou Guirassy feierte am letzten Gruppenspieltag bei der 0:2-Niederlage Guineas gegen Senegal nach einer Oberschenkelzerrung sein Comeback.
Im Schwabenland sehnt man die Rückkehr des Angreifers herbei. Immerhin verlor der VfB alle seine vier Saisonspiele ohne Guirassy. Zuletzt gab es eine 0:1-Niederlage bei Abstiegskandidat VfL Bochum. "Ich verstehe total, dass die Fragen kommen", sagte Trainer Sebastian Hoeneß, machte dann aber dicht: "Das Spielchen, dass ich nach jedem Spiel über Serhou spreche, werde ich nicht mitmachen."
Zumal eine Rückkehr des 27-Jährigen noch nicht absehbar ist, denn auch Guinea qualifizierte sich für das Achtelfinale. Gegner in der Runde der letzten 16 ist übrigens das Überraschungsteam aus Äquatorialguinea.
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Serhou Guirassy - Guinea
Fotocredit: Getty Images
Kap Verde ärgert die Großen
Die Zentralafrikaner sind allerdings bei Weitem nicht der einzige Außenseiter, der beim diesjährigen Afrika-Cup für Furore sorgt.
Auch den Kapverden, ihres Zeichens Weltranglisten-73., gelang eine kleine Sensation. Der Insel-Staat ließ mit sieben Zählern aus drei Spielen souverän Rekordsieger Ägypten (drei Punkte) und Ghana (zwei Zähler) hinter sich.
Generell ist es nicht das Turnier der vermeintlich großen Nationen. Die hoch gehandelten Algerier mit Offensivstar Riyad Mahrez schieden ohne einen einzigen Sieg als Letzter ihrer Gruppe aus. Negativer Höhepunkt war dabei die 0:1-Niederlage zum Abschluss gegen Mauretanien (Weltranglisten-105.), die stattdessen überraschend weiterkamen.
Ein ähnliches Schicksal wie Algerien ereilte auch Tunesien mit Eintracht Frankfurt Mittelfeld-Ass Ellyes Skhiri, das sich ebenfalls vorzeitig verabschiedete. Selbst der große Turnierfavorit Marokko, Halbfinalist bei der WM 2022 in Katar, überzeugte trotz seines Gruppensieges nur bedingt.
Wirbel um Salah
Es verwundert daher nur wenig, dass an der Spitze der Torjägerliste (fünf Treffer) Äquatorialguineas Nationalheld Nsue, der in Spanien geboren wurde und gemeinsam mit David de Gea und Thiago Alcantara 2011 die U21-EM gewann, und nicht etwa ein Weltstar wie Osimhen, Sadio Mané oder Mohamed Salah steht.
Besonders Letztgenannter erlebte bislang ein Turnier zum Vergessen. Der 31-Jährige rettete Ägypten zum Auftakt ein Last-Minute-Remis gegen Mosambik (2:2), zog sich im zweiten Gruppenspiel gegen Ghana (2:2) jedoch eine Oberschenkelzerrung im hinteren Muskelbereich zu und reiste zwischenzeitlich sogar zur Behandlung zurück nach Liverpool.
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Mo Salah (Ägypten und FC Liverpool)
Fotocredit: Imago
Nachdem zunächst über eine schwerwiegende Verletzung spekuliert wurde, gab Jürgen Klopps Assistent Pep Lijnders zumindest leichte Entwarnung. Wenn alles nach Plan laufe, könne der Kapitän der "Pharaonen" in drei bis vier Wochen wieder spielen, so Lijnders. Das Finale des Afrika-Cups findet am 11. Februar statt. "Wie ich Mo kenne, wird es klappen, weil er seinen Körper immer gut gepflegt hat", ergänzte der Niederländer.
Um wie bei der vergangenen Ausgabe 2022 ins Endspiel einzuziehen, bedarf es jedoch einer ordentlichen Leistungssteigerung. Ansonsten droht Ägypten ebenfalls eine frühe Heimreise. Im Viertelfinale könnte es zu einem Duell mit dem Team der Stunde aus Äquatorialguinea, das in der Heimat liebevoll "Gewittersturm" genannt wird, kommen.
Für die rund 300.000 Einwohner in der Hauptstadt Malabo wäre dies zweifelsohne ein weiterer Feiertag.
Die Achtelfinalpartien im Überblick:
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(mit SID)
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Tuchel möchte Tugenden einfordern, "bis der Knoten platzt"
Quelle: Perform
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