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Jürgen Klinsmann nach Halbfinal-Aus mit Südkorea am Pranger: "Nicht-Taktik" bei "Null-Torschuss-Katastrophe"
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Publiziert 07/02/2024 um 11:41 GMT+1 Uhr
Jürgen Klinsmann ist nach dem Halbfinal-Aus beim Asien-Cup mit Südkorea gegen Jordanien (0:2) in den Medien an den Pranger gestellt worden. Es sei das "schlechteste Spiel bei einem großen Turnier in den vergangenen Jahren" gewesen, befand die auflagenstärkste Zeitung "Chosun Ilbo". Für Verärgerung sorgte auch, dass der Trainer nach der Partie mit einem Lächeln vom Platz ging.
Klinsmann enttäuscht: "Jordanien hat verdient gewonnen"
Quelle: Perform
Die in Seoul ansässige "Hankook Ilbo" titelte deshalb: "Klinsmann lacht über die Null-Torschuss-Katastrophe. Der Cheftrainer lächelt trotz einer Niederlage mit seltsamer Taktik und unverständlichen Auswechslungen."
Sportlich machte die Zeitung vor allem Klinsmann und nicht die Spieler für das Ausscheiden verantwortlich: "Da der Ball nicht durch das Mittelfeld kam, setzte sich die sinnlose Taktik der langen Bälle fort. Es war ein Spiel, in dem Klinsmanns 'Nicht-Taktik' voll zur Geltung kam. Auch das Timing seiner Auswechslungen verwunderte."
Klinsmanns Vertrag beim südkoreanischen Verband läuft noch bis zur Weltmeisterschaft 2026.
Sein Amt wolle er nach der Blamage gegen den Außenseiter nicht niederlegen, wie er auf der Pressekonferenz erklärte: "Ich habe vor, dieses Turnier zu analysieren und mit dem koreanischen Verband darüber zu sprechen, was gut war und was nicht. Es liegt noch eine Menge vor uns. Wir hatten das große Ziel, ins Finale zu kommen."
Klinsmann erklärt sein Lächeln
Gelächelt habe er zudem nur aus Respekt vor dem Gegner und Jordaniens marokkanischem Trainer Hussein Ammouta, dem er die Hand schüttelte.
"Wir sind enttäuscht, weil wir das große Ziel hatten, das Finale zu erreichen", sagte der Deutsche. Jordanien sei "aggressiver" gewesen. Gerade in den ersten "30, 35 Minuten waren wir fast nicht vorhanden".
Der Trainer ist "immer verantwortlich, wie ein Turnier für ein Team verläuft. Das Ziel war das Finale. Das haben wir nicht geschafft", sagte Klinsmann, dem schon vor dem Asienpokal wie zu seinen Zeiten als Bundestrainer vorgeworfen worden war, zu viel Zeit in seiner Wahlheimat Kalifornien zu verbringen.
Südkorea-Aus gegen Jordanien eine "Katastrophe"
Der 59-Jährige wollte mit Südkorea und Stars wie Min-Jae Kim (FC Bayern München) und Heung-Min Son (Tottenham Hotspur) das Turnier eigentlich zum ersten Mal seit 1960 gewinnen. Doch gegen die in der Weltrangliste 64 Plätze schlechter platzierten Jordanier gaben die Taeguk Warriors keinen Schuss aufs Tor ab, lediglich einen gegen den Pfosten.
Kein Wunder, dass die Reaktionen der Fans und Medien in der Heimat vernichtend ausfielen. "Beschämend" und "demütigend" sei der Auftritt der Mannschaft gewesen, wahlweise auch ein "Desaster" oder eine "Katastrophe".
Von Son erhielt Klinsmann hingegen Unterstützung, der Ex-Bundestrainer werde nach der Pleite "noch stärker" werden. Er selbst sei "am Boden zerstört", sagte der Spurs-Stürmer, und er entschuldigte sich bei den Fans: Es tue ihm "schrecklich leid, dass wir ihre Erwartungen nicht erfüllt haben".
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(mit SID)
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Klinsmann enttäuscht: "Jordanien hat verdient gewonnen"
Quelle: Perform
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