Alles beim Alten, oder?

Dortmund zaubert, Bayern strauchelt. Schalke steht im Keller, Wolfsburg an der Spitze. Der Bundesliga-Auftakt bot Fans und Experten jede Menge Zündstoff und enttäuschte nicht. Neue und alte Stars zeigten ihr Können. Einer überstrahlte jedoch alle. eurosport.yahoo.de zeigt, wer gemeint ist.

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Es ist lange her, dass ein 19-Jähriger ein Bundesligaspiel so bestimmt hat, wie Mario Götze die Auftaktpartie des Meisters Borussia Dortmund gegen den Hamburger SV. Zwar ist der Youngster längst Nationalspieler und nach 15 Vorlagen und sechs Toren in 33 Spielen der Vorsaison kein unbeschriebenes Blatt mehr, doch war dem Ausnahmetalent von vielen Seiten ein schweres zweites Jahr in Aussicht gestellt worden. Nichts da!
Zwei Tore durch Kevin Großkreutz bereitete Götze in unnachahmlicher Art vor. Er bestimmte das Tempo des Spiels. Schoss den wohl schönsten Treffer des ersten Spieltags selbst und zeigte der HSV-Defensive mit seiner fast unfehlbaren Technik über weite Strecken eine lange Nase. Wäre der sechsfache Internationale nicht eine Viertelstunde vor Abpfiff von Trainer und Förderer Jürgen Klopp unter stehenden Ovationen der 80.270 Zuschauer vom Feld geholt worden, die Gäste wären wohl nicht mit einer vergleichsweise glimpflichen 1:3 (0:2)-Niederlage davongekommen.
Götze nicht zu stoppen
"Es ist unmöglich, Mario Götze zu stoppen. Besser als er kann man nicht spielen", lobte TV-Experte Franz Beckenbauer. "Es gibt Fußballer, die haben einfach alles" so der "Kaiser" weiter, der schließlich nicht anders konnte, als Dortmunds Wirbler mit dem amtierenden Weltfußballer Lionel Messi zu vergleichen. "Er hat die gleichen Anlagen, dasselbe Spielverständnis und die Technik."
"Er ist ein absolutes Ausnahmetalent", stimmte DFB-Teammanager Oliver Bierhoff in den Chor der Götze-Bewunderer mit ein, zu dem auch TV-Experte Mehmet Scholl gehört. "So einen habe ich ewig nicht gesehen. Der macht intuitiv alles richtig", schwärmte der ehemalige Bayern-Spieler. Dank eines ungefährdeten Sieges über den Bundesliga-Dino hat sich der Meister also gleich wieder in Richtung Tabellenspitze orientiert. Insofern also alles beim Alten.
Magaths Matchwinner soll gehen
Vor dem BVB rangieren in Wolfsburg und dem VfB Stuttgart zwei Teams, die seit mehr als einer Saison von solchen Regionen nur träumen konnten. Insofern ist eben nicht alles beim Alten. Der VfL zeigte Köln beim 3:0-Auswärtserfolg die Grenzen auf. Entscheidender Akteur im Team von Felix Magath war dabei Torjäger Patrick Helmes, den sein Trainer trotzdem lieber heute als morgen verkaufen würde, um Papiss Demba Cissé aus Freiburg zu holen. Der traf ebenfalls am ersten Spieltag, wenn auch nur einfach.
Der VfB Stuttgart holte in der abgelaufenen Rückrunde 30 Punkte. Diesen Lauf setzten die Schwaben gegen Schalke 04 unbeirrt fort. Drei Stürmertore durch Cacau, Martin Harnik und Shinji Okazaki ebneten den Weg zum verdienten Auftaktsieg im frisch eingeweihten neuen, reinen Fußballstadion. Der Gegner aus dem Ruhrgebiet enttäuschte hingegen auf ganzer Linie. Zudem herrscht im Umfeld der "Knappen" Unruhe um Superstar Raul, der von Trainer Ralf Rangnick zurückhängend, nicht in vorderster Front, eingesetzt wird. Zu allem Überfluss lehnte der Spanier seine Wahl in den Mannschaftsrat ab. Schalke ist der erste Tabellenletzte der neuen Saison. Alles beim Alten also, denn vor einem Jahr verlor der amtierende Pokalsieger gar seine ersten vier Bundesliga-Partien.
München geschockt, Augsburg jubelt
Viele Trends der vergangenen Runde scheinen sich ohnehin fortzusetzen. Während sich Hannover 96 und der FSV Mainz 05 fröhlich in oberen Tabellenregionen vergnügen, krebst der FC Bayern München nach der Auftaktpleite gegen Borussia Mönchengladbach fernab der eigenen Ansprüche herum. Der Patzer von Nationaltorhüter Manuel Neuer sorgt zudem für Unruhe an der Isar. Diese herrscht auch in Berlin, wo die triumphale Bundesliga-Rückkehr gegen Nürnberg zum Fiasko wurde. Blutleer und ohne Chance schenkte der Hauptstadtklub ab. Anders präsentierte sich Mitaufsteiger FC Augsburg, der einen zweimaligen Rückstand gegen Freiburg noch zu einem Punktgewinn machte. Doppeltorschütze Sascha Mölders führt zudem zusammen mit Großkreutz, Halmes und Markus Rosenberg von Werder Bremen die Torjägerliste an.
Fair waren die Spiele durch die Bank. Lediglich der Kölner Milivoje Novakovic holte sich eine Gelb-Rote Karte ab, was ihm zum ersten Sünder der neuen Runde macht. Das erste Tor erzielte der Dortmunder Kevin Großkreutz nach 17 Minuten. Verwirrung gab es in Hannover, wo Schiedsrichter Torsten Kinhöfer einen umstrittenen Freistoßtreffer von Jan Schlaudraff anerkannte. Es ist also für ausreichend Gesprächsstoff gesorgt. Sicherlich auch an den kommenden 33 Spieltagen.
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