Eurosport
Gut gelaunter Stevens vor dem Aus?
Von
Publiziert 01/03/2015 um 09:58 GMT+1 Uhr
Mit einem breiten Grinsen und seinen Händen in der Hosentasche schlenderte Huub Stevens durch die Katakomben der Arena und beantwortete die bohrenden Fragen nach seiner Zukunft mit demonstrativer Lässigkeit. "Ich habe noch einen Vertrag bis zum Ende der Saison und die Kraft, den auch zu erfüllen", sagte der niederländische Trainer des VfB Stuttgart nach dem 1:1 (0:0) bei Hannover 96.
Eurosport
Fotocredit: Eurosport
Er kenne zwar die "Automatismen des Geschäfts", vom Verein habe er aber "noch kein Zeichen bekommen. Ich hoffe, dass ich nächste Woche noch auf der Bank sitzen darf", sagte Stevens. Auf der Pressekonferenz setzte Stevens seine Gute-Laune-Show fort. Auf die Frage nach der bedrohlichen Tabellensituation antwortete der 61-Jährige trocken: "Wir sind noch immer 18., aber es gibt noch elf Spiele und da sind noch 33 Punkte zu holen."
"Keine Aussage" von Dutt
Ob Stevens die Schwaben am kommenden Freitag (20.30 Uhr im Liveticker) gegen Hertha BSC tatsächlich noch betreuen wird, darf zumindest bezweifelt werden. So ließ VfB-Sportvorstand Robin Dutt die Zukunft von Stevens am Samstag erneut offen. "Spekulationen sind in der aktuellen Situation normal. Aber von mir gibt es grundsätzlich keine Aussage dazu", sagte Dutt und vermied wie schon in der vergangenen Woche ein klares Bekenntnis zu seinem Coach: "Warten Sie es ab." Stevens sei in der Krise ein "verlässlicher Mensch". Man habe ein "enges vertrauensvolles Verhältnis".
Verlässlich waren bei den Stuttgartern zuletzt aber auch die schlechten Ergebnisse. Seit der Rückkehr von Stevens auf die VfB-Trainerbank am 25. November holten die Schwaben in elf Partien gerade einmal zehn Punkte (zwei Siege, vier Unentschieden) und treten im Kampf gegen den Abstieg auf der Stelle. Nach sieben Spielen ohne Sieg in Serie beträgt der Rückstand auf das rettende Ufer bereits fünf Zähler.
Zorniger, Magath oder doch Slomka?
Und so waberte auch am Samstag wieder der Name des kürzlich bei Zweitligist RB Leipzig entlassenen Alexander Zorniger durchs Stadion. Bereits in der abgelaufenen Woche war in den Stuttgarter Medien über den einstigen VfB-Assistenztrainer als möglicher Stevens-Nachfolger spekuliert worden. Für zusätzliche Würze in der Gerüchteküche sorgen die Herren Jos Luhukay, Felix Magath, Mirko Slomka oder Hans Meyer.
Zumindest die Stuttgarter Mannschaft brach am Samstag eine Lanze für ihren umstrittenen Coach. Dem engagierten Auftritt in der niedersächsischen Landeshauptstadt ließ Kapitän Christian Gentner ein klares Bekenntnis folgen. "Wir würden den Abstiegskampf gerne weiter mit Huub Stevens bestreiten und bestehen", sagte der Mittelfeldspieler. Gentner hatte den VfB in Führung (52.) gebracht, ehe Hannover durch Lars Stindl (70.) in einer insgesamt schwachen Bundesliga-Partie noch ausglich.
Spiel gegen Hertha wird "Big-Point"
Und so kommt dem Spiel gegen die Berliner, bei dem Martin Harnik nach seiner Roten Karte nach einem Gerangel mit Stindl (Gelb-Rot) fehlen wird, für die Stuttgarter eine fast schon finale Bedeutung zu. "Das wird ein Big-Point-Spiel keine Frage. Berlin hat als direkter Konkurrent am Wochenende gewonnen. Die müssen wir wieder an uns heranziehen", sagte Dutt. Ob Stevens dann noch dabei ist, steht in den Sternen - zumal Dutt für Sonntag eine interne Analyse mit dem Niederländer ankündigte.
Auch bei Hannover sorgte das 1:1 für lange Gesichter. Die Mannschaft von Trainer Tayfun Korkut wartet in diesem Jahr ebenfalls noch auf einen Dreier und blieb zuletzt sieben Spiele ohne Sieg. "Die Situation ist schwierig und auch nicht ungefährlich", sagte 96-Manager Dirk Dufner mit Blick auf die schweren Aufgaben in den kommenden Wochen (Bayern, Gladbach, Dortmund). Angesichts des schmelzenden Vorsprungs auf die Abstiegsränge wächst allmählich der Druck - auch auf Coach Korkut.
Video: Drei BVB-Stars nach Italien?
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung