Taktik-Check: BVB gern der Underdog

Wenn Borussia Dortmund am Samstag (ab 18:30 Uhr im Liveticker) den FC Bayern empfängt, kommt es zum Topspiel – auch wenn sich die Vorzeichen geändert haben. Tabellarisch besteht ein großer Abstand zwischen den Klubs. Dennoch ist der BVB keineswegs chancenlos – was nicht zuletzt an eben dieser veränderten Ausgangslage liegt. Eurosport.yahoo.de analysiert die Chancen des BVB.

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"Wir können den Bayern ein bisschen das Feld überlassen und dann geht es los mit unseren schnellen Leuten: Zack, zack, Tor." So einfach, wie es Oliver Kirch im vereinseigenen BVB-TV beschrieb, wird es für Borussia Dortmund im Spiel gegen den FC Bayern (Samstag ab 18:30 Uhr im Liveticker auf eurosport.yahoo.de) nicht gehen.
Dennoch steckt viel Wahres hinter den Worten des defensiven Mittelfeldspielers, der zuletzt immer wieder als Rechtsverteidiger aushelfen musste. Denn die Borussia befindet sich vor dem Duell mit dem Rekordmeister in einer Ausgangslage, in der er sich noch immer am wohlsten fühlt: Der BVB ist Außenseiter.
Ohne Last in die Paradedisziplinen
Diese Rolle liegt dem BVB. Anders als der Großteil der restlichen Bundesliga-Mannschaften werden die Münchener nicht abwartend agieren und den Schwarzgelben den Ball überlassen. Mit solch einer Spielweise hatte das Team von Jürgen Klopp in der laufenden Saison zwar teilweise extreme Probleme, jedoch ist dieser Stil weder mit der Philosophie Guardiolas noch mit dem vorhandenen Spielermaterial der Bayern vereinbar.
Für den BVB bedeutet dies die Befreiung von einer Last – und die Fokussierung auf die großen Stärken, welche Pressing und Umschaltspiel heißen. Wie kaum ein anderes Team in Europa vermag es der BVB an guten Tagen, mit perfekt aufeinander abgestimmten Laufwegen das Aufbauspiel des Gegners zu unterbinden. Dies führt zu Ballgewinnen, nach denen blitzschnell über die antrittsstarken Offensivakteure umgeschaltet werden kann.
Die veränderte Spieldynamik…
Dass bei Bayern mit Franck Ribéry, Arjen Robben und David Alaba drei Schlüsselspieler ausfallen, verändert die grundsätzliche Dynamik im Spiel des Rekordmeisters. "Wir blenden die Aufstellung des Gegners natürlich nicht aus. Es fehlen die drei schnellsten Spieler, man muss sich auf ein anderes Bayern einstellen", sagte Klopp im Pressegespräch vor der Partie.
Ohne die sprintstarken Einzelkönner auf den Flügeln wird sich das Spiel der Münchener wohl noch stärker auf das Zentrum fokussieren. So dürfte es in der Regel lange Kombinationen mit vielen kurzen Pässen zu sehen geben, ehe die Bayern in den Bereich vor dem Dortmunder Tor gelangen.
… könnte dem BVB in die Karten spielen
Dies bietet dem BVB theoretisch höhere Chancen auf Ballgewinne in aussichtsreichen Positionen. In der Praxis muss dabei gewährleistet sein, dass die Abstände zwischen den einzelnen Spielern möglichst klein sind, um stets Überzahl in Ballnähe schaffen zu können und den Gegner so unter Druck zu setzen.
Damit dies gelingt, ist es vorteilhaft, mit einer hoch stehenden Abwehrreihe zu spielen – denn neben den horizontalen spielen auch die vertikalen Abstände eine Rolle. Eine aufgerückte Viererkette bietet in der Regel die Gefahr, dass schnelle Spieler mit Schnittstellenpässen in Laufduelle geschickt werden können – gegen Robben und Ribéry eine denkbar unangenehme Situation. Weil die Tempo-Könige der Bayern jedoch fehlen, ist diese Gefahr deutlich weniger präsent.
Die Mischung macht´s
So könnte Klopp sein Team also anweisen, immer wieder Phasen einzustreuen, in denen der Gegner sehr weit vorne angelaufen wird. Im Idealfall gelingen dem BVB so einige Ballgewinne, bei denen der Weg zum gegnerischen Tor klein ist. Positiver Nebeneffekt: Je höher der Ball gewonnen wird, desto weniger Gegenspieler verbleiben in der Regel auf dem Weg zu Manuel Neuer.
Weil diese Spielweise jedoch sehr intensiv in puncto Kraft, Konzentration und Kommunikation ist, könnten sich die Schwarzgelben phasenweise auch weiter zurückziehen. Aus einer tieferen und passiveren Haltung heraus könnte man den FCB anlocken und dann die großen Räume hinter der Viererkette nutzen – hier sind besonders Aubameyangs Fähigkeiten gefragt.
Die Tabelle mag zwar etwas anderes aussagen, doch Dortmund ist keineswegs chancenlos. Mats Hummels sagte zuletzt im kicker, dass man früher einen guten Tag gebraucht habe, um Bayern zu schlagen. Aktuell sei jedoch ein "sehr guter Tag" nötig. Erwischt die Borussia so einen, stehen die Chancen auf einen Dreier gut. Und vielleicht geht es dann doch ganz einfach: "Zack, zack, Tor".
Video: #SotipptderBoss: Niederlage für BVB
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