Werder Bremen ist das Team der Stunde in der Bundesliga

Nicht der FC Bayern ist das Team der Stunde in der Bundesliga, auch nicht Borussia Dortmund. Es ist Nordlicht Werder Bremen, das in dieser Phase der Saison am hellsten glänzt. Trainer Florian Kohfeldt bringt Experten und Fans ins Schwärmen und seine Mannschaft peu à peu aus dem Tabellenkeller. Der 35-Jährige hat den Fußball zurück an die Weser gebracht.

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Werder Bremen gleicht wieder einem Verein, der vermehrt als Favorit denn als Underdog in die Duelle mit der Konkurrenz geht.
Dabei sah es zu Saisonbeginn alles andere als rosig aus. Werder entwickelte sich neben dem 1. FC Köln zum Abstiegskandidaten Nummer eins. Bis zum 12. Spieltag verbuchten die Bremer lediglich fünf Zähler, konnten nicht einen einzigen Sieg verbuchen.
Bremen wankte und taumelte dem ersten Abstieg seit der Saison 1979/80 entgegen. Tabellenplatz 17 und die Trainerentlassung von Alexander Nouri waren die Folge.

"Der beste Fußball mit den Bayern"

Nachdem die Bremer Verantwortlichen die Reißleine gezogen und Nouri vor die Tür gesetzt hatten, holten sie Florian Kohfeldt ins Werder-Abstiegsboot. Dieser startete mit einer Niederlage, manövrierte seine Mannschaft jedoch langsam, aber sicher in seichtere Gewässer.
Mit einem 4:0 über Hannover blies Bremen ein Spiel später zur Aufholjagd. Seither holten die Norddeutschen 18 Punkte, verabschieden sich allmählich aus dem Abstiegskampf.
"Sky"-Experte Dietmar Hamann sagte zuletzt:
Für diesen Höhenflug sind gleich mehrere Faktoren entscheidend. Kohfeldt stellte die taktische Formation um, drehte das Spiel von Bollwerk- auf Angriffsfußball. Werder tritt mit einer anderen Art und Weise auf, übernimmt mehr die Initiative, als dass es sich hinten versteckt und ausnahmslos auf Konterchancen hofft.
Die Bremer bespielen ihre Gegner – sogar beim FC Bayern (2:4 nach 1:0-Führung und 2:2-Ausgleich) agierten sie mutig und mit Willensstärke.

Werder Bremen: "Unterschiedspieler" Kruse

Bremen agiert mit breiter Brust, traut sich Kombinationsfußball zu und holt sich so den Erfolg zurück. Kohfeldts Elf wählt mutiges Vertikalspiel, vertieft das Spiel zudem vermehrt über die Flügel.
Im Aufbau tritt vor allem Max Kruse als Zielspieler in Erscheinung, verteilt den Ball nach Zuspiel auf die Außenpositionen und schaltet sich anschließend selbst wieder im Sturmzentrum ein. Freiburg-Trainer Christian Streich äußerte sich vor dem direkten Duell (am Samstag um 15:30 Uhr im Liveticker bei Eurosport.de) über den Bremer Stürmer:
Kruse selbst zeigt sich angetan vom neuen Bremer Stil:
Nicht nur Kruse kommt diese Taktart entgegen, auch andere Akteure trauten sich zuletzt aus der Deckung, wussten in den letzten Spielen durchaus zu überzeugen.
Einer dieser Spieler ist der US-Amerikaner Aron Jóhannsson. In der Saison 2015/16 vom AZ Alkmaar gekommen, landete der Angreifer schnell auf dem Abstellgleis, wurde bereits als Fehleinkauf abgestempelt. Doch unter Kohfeldt lebt Jóhannsson auf, zeigt fußballerische Qualität und ist mittlerweile ein wichtiges Mosaik im erfolgreichen Werder-Fußball.

Bremen mit sattelfester Defensive

Nicht nur die Offensive ist Schmuckstück der Bremer, auch die Defensive entwickelte sich unter Kohfeldt prächtig. Allen voran dank Jiri Pavlenka ist sie zu einem sattelfesten Gerüst gewachsen. Der Keeper ist mit einer Quote von 73,6 Prozent abgewehrter Schüsse stärkster Torwart der Liga. Lediglich 15 Mal in zwölf Partien musste Pavlenka in der Kohfeldt-Zeit hinter sich greifen: ein eindrucksvoller Wert.
Sowohl in der Offensive als auch in der Defensive läuft es bei Werder rund. Aus den jüngsten drei Partien holten die Bremer starke sieben Zähler. Dennoch mahnt der Coach zur Vorsicht: "Wir sind weiter mittendrin im Abstiegskampf und dürfen nicht nur einen Hauch nachlassen."
Für den 35-Jährigen soll es strukturiert und step by step gehen, damit der Klassenerhalt erreicht wird. In der "Kohfeldt-Tabelle" stehen die Bremer auf dem fünften Rang. Bleibt der Trainer seiner Marschroute treu, ist das Erreichen des Primärziels nur noch eine Frage der Zeit.
Alles andere ist Bonus – Europa-Platz sechs liegt aktuell elf Punkte entfernt...
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