10. Bundesliga-Spieltag: 9 Dinge, die auffielen - Bayern-Millenium, BVB-Turbo und Wolfsburg-Rätsel

Am 10. Spieltag der Bundesliga fahren die Bayern den 1000. Sieg ein. Der Abstand zur Konkurrenz ist groß - deren Ehrfurcht auch. Wenigstens das Duell um die Torjägerkrone bleibt spannend. BVB-Star Pierre-Emerick Aubameyang sei dank. Und der selbst erklärte Bayern-Jäger Wolfsburg? Wieder nur Gähn-Fußball. Dafür jagt Gladbachs Interimscoach André Schubert den Startrekord.

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1. Die Millenium-Bayern geben Anschauungsunterricht

Vor der Saison forderte BVB-Boss Hans-Joachim Watzke von allen Klubs mehr Mut gegen die Bayern. Spätestens nach dem 1000. Sieg des deutschen Rekordmeisters aber ist klar: die Unterwürfigkeit der Konkurrenz ist noch größer geworden. Nach der 0:4-Pleite gegen die makellosen Bayern drückte Kölns normalerweise extrem ehrgeiziger Keeper Timo Horn seine Faszination und Ehrfurcht wie folgt aus:

2. BVB-Toptorjäer Pierre-Emerick Aubameyang jagt Robert Lewandowski

Die 1:5-Demontage bei den Bayern ist endgültig abgehakt. Der BVB-Turbo zündet wieder - und das hat vor allem einen Grund: Pierre-Emerick Aubameyang. Beim überzeugenden 5:1 gegen Schlusslicht Augsburg markierte der Gabuner seine Ligatore 11 bis 13. Damit zog er mit Bayern-Star Robert Lewandowski gleich. In 17 Pflichtspielen hat "Auba" jetzt sogar bereits 20 Mal getroffen. Da auch sein Kumpel Marco Reus mit einem Doppelpack die persönliche Torflaute beendet hat, ist die BVB-Bilanz absolut sehenswert: 14 Siege in 18 Pflichtspielen, dabei immerhin elfmal mindestens drei Tore erzielt - Chapeau.

3. Gladbachs Interimscoach André Schubert jagt Startrekord

Langsam gehen Sportdirektor Max Eberl die Argumente aus. Die vermeintliche Übergangslösung André Schubert coachte die Fohlen durch das 3:1 gegen Schalke 04 bereits zum fünften Sieg im fünften Liga-Spiel. Nur der ehemalige VfB-Coach Willi Entenmann war Mitte der 80er-Jahre nach seiner Amtsübernahme mit sechs Erfolgen in Serie noch erfolgreicher. Schubert bleibt bescheiden - und macht lieber seine Spieler besser. Zum Beispiel Raffael, der unter ihm vier Tore und fünf Assists schaffte und vorher ohne Scorerpunkt war. Am Mittwoch können die Gladbacher im DFB-Pokal auf Schalke nachlegen. Wir stellen jetzt schon fest: Schubert kann auch Chefcoach in der Bundesliga.

4. Der VfL Wolfsburg rätselt über die geballte Harmlosigkeit in der Offensive

Ok - 1:0 beim Aufsteiger Darmstadt gewonnen und damit auch die dritte Partie innerhalb einer Woche siegreich beendet, aber das Wie wirft viele Fragen auf beim selbst erklärten Bayern-Jäger VfL Wolfsburg. Viel Krampf, kaum Kreativität und hinten das Sicherheitsrisiko Dante. Auch die beiden Weltmeister Julian Draxler und André Schürrle sind von der Rolle. Vor dem Pokal-Kracher am Dienstag gegen die Startrekord-Bayern macht sich der Titelverteidiger mit Worten Mut. "Natürlich wollen wir den Pokal verteidigen", tönte Wolfsburgs Sportdirektor Klaus Allofs. Man wird ja wohl noch träumen dürfen.

5. Aufgepasst, Herr Zorniger! Alternativlos war gestern

Die offensive Ausrichtung seiner Mannschaft sei alternativlos, predigt VfB-Coach Alex Zorniger in schöner Regelmäßigkeit und wird immer zorniger, wenn Skeptiker seine Strategie doch in Frage stellen. Beim 3.4 in Leverkusen reichten selbst drei eigene Treffer nicht zum dritten Saisonsieg. Mit 23 Gegentoren sind die Schwaben die Schießbude der Liga. Die defensive Anfälligkeit muss schleunigst abgelegt werden. Ralf Rangnick, bei RB Leipzig einst Chef von Zorniger, prophezeite vor dessen Bundesliga-Debüt in Stuttgart: Wenn er seine Sturheit nicht ablegt, könnte es ein kurzes Intermezzo werden.

6. Coach Gisdol kann Hoffenheims Blockade nicht lösen

Nach dem schwachen Auftritt beim 0:1 gegen den HSV ist klar: Mit Coach Markus Gisdol geht es nicht mehr. Schon zum zweiten Mal innerhalb einer Woche lud TSG-Gesellschafter Dietmar Hopp zu einem Krisentreffen ein - ohne Gisdol. Sechs magere Pünktchen nach zehn Spieltagen, noch kein Heimsieg und die zweitschwächste Abwehr der Liga sind besorgniserregend. Der Trainer kann die Blockade der Mannschaft nicht lösen und steht vor dem Aus. Geschäftsführer Peter Rettig bekam die Folgen der Krise bereits unangenehm zu spüren und muss den Tabellenvorletzten mit sofortiger Wirkung verlassen.

7. Minimalismus ist die neue Erfolgsformel der Hertha

Effizienz schlägt Spektakel-Fußball. Zum sechsten Mal schaffen die Berliner nur ein Tor in dieser Spielzeit. Coach Pal Dardai ist's egal. Durch das 1:0 bei Neuling Ingolstadt schraubte die Hertha ihr Punktekonto auf 17 Zähler und setzt sich erstmal oben fest. Matchwinner war Ex-Bayern-Profi Mitchell Weiser, der in München trotz seines Reservistendaseins einiges in Sachen Effizienz gelernt hat.

8. Werders Lebensversicherung heißt Ujah - nicht Pizarro

Nach fünf Pleiten in Serie rettete Sturmsolist Anthony Ujah seinem Coach Viktor Skripnik erstmal den Job. Der Nigerianer traf beim 3:1 in Mainz doppelt - seine Saisontore drei und vier. Der Neuzugang aus Köln hat Rückkehrer Claudia Pizarro bis jetzt klar den Rang abgelaufen. Der 37 Jahre Publikumsliebling stand erst einmal in der Startformation. Seine Bilanz: Eine Vorlage. Da muss wesentlich mehr kommen.

9. Bei der Eintracht stimmt die Einstellung wieder

Nach der 1:5-Klatsche zuhaue gegen Gladbach gingen zahlreiche Eintracht-Anhänger auf die Barrikaden. Allen voran der Fanklub "Since 1899", der die Profis in einem offenen Brief unmissverständlich zu mehr Einsatz aufforderte. Die Botschaft kam an. In ungewohnten gelben Auswärtstrikots stoppten die Frankfurter beim 2:1 in Hannover den Abwärtstrend - dank Marc Stendera. Auch der Doppelpack des 19-Jährigen hat mit neuer Einstellung zu tun. Coach Armin Veh verordnete ihm, die Ernährung umzustellen. Der U20-Nationalspieler verlor ein paar Kilo, gewann an Spritzigkeit und die Eintracht fuhr den dritten Saison-Dreier ein.
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