4. Spieltag der Bundesliga: 8 Dinge, die auffielen - Coolness, Ambitionen und Ballerlaune

Am vierten Bundesliga-Spieltag präsentiert sich der BVB erneut von seiner besten Seite. Das aber war längst nicht alles an diesem Wochenende: Bayer Leverkusen bestätigt sich mal wieder selbst, die Eintracht zelebriert eine Offensiv-Gala, ein Verteidiger erlebt einen Tag zum Vergessen und ein Schiedsrichter verdient sich Respekt.

Eurosport

Fotocredit: Eurosport

1. BVB: Zurück zur Coolness

Durch den 4:2-Sieg bei Hannover 96 baute Borussia Dortmund seinen Traumstart auf vier Siege in vier Spielen (bei einer Tordifferenz von 15:3) aus. Noch nie gelang ein besserer Saison-Auftakt. Rekord! Auffällig: Die Mannschaft von Thomas Tuchel ließ sich trotz des zwischenzeitlichen 0:1-Rückstands und 2:2-Ausgleichs nicht aus der Ruhe bringen und dominierte das Spiel weiterhin nach Belieben. So präsentiert sich eine Spitzenmannschaft!

2. Bayer 04 bestätigt sich selbst - Leverkusen ist und bleibt bestenfalls "Vize-Kusen"

Leverkusen unterliegt Darmstadt. Was vor einigen Jahren noch ein blamables Pokal-Aus bedeutet hätte, wurde am vierten Spieltag der Bundesliga Realität. Die Mannschaft von Roger Schmidt präsentierte sich von ihrer schwächsten Seite und war nicht in der Lage, den Abwehrriegel der Lilien zu knacken. Trainer Roger Schmidt in gewohnt milder Art: "Sicherlich haben wir ein paar Chancen kreiert, aber mit zunehmender Spieldauer hat uns Darmstadt den Zahn gezogen, und wir haben die Nerven verloren." Fakt ist: Leverkusen kann man durch solche Auftritte weiterhin nicht in einem Atemzug mit Titel-Kandidaten nennen. Denn wer zuhause gegen Darmstadt verliert, ist von der Meisterschaft so weit entfernt wie der FC Bayern vom Abstieg!

3. Stürmische Eintracht: Alle Angreifer in Ballerlaune

4:1 nach 29 Minuten. Wahnsinn! Die Eintracht ballerte den 1.FC Köln förmlich aus der Arena. Die Rheinländer hatten der hessischen Sturmreihe um den wiedergenesenen Alexander Meier, der bei seinem Debüt gleich drei Mal einnetzte, nichts entgegen zu setzen. Seine Sturmpartner Luc Castaignos (zwei Treffer) und Haris Seferovic (ein Tor) gaben der Mannschaft von Peter Stöger den Rest. Eintracht-Trainer Armin Veh konnte das Meier-Comeback selbst nicht fassen:

4. Felipe: Des Gegners 12. Mann

Es gibt so Tage als Fußballer, da wäre man lieber im Bett geblieben. Hannovers Innenverteiger Felipe avancierte bei der 2:4-Heimniederlage gegen Borussia Dortmund zum 12. Mann für die Schwarz-Gelben. Zunächst verursachte er einen Elfmeter, grätschte dann eine scharfe Flanke von Matthias Ginter ins eigene Tor, um dann später noch in Torwart-Manier einen Dortmunder Angriff per Hand im Strafraum zu klären. Trost der Mitspieler gab es reichlich. Es gäbe "niemanden in der Mannschaft, der ihm nun den Kopf abreißt", sagte Nationaltorhüter Ron-Robert Zieler, "solche Dinge passieren im Fußball". Ein gebrauchter Tag für den Brasilianer!

5. Schwäbischer Sturzflug ins Geschichtsbuch

Verloren und doch eine neue Bestmarke gesetzt - wenn auch im negativen Sinn. Vier Niederlagen in den ersten vier Spielen, so schlecht ist der VfB Stuttgart noch nie in eine Bundesliga-Saison gestartet. Beim VfB läuft es derzeit alles andere als rund. Groß war die Erwartungshaltung vor der Saison – und "groß ist jetzt die Fallhöhe", wie auch Trainer Alexander Zorniger nach dem Spiel feststellte. Manager Robin Dutt zeigte sich noch vorsichtiger: "Unser Motor stottert noch ein wenig, aber wir werden ihn nicht austauschen", sagte Dutt. Trotzdem muss der VfB langsam in die Gänge kommen!

6. Wolfsburg verliert die Torgarantie

Der VfL Wolfsburg um die Neuzugänge Julian Draxler und Dante mühte sich beim Aufsteiger FC Ingolstadt zu einem 0:0-Unentschieden und ließ damit ein Garantie-Siegel auslaufen: Spiele mit Beteiligung der Mannschaft von Dieter Hecking garantierten zuletzt immer Tore - bis zu diesem Auswärtsspiel. Damit riss eine Serie von 102 Spielen mit mindestens einem Treffer - zuletzt spielten die Wölfe am 12. September 2012 beim FC Augsburg 0:0.

7. Gladbach: Das Problem sitzt tiefer

Die Fohlen machen den absoluten Fehlstart mit der 0:3-Heimniederlage gegen den HSV perfekt. Vier Niederlagen am Stück hatte es für Mönchengladbach zu Saisonbeginn bisher noch nie gegeben. "Wir spielen viel zu kompliziert. Das ist zu leicht für den Gegner. Ich habe schon vorher gewarnt, dass es eine extrem schwere Saison für uns wird", sagte ein konsternierter Lucien Favre. Defensiv präsentierte sich die Borussia anfällig, offensiv kreierten Raffael & Co. keine echte Torchance gegen einen defensiv nicht gerade sattelfesten HSV. Und nun steht die Champions-League-Premiere vor der Tür. Die Vorfreude dürfte sich in Grenzen halten.

8. Selbstkritischer Schiedsrichter

Es war der Aufreger des Spiels. Und einer mit Folgen. Die mutig aufspielenden Augsburger wurden durch eine Fehlentscheidung von Schiedsrichter Knut Kircher um den zweiten Saisonpunkt gebracht. Auf dem Feld hatte der Unparteiische kurz nach Schlusspfiff noch versucht, die aufgebrachten Augsburger zu beruhigen. Wenig später konnte er sich nur noch entschuldigen. "Wir sind als Schiedsrichter Menschen und machen Fehler", sagte der einstige Fifa-Referee. "Wenn man das im Nachhinein so sieht und wahrnimmt, bricht einem kein Zacken aus der Krone, 'Sorry!' zu sagen." Respekt!
Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung