"Herbstdepression" an der Weser: Werder Bremen und Viktor Skripnik nach fünf Niederlagen unter Druck

Kaum fallen die Blätter rund ums Weserstadion, ist die "Herbstdepression" bei Werder Bremen wieder da. Nach fünf Niederlagen in Serie, einem Wutausbruch von Trainer Viktor Skripnik und einem erneuten Millionen-Loch in der Vereinskasse braucht der Klub von der Weser dringlichst einen Hoffnungsschimmer. Die Euphorie ist verflogen, Skripnik unter Druck.

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"Viktor weiß, dass er die volle Rückendeckung von uns hat", sagte Sportchef Thomas Eichin vor dem Bundesliga-Spiel beim FSV Mainz 05 am Samstag (ab 15:30 Uhr im Liveticker) und wies weitere Fragen zur Personalie des Ukrainers entschieden zurück. Es gebe keine Diskussionen um den Trainer: "Feierabend."
Skripnik, der im vergangenen Oktober - zur Zeit der letzten Bremer Krise - Robin Dutt abgelöst hatte, durchlebt seine erste schwierige Phase als Bundesliga-Chefcoach. In der vergangenen Saison als Impulsgeber gefeiert, präsentierte sich das Bremer Urgestein zuletzt nach der 0:1-Niederlage gegen Bayern München dünnhäutig. Eichin bestellte den emotionalen und authentischen Fußballlehrer daraufhin zum Rapport.
Werder ist auf den 16. Tabellenplatz abgerutscht. Der letzte Sieg gelang den Bremern am 13. September bei 1899 Hoffenheim (3:1). "Natürlich haben wir eine unangenehme Serie, aber wir sind positiv. Wir haben die Kraft und die Qualität, Mainz zu schlagen", sagte Skripnik und blickte dabei entschlossen drein: "Die Mannschaft beißt und quält sich. Ich bin fest davon überzeugt, dass die Mannschaft lebt."

Finanzsorgen

Gleichermaßen optimistisch zeigen sich die Hanseaten bezüglich ihrer Finanzen, die inzwischen schon fast traditionell in der dritten Jahreszeit für trübe Laune sorgen. Das neueste Defizit beläuft sich nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung zum Stichtag 30. Juni 2015 auf sechs Millionen Euro. Die exakte Zahl soll auf der Mitgliederversammlung am 16. November verkündet werden.
"Es ist doch klar, dass wir hier nicht auf einmal mit Millionenbeträgen rausgehen", beschwichtigte Eichin am Donnerstag: "Wir haben einen Kurs, der abgestimmt ist und durchgezogen wird. Wir haben alles im Griff." Unterstützung erhielt der Manager von Klaus Filbry, dem Vorsitzenden der Geschäftsführung. Werder habe schon im Sommer darauf hingewiesen, dass der Klub die Saison voraussichtlich mit einem Minus abschließen werde, erklärte er.

Werders Fehlbetrag

"Wir streben nach wie vor an, den schmerzhaften Prozess, den wir ohne die Teilnahme an den internationalen Wettbewerben durchlaufen mussten, in der laufenden Saison abzuschließen", meinte Filbry ergänzend. Da derzeit nicht von erheblichen Mehreinahmen durch sportliche Erfolge auszugehen ist, erscheinen auch Spielerverkäufe möglich, um zumindest in die Nähe der "Schwarzen Null" vorzudringen. Ein Ziel, das Werder in den vergangenen Jahren stets deutlich verpasste.
Schulden hat der einstige Champions-League-Dauergast zwar noch nicht, das Eigenkapital von einst knapp 60 Millionen Euro ist aber fast aufgebraucht. Werder hatte im Geschäftsjahr 2011/12 einen Rekordverlust von 13,9 Millionen Euro ausgewiesen. In den folgenden Jahren belief sich der Fehlbetrag auf 7,9 Millionen und 9,8 Millionen.
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