Mats Hummels will von Borussia Dortmund zurück zum FC Bayern München wechseln

Mats Hummels kehrt zum FC Bayern München zurück – soviel ist mit der Ad-hoc-Mitteilung von Borussia Dortmund am Donnerstag klar. Beim Wechsel des Innenverteidigers in die alte Heimat geht es nur noch um letzte Ablösemodalitäten, vielleicht auch um Mario Götze. Auch wenn es die BVB-Fans ärgert: Damit kommt wieder zusammen, was zusammen gehört.

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“Mats Hummels möchte BVB verlassen.” So steht es seit Donnerstag Gelb auf Schwarz auf bvb.de, der Homepage von Borussia Dortmund.
Der 27-Jährige hat sich entschieden: Er will zum FC Bayern München zurück, der börsennotierte Verein musste mit einer Ad-hoc-Mitteilung auf diese Entscheidung reagieren, da ein Wechsel kursrelevant wäre.
Hummels hat wieder Lust auf den Verein, dem er schon zwischen 1995 und 2008 seine Kindheit und Jugend widmete, der ihn ausbildete und prägte. Dem Verein, in dessen Bettwäsche er als Kind schlief.
Dem Verein, wegen dem er als Jugendlicher den 23. Mai 2001 als den besten Tag seines Lebens angab – der Tag des Champions-League-Sieges der Kahns, Effenbergs und Scholls in Mailand. Seiner damaligen Idole.

BVB hat nichts mehr entgegen zu setzen

Dortmund hatte den Argumenten der Bayern am Ende nichts mehr entgegen zu setzen. Sportlich spricht für den FCB, dass Hummels dort die deutlich validere Chance hat, mal die Champions League zu gewinnen, was ihm 2013 mit Dortmund nicht vergönnt war.
Dazu kommt das Bedürfnis, es bei und mit den Bayern im zweiten Anlauf nochmal allen zeigen zu wollen, nachdem ihn der FCB mit Trainer Jürgen Klinsmann 2008 für fünf Millionen Euro hatte gehen lassen, weil er ihm einen gewissen Breno vorzog.
Nach Jahren, in denen Hummels voller Gram nach München blickte, sauer war, dass sie ihn abgeschoben hatten, hat sich im letzten Jahr etwas getan: Der 27-Jährige bekam offensichtlich eine nie da gewesene Wertschätzung von Bayern-Seite mitgeteilt, zuletzt dann auch ein handfestes, dem Vernehmen nach äußerst lukratives Vier-Jahres-Angebot, dem er nun nachgab.

Kampf um Mats Hummels ist verloren

Es passt eben auch gut. Zuletzt musste selbst BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke beim “Audi Star Talk” zugeben, dass Hummels “mit dem Klub noch nicht fertig ist”. Persönlich spricht für München, dass Hummels dort seinen Familienmittelpunkt hat – ein angenehmer Begleiteffekt, wenn auch nicht allein ausschlaggebend. Watzke sagte:
Der Kampf um Hummels ist für Dortmund nun offiziell verloren. Es geht aber noch, nicht ganz unwichtig, um die Umstände, ergo Bares. Der Vertrag des Innenverteidigers läuft noch bis 2017, 14 Monate, die sich der BVB einiges kosten lassen will.

Manuel Neuer als Ablösereferenz

In Börsendeutsch ausgedrückt, erwartet Dortmund “ein dem außerordentlichen fußballerischen und sonstigen Stellenwert des Spielers entsprechendes, äußerst werthaltiges Angebot”.
Manuel Neuer gilt hier als Referenz: Für den damals 25 Jahre alten Torhüter zahlte Bayern 2011 in absolut identischer Situation ein Jahr vor Vertragsende satte 30 Millionen Euro Ablöse.
Drunter wird’s Dortmund nicht machen, mit seiner Forderung eher nahe an die 40 Millionen Euro gehen und damit mit Hummels einen “Gewinn” von 35 Millionen Euro machen.

Tausch mit Mario Götze wäre nachvollziehbar

Möglich ist auch weiterhin, dass es zum Tausch Hummels gegen Mario Götze kommt. Der Ex-Dortmunder ist in München weiterhin isoliert, gefrustet ob der menschlich kühlen Behandlung durch Pep Guardiola, bekommt keine klare Aussage über seine Zukunft, hat noch kein Gespräch mit Carlo Ancelotti geführt und lotet deshalb andere Optionen aus.
Sollte Bayern einem Tausch zustimmen, was verständlich wäre, will Dortmund wahrscheinlich aber dennoch ein paar Millionen Euro extra vom Tausch-Aggressor haben. Damit’s nicht gar so weh tut.
Bayern wiederum kann eine generöse Summe entbehren. Zu verlockend ist die Konstellation, den Konkurrenten BVB, der diese Saison wieder aufgekommen ist, erneut zu schwächen.
Zu günstig die Aussicht, mit Torhüter Neuer, Jérôme Boateng und Mats Hummels die komplette Kerndefensive der deutschen Nationalmannschaft in München zu versammeln.

Bayern will wieder mehr einheimisches Personal

Am Mittwoch beim Champions-League-Halbfinale bei Atlético Madrid standen in Neuer und Philipp Lahm tatsächlich nur zwei Deutsche in der Startelf – immer mal drin, aber prinzipiell nicht das, was sich der Klub vorstellt.
Dass die Bayern einen Innenverteidiger suchen, war spätestens seit der abermaligen Verletzung von Holger Badstuber klar, bei dem nach über drei Jahre andauernden Verletzungsepisoden das Vertrauen weg ist. Medhi Benatia gilt als Transferkandidat, Leihspieler Serdar Tasci wird wieder gehen.
Javi Martínez könnte dagegen unter Carlo Ancelotti, der zuletzt bei Real Madrid ein System mit zwei Sechsern bevorzugte, wieder ins Mittelfeld rücken. Dort sehen auch Joshua Kimmich und David Alaba trotz aller Polyvalenz ihr natürliches Habitat.
Es wird also so kommen: Hummels wieder im Bayern-Trikot. Ab Sommer. Das erste Spiel wird dann der DFL-Supercup sein, nach der EM. In Dortmund, gegen den BVB. Es geht gleich gut los.
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