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Schalke-Manager Horst Heldt platzt der Kragen: "Das ist Dreck"

Schalkes Heldt platzt der Kragen: "Das ist Dreck!"
Von SID

02/04/2016 um 19:36Aktualisiert 02/04/2016 um 19:38

Trainer André Breitenreiter hatte die Generalabrechnung mit seiner "Kindergarten"-Truppe gerade erst beendet, da setzte Manager Horst Heldt sogar noch einen drauf. "Das ist Dreck", sagte Heldt über die Leistung von Champions-League-Kandidat Schalke 04 beim peinlichen 0:3 (0:2) bei Aufsteiger FC Ingolstadt.

Während die Schanzer nach ihrem bislang höchsten Bundesliga-Sieg den Klassenerhalt fast sicher haben, verlor Schalke mit einem desolaten Auftritt Platz vier - und damit das Saisonziel wieder ein Stück weit aus den Augen. Und das eine Woche vor dem Derby gegen Erzrivale Borussia Dortmund am kommenden Sonntag sowie den Krachern beim FC Bayern und gegen Konkurrent Bayer Leverkusen.

Die Gästefans jagten ihre hilflosen Stars im Audi Sportpark mit einer an den verhassten Nachbarn gerichteten Tirade in die Kabine ("Sch... BVB!"), wo sie der Chef mit einer Standpauke empfing. "Das war für mich eine riesige Enttäuschung", sagte Breitenreiter, der bei ähnlichen Auftritten seiner Elf in den kommenden Wochen kaum eine Zukunft auf Schalke haben dürfte:

" Wir haben alles vermissen lassen. Biss, Herz, Einstellung zum Spiel."

Schalke ist "zu lieb"

Der Coach ging bei seiner Kritik ins Grundsätzliche. "Uns ist es bis heute nicht gelungen, Siegermentalität auf den Platz zu bekommen, gegen Widerstände zu arbeiten und 90 Minuten wachsam zu sein", sagte er. Jeder Einzelne müsse sich hinterfragen, ob er auch gegen "kleine" Gegner alles gebe.

Zwar stimme der Charakter der Mannschaft, meinte Breitenreiter in ruhigem Ton, seine "sauberen Jungs" seien aber mitunter "zu lieb". Es fehlten Führungsspieler, die mal ein Zeichen setzten.

" Wir haben fünf Gelbe Karten bekommen, vier sind in der Kategorie Kindergarten einzuordnen. Das können wir nicht gebrauchen!"

Heldt fordert ein anderes Gesicht im Derby

Ebensowenig wie die von Heldt "komplett unnötig" genannten Gegentore nach gutem Beginn. Moritz Hartmann (29., Foulelfmeter), Lukas Hinterseer (45.+2) und Dario Lezcano (65.) bestraften die teilweise eklatanten Fehler. Am Ende war es ein besseres Trainingsspiel für den FCI. "Ich bin sauer", sagte Heldt.

Auch er stellte das Gesamtgefüge der - von ihm zusammengestellten - Mannschaft in Frage, nahm Breitenreiter aber in Schutz. "Mir fehlte das Aufbäumen innerhalb der Truppe, das kann nicht immer von außen kommen", sagte er, "wir ergeben uns zu schnell in unser Schicksal".

Schalkes Hoffnung heißt jetzt ausgerechnet BVB. "Im Derby kann man ganz viel positive Stimmung zurückgewinnen", sagte Breitenreiter. Nur wie? Heldt weiß es.

" Wir müssen schleunigst ein anderes Gesicht zeigen, sonst werden wir gegen Dortmund keinen Blumentopf gewinnen."

Die Frage bleibt, ob Schalke dieses Gesicht überhaupt hat.

Schalke-Vorbild: Ingolstadt

Breitenreiter nannte den FCI als Vorbild. Die Schanzer erkämpften, erarbeiteten und erspielten sich bereits 36 Punkte. Mit dieser Bilanz - wohl gemerkt am Saisonende - stieg in den vergangenen 13 Jahren kein Team ab. "Das war ein riesengroßer Schritt", sagte Spielmacher Pascal Groß, "aber wir werden weiter kämpfen, bis es sicher ist".

Der nahezu beschäftigungslose Torhüter Ramazan Özcan meinte: "Wir haben noch ein Stück weit zu gehen. Die Art und Weise macht aber Mut und Hoffnung." So sehr, dass Abwehrspieler Danny da Costa pfeifend durch die Katakomben schlenderte und Trainer Ralph Hasenhüttl sagte: "Jeder, der mit dem FC Ingolstadt sympathisiert, kann stolz sein auf das, was passiert ist." Nicht nur gegen Schalke.