3 Dinge, die auffielen: Krake Roman Bürki, Dortmunder Torgeilheit, Slapstick-Gomez
Borussia Dortmund feierte in Wolfsburg das dritte Schützenfest in Folge und schoss die Wölfe im eigenen Stadion mit 5:1 ab. Die Effektivität der Westfalen beeindruckte erneut, Matchwinner ist beim BVB jedoch keiner der Torschützen, sondern Torverhinderer Roman Bürki. Leidtragender war Nationalstürmer Mario Gomez, der einen raabenschwarzen Tag erwischte. Drei Dinge, die auffielen.
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Bürki verdeckt defensive Schwächen
Das Ergebnis fiel am Ende deutlich aus. Nach dem 6:0 in Warschau und dem 6:0 zuhause gegen Darmstadt fegte der BVB auch den VfL Wolfsburg weg. 5:1 zeigte die Anzeigentafel in der VW-Arena nach 90 Minuten Scheibenschießen an.
Dass es so deutlich wurde, ist auf Seiten der Borussia besonders einem Mann zu verdanken: Roman Bürki. Der Schweizer machte sein bestes Spiel im Trikot der Borussia, wehrte sieben Großchancen ab und trieb die Wolfsburger Angreifer besonders zwischen der 30. und 50. Minute in den Wahnsinn.
Bei aller offensiven Klasse des Vizemeisters dürfte Trainer Thomas Tuchel diese Phase des Spiels übel aufgestoßen sein. Im defensiven Mittelfeld fehlte die Stabilität, die "Wölfe" konnten sich fast im Minutentakt und ohne große Anstrengung vor den Kasten der Borussia kombinieren, wo dann Bürki die Kohlen meisterhaft aus dem Feuer holte.
Der heimliche Matchwinner bilanzierte nach dem Spiel am "Sky"-Mikrofon:
Die Wolfsburger Offensivreihe hingegen wird glücklich sein, dass ihnen Bürki erst in 17 Spieltagen wieder den Tag vermiesen kann.
Beängstigende Effektivität des BVB
Wer hätte das gedacht? In der jüngeren erfolgreichen BVB-Vergangenheit unter Jürgen Klopp und auch in der letzten Saison unter Thomas Tuchel hakte es eigentlich immer an einer Statistik: der Chancenverwertung.
Reihenweise 100-prozentige Torchancen wurden vergeben, reihenweise Torpfosten und Latten wurden getroffen. Eine Lobeshymne auf die Effektivität der BVB-Stürmer? Äußerst selten.
In dieser Saison ist das anders. Vor der Partie in Wolfsburg wies Borussia Dortmund die beste Chancenverwertung der Liga auf (100%). Vor den Bayern, vor Leipzig, vor der Hertha. Die Quote dürfte sich nach dem 5:1 gegen die Niedersachsen nur geringfügig verschlechtert haben.
In Sachen Torabschlüsse stand es am Ende 15:10 für die Gastgeber, auf dem Spielberichtsbogen 5:1 für die Gäste. Alle zehn Schüsse der Dortmunder gingen auf das Tor der Wolfsburger, einzig Dembélés Versuch in der 60. Minute ging als vergebene Großchance durch.
In den letzten drei Pflichtspielen haben die Borussen nun 17 Tore erzielt, mussten nur ein einziges Gegentor hinnehmen. Zuletzt gab es so eine Torausbeute aus drei aufeinanderfolgenden Spielen 1982 (4:3 gegen Karlsruhe, 2:1 in Leverkusen und 11:1 gegen Arminia Bielefeld).
Gomez als Sinnbild für Wolfsburger Abschlussschwäche
Mario Gomez war der Frust über die eigene Leistung nach dem Spiel deutlich anzumerken. Als Torschützenkönig der türkischen Liga und neugeborener Heilsbringer in der Nationalmannschaft kam der Ex-Münchner in der Sommerpause zum VfL Wolfsburg, ein Tor ist ihm noch nicht gelungen. Viel schlimmer noch: Gegen die TSG 1899 Hoffenheim und den BVB vergab Gomez reihenweise beste Tormöglichkeiten.
Bezeichnend besonders eine Szene, die sich in der 50. Minute abspielte. Daniel Didavi dringt auf der rechten Seite in den Strafraum ein, gibt den Ball auf Höhe des Fünfers in die Mitte und findet am langen Pfosten Julian Draxler, der sofort abzieht. Bürki hat den Schuss im kurzen Eck, lässt ihn aber Gomez vor die Füße prallen, der es aus einem halben Meter fertig bringt, den Ball nicht im Tor unterzubringen und statt dessen am schon geschlagenen BVB-Keeper und vor allem sich selber zu scheitern.
"Ich kann es immer noch nicht glauben, ich will die Szene im Fernsehen sehen", so der Torjäger über den Slapstick-Moment des Spiels.
Gomez ist in seiner Karriere schon durch das eine oder andere Tiefe Tal gegangen, hat sich aber immer wieder zurückgemeldet. Dass ihm das auch in Wolfsburg gelingt, davon geht er aus:
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