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3 Dinge die bei BVB-Bayern auffielen: Götzes Coming-Out, Tuchel schlägt Ancelotti, Auba sticht Lewy
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Publiziert 19/11/2016 um 23:00 GMT+1 Uhr
Borussia Dortmund schlägt im Liga-Gipfel am 11. Spieltag der Bundesliga den FC Bayern mit 1:0. Mario Götze liefert im ersten Spiel gegen seinen Ex-Klub einen Moment, auf den man in Dortmund sehnlich gewartet hatte. Bayern-Coach Carlo Ancelotti lässt sich von Thomas Tuchel überrumpeln, das Duell der Torjäger zwischen Pierre-Emerick Aubameyang und Robert Lewandowski kennt nur einen Sieger.
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1. Götzes Coming-Out
Mit knallgelber Kapuze auf dem Kopf stand Mario Götze nach dem Abpfiff auf dem Rasen des Signal Iduna Parks. Das Lächeln bekam er nicht mehr aus dem Gesicht.
Alle in Dortmund hatten auf diesen einen Moment gewartet. Einen magischen, von denen Götze in früheren Zeiten so viele im Köcher hatte.
Das erste Spiel nach seiner Rückkehr gegen den alten Klub - den er in der Außenwahrnehmung als Gescheiterter verließ - drängte sich geradezu auf einen dieser „Ausgerechnet“-Augenblicke zu kreieren - und Götze lieferte.
In der elften Minute bekam er rechts im Strafraum den Ball. Mats Hummels, der im Sommer den entgegengesetzten Weg gewählt hatte, hieß das Hindernis, das es zu überwinden galt. Götze wartete, ganz so, wie es die großen Spieler tun. Irgendwann machte Hummels dann den entscheidenden Schritt, der ihm zum Verhängnis wurde.
Götze tunnelte den ehemaligen Teamkollegen und servierte Torjäger Pierre-Emerick Aubameyang den Siegtreffer auf dem Silbertablett. Seine erste direkte Torbeteiligung in der Bundesliga in dieser Saison. Der Bann war gebrochen.
Trainer Thomas Tuchel schwärmte:
Schon nach sieben Sekunden hatte sein Schützling zuvor das erste Zeichen gesetzt. Franck Ribéry bekam an der Seitenlinie zu spüren, dass Götze an diesem Abend über die Maßen gewillt war, seinem Ex-Arbeitgeber zu zeigen, welch Durchsetzungsvermögen in ihm steckt.
Gemeinsam mit Kumpel André Schürrle ackerte er auffällig viel in der Defensive, schmiss sich in jeden Zweikampf. Kurz nach der Halbzeit folgte er Thomas Müller bis auf die eigene Grundlinie und holte einen Abstoß heraus, nach 50 Minuten machte Joshua Kimmich Bekanntschaft mit den Stollen des 24-Jährigen.
Hinten rannte, kämpfte und grätschte er, vorne hatte er diesen einen Moment. Die 81.360 Menschen im Signal-Iduna Park sahen an diesem Abend nicht weniger als das "Coming-Out" des Mario Götze.
2. Tuchel überrumpelt Ancelotti
Wenn der FC Bayern auf Borussia Dortmund traf, sah man in der jüngsten Vergangenheit aus taktischer Sicht immer wieder Dinge, mit denen man so nicht unbedingt gerechnet hatte.
Zumeist entstammten diese Ideen dem kreativen Hirn von Pep Guardiola. Der ist bekanntlich mittlerweile in Manchester, sein Nachfolger Carlo Ancelotti tat dagegen genau das, was alle erwartet hatten.
Für den Überraschungseffekt sorgte stattdessen sein Dortmunder Gegenüber. Thomas Tuchel ließ sein Team auf dem Papier im 3-5-2 agieren.
Hatten die Bayern den Ball, entwickelte sich aus dieser Grundordnung ein 5-1-2-2. Vor der Fünferkette sortierte Julian Weigl die vor ihm ins Zentrum rückendenden Mario Götze und André Schürrle, in der Spitze agierten Pierre-Emerick Aubameyang und Adrian Ramos als Doppelspitze.
Dem BVB gelang es so sowohl die Außen (durch die Fünferkette) als auch durch die einrückenden und tief stehenden Götze und Schürrle, die Mitte zu schließen.
Zudem nahmen Ramos und Aubameyang die spielstarken Innenverteidiger Hummels und Jerome Boateng aus dem Spiel. Auf die gefährlichen Flankenbälle des Abwehrchefs warteten die Bayern-Anhänger vergeblich.
Ancelotti sagte nach der Partie:
In der Tat wurden die Bayern mit zunehmender Spieldauer zwar stärker, wirklich zwingend waren sie aber nur selten. Ancelotti hatte auf Tuchels Matchplan keine wirklichen Antworten.
Erst nach 58 Minuten reagierte der Italiener, brachte Douglas Costa für Kimmich und zog Thomas Müller ins Zentrum hinter Lewandowski. Dorthin wo er sich unter Guardiola noch so wohl gefühlt hatte.
Der Wechsel brachte sichtbar neue Impulse für das Bayern-Spiel, doch Tuchel hatte seinerseits eine Antwort parat. Nach langem Grübeln entschied er sich zunächst Erik Durm für Schürrle ins Spiel zu bringen, später folgte Castro für Götze. Der BVB brachte den Sieg über die Zeit.
Tuchel analysierte:
3. Auba sticht Lewy
Vielleicht hätte Robert Lewandowski einem Mann namens Peja eine Eintrittskarte besorgen sollen. Der Landsmann Lewandowskis ist Teil der Hip-Hop-Crew Slum Attacks und zählt zu den bekanntesten Rappern Polens.
Doch statt Peja hatte sich Gradur im Stadion eingefunden. Seines Zeichens Franzose, ebenfalls Rapper und offenbar ein so wichtiger Teil im Leben von Pierre-Emerick Aubameyang, dass ihm der BVB-Knipser seinen 12. Saisontreffer mit anschließendem Liegestütz-Jubel widmete.
Der Gabuner wirkte frisch, agil und topfit. Auch wenn er in der 70. Minute nach Fehler von Xabi Alonso frei vor Manuel Neuer ein wenig leichtfertig die Entscheidung vergab.
"Bei der zweiten Chance habe ich den Ball nicht gut mitgenommen und kontrolliert. Ich hätte mit rechts schießen sollen, mit links habe ich nicht präzise geschossen“, sagte Aubameyang.
Lewandowski dagegen plagte sich mit Schmerzen im Sprunggelenk herum. Nach einem Luft-Zweikampf mit Julian Weigl knickte Bayerns Stürmer unglücklich um und wurde nach gut einer Viertelstunde am Spielfeldrand behandelt. Eine frühe Auswechslung drohte.
Lewandowski biss auf die Zähne, lief aber auch die nächsten Minuten sichtlich unrund und rieb sich in vielen Zweikämpfen mit Dortmunds Sokratis aus.
Lewandowski ärgerte sich nach der Partie:
Als er dann in der Nachspielzeit nach Flanke von Hummels doch einmal zu einer dieser klaren Chancen kam und per Kopf nur knapp den Ausgleich verpasste, ertönte dann auch noch der Abseitspfiff.
Es war nicht der Tag des Polen, der im Kampf um die Torjägerkanone gegen Aubameyang und Kölns Anthony Modeste bereits mit fünf Toren im Hintertreffen liegt (12:7).
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