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Bundesliga-Prognose: FC Bayern im Titelkampf bedrängt, Leipzig schafft Europa, HSV steigt ab
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Publiziert 08/11/2016 um 16:01 GMT+1 Uhr
Zehn Bundesliga-Spieltage sind absolviert, die Tabelle wartet mit großen Überraschungen auf. Der FC Bayern München führt zwar, aber nicht souverän. RB Leipzig bewirbt sich für die Champions League, während Borussia Mönchengladbach und besonders der VfL Wolfsburg straucheln. Am Tabellenende sieht's düster aus für den Hamburger SV - diesmal endgültig. Vier Eurosport-Prognosen zum Saisonverlauf.
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Der spannendste Titelkampf seit 2007
Ist-Zustand: Bayern ist Erster. Oh Wunder. Der Eindruck, der nach penetranter Gewohnheit riecht, täuscht allerdings. Weniger stabil wirkt der Champion diesmal, noch ist nicht ersichtlich, welche Idee der neue Trainer Carlo Ancelotti zu vermitteln versucht. Bayern gewinnt öfter als die meisten anderen, aber die "Siege haben nicht mehr viel Souveränes und schon gar nichts Diktatorisches mehr an sich", konstatiert die "Süddeutsche Zeitung".
Eurosport-Prognose: Momentaufnahme oder Dauerzustand? Punktgleichheit an der Tabellenspitze nach zehn Spieltagen, das gab's letztmals 2009 mit Bayer Leverkusen und dem Hamburger SV (ja, tatsächlich). Viermal in Folge wurde Bayern überpünktlich Meister, das muss nicht so bleiben. Borussia Dortmund berappelt sich, und Ancelotti ist kein Liga-Experte; als Coach holte er "nur" drei nationale Meisterschaften. Einiges spricht für den spannendsten Titelkampf seit 2007, als sich der VfB Stuttgart gegen Schalke 04 und Werder Bremen behauptete. Stuttgart gegen Schalke und Bremen: vergilbte Zeiten.
Leipzig schafft die Champions League
Ist-Zustand: Das Tabellenbild sieht in etwa so aus, wie es Nostalgiker lange befürchteten. Unorganisch gewachsene - böser: künstlich gezüchtete - Vereine wie RB Leipzig und die TSG 1899 Hoffenheim breiten sich oben aus, während die sogenannten Traditionsklubs in Mittelfeld und Abstiegszone dahinvegetieren (so sie überhaupt in der Bundesliga spielen; Grüße aus Stuttgart). Aufsteiger Leipzig und Fast-Absteiger Hoffenheim gefallen mit strukturellem Fußball, ihre Trainer Ralph Hasenhüttl bzw. Julian Nagelsmann symbolisieren diesen Höhenflug.
Eurosport-Prognose: Momentaufnahme oder Dauerzustand? Leipzig überlegt, wie es sein kann, dass es so ist, wie es ist. "Ich hätte nicht gedacht, dass wir so in die Saison starten", sagt Timo Werner. Hoffenheim war mit einem 1:1 bei Bayern nicht restlos zufrieden, das zeugt von gesundem wie gesteigertem Selbstverständnis. Die Substanz für die Champions League hat (in dieser Saison) vor allem RB. Weil vermeintliche Top-Kaliber schwächeln, können die Sachsen durchstarten und in jedem Fall international einlaufen.
Es gibt keine Großen mehr
Ist-Zustand: Vizemeister Dortmund auf Rang fünf, die Champions-League-Teilnehmer Leverkusen (7.) und Borussia Mönchengladbach (11.) im Nirgendwo, der Patient FC Schalke 04 zumindest in der Regenerationsphase (12., nach fünf Pleiten zu Saisonbeginn), der hochambitionierte und -subventionierte VfL Wolfsburg auf einer mageren 14. Position. Dafür tummeln sich Hertha BSC (4.), der 1. FC Köln (6.) und Eintracht Frankfurt (7.) in hübschen Gefilden. Das Tableau zeugt von Machtverhältnissen, die sich verschoben haben.
Eurosport-Prognose: Momentaufnahme oder Dauerzustand? Nach Jahren des Unterhaltungsbetriebs ist Gladbach "nur noch ein Team auf Durchschnittsniveau", wie der "kicker" mäkelt. Leverkusen wird von Leistungsschwankungen und Roger Schmidts Launen befallen, und Wolfsburg scheint neben Qualität eine Menge Mentalität zu fehlen. Schalke weckt mit couragierten Auftritten inzwischen Hoffnung bei den Fans. Die Rangelei um den Europapokal wird intensiv, weil Hertha, Köln, Frankfurt gefestigt erscheinen, Gladbach, Leverkusen, Wolfsburg jedoch nicht. Und auf Schalke ist ja nur die Ungewissheit gewiss...
Diesmal erwischt es den HSV
Ist-Zustand: Dauertief im Norden, schlimmer und schlimmer. 2009 standen Bremen und Hamburg im UEFA-Cup-Halbfinale, Werder schließlich im Endspiel und der HSV ein paar Monate darauf an der Tabellenspitze der Bundesliga (siehe oben). Danach ging's für beide nur abwärts. Hamburg rettete sich 2014 und 2015 in der Relegation, Bremen musste jedes Jahr bangen. Erneut ist der Status quo deprimierend, Werder belegt den 16., der HSV den 18. Rang. Letzter.
Eurosport-Prognose: Momentaufnahme oder Dauerzustand? Das Leid an der Weser ist die Gegentorflut, 27 Mal schlug es schon ein. "Wir können nicht immer vier Tore schießen, um ein Spiel zu gewinnen", klagt Trainer Alexander Nouri, dessen Effekt nach sieben Punkten aus vier Spielen schnell verpuffte (drei Niederlagen am Stück). Sein Hamburger Pendant Markus Gisdol rief den "Existenzkampf" aus, das war plakativ und realitätsnah. Möglich, dass Darmstadt 98 und der FC Ingolstadt noch schwächer abschneiden - spätestens in der Relegation aber erwischt es den HSV.
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