Bundesliga: Torsten Frings kehrt mit Dramstadt 98 nach Werder Bremen zurück

Die Reise in die Vergangenheit wird für Torsten Frings zum Trip der Emotionen. Doch über allen zwiespältigen Gefühlen für seinen Herzens-Klub steht für den 40-Jährigen die neue Liaison mit den Lilien. "Natürlich ist es nicht schön, meiner alten Liebe wehzutun. Aber wir müssen punkten, um die Klasse halten zu können", sagte der Trainer des Tabellenletzten Darmstadt 98.

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Am Samstag (15.30 Uhr im Liveticker bei Eurosport.de) kehrt Frings zu seinen Ex-Klub Werder Bremen zurück.
Trotz der persönlichen Brisanz wollte Frings eine gewisse Unaufgeregtheit vermitteln, als er am Donnerstag vor ungewohnt vielen TV-Kameras und Journalisten im kleinen Presseraum der Südhessen saß.
"Natürlich ist es eine besondere Partie, auf die ich mich freue. Aber es ist nicht das Spiel Werder gegen Torsten Frings", meinte er und versprach seiner "Verflossenen":
Es ist eine außergewöhnliche Situation, die besondere Maßnahmen erfordert. Und weil das so ist, ruht bis Samstagabend der heiße (Telefon-)Draht zwischen Frings, dem ehemaligen Werder-Profi und Co-Trainer, und Bremens Kapitän Clemens Fritz.
In dieser Woche gibt es keinen SMS-Kontakt zwischen den beiden Kumpeln und ehemaligen Mannschaftskollegen. Dafür sind sie in diesem "extrem wichtigen Spiel", wie Fritz das Duell zwischen dem Tabellen-15. und dem Schlusslicht nennt, doch zu sehr Konkurrenten im Abstiegskampf. Und Fritz hat Respekt vor seinem "Buddy":
Auch Frings weiß um das mediale Interesse an seiner Rückkehr an die Weser - knapp sechs Monate nach seiner Entlassung als Assistenzcoach des viermaligen deutschen Meisters.
Die Liebe zu "seinem" Klub jedenfalls, bei dem er insgesamt elf Jahre (1997-2002/2005-2011) lang spielte, ist noch da - aber sie ist abgekühlt. "Ich habe 20 Jahre in Bremen gelebt und dort noch viele Freunde", berichtete Frings und fügte vielsagend an: "Im Verein allerdings weniger."

Frings musste seinen Hut nehmen

Die Trennung Mitte September 2016 hat Spuren hinterlassen. Damals war Frings im Zuge der Entlassung von Chefcoach Viktor Skripnik freigestellt worden. Zwar hatte man ihm einen Job in einem anderen Bereich angeboten. "Aber ich habe gesagt, dass ich nicht mehr zur Verfügung stehe, weil ich Viktor gegenüber immer loyal war", betonte der 79-malige Nationalspieler Frings.
Die Bremer Anhänger indes werden die Rückkehr der Klub-Ikone am Samstag wohl feiern. "Torsten hat sehr viel für Werder geleistet. Dafür haben die Fans ein gutes Gespür", äußerte Manager Frank Baumann, mit dem Frings einst selbst noch spielte. Und der ihn im vergangenen Jahr auch entließ.
"An meinem guten Verhältnis zu Frank hat das aber nichts geändert", behauptete Frings. Den Traum, als Cheftrainer bei seinem Herzens-Klub zu arbeiten, konnte er sich (noch) nicht erfüllen.
Dafür ist Frings bei den Lilien längst der große Hoffnungsträger. Der frühere defensive Mittelfeldspieler passt mit seiner Geradlinigkeit, Bodenständigkeit und Arbeitsmoral bestens zum David aus Darmstadt.
Und Frings spricht die Sprache der Spieler. "Seitdem das Trainerteam um Frings das Ruder übernommen hat, gab es eine wahnsinnige Entwicklung. Auch, weil wir eine passende Spielphilosophie an die Hand bekommen haben", lobte Peter Niemeyer. Der 98-Routinier meinte sogar, dass der Klassenerhalt sicher geschafft worden wäre, "wenn wir dieses Gesamtpaket Trainer und Spieler am Anfang der Saison gehabt hätten".
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