BVB: Gonzalo Castro ist der neue Ilkay Gündogan in Dortmund

Für Henrich Mchitarjan holte der BVB mit Mario Götze und André Schürrle gleich zwei Spieler als Ersatz, für Mats Hummels wurde Marc Bartra verpflichtet. Die Lücke, die Ilkay Gündogan hinterlässt, wurde nicht durch einen Neuzugang geschlossen. Aus gutem Grund! Denn einen Nachfolger hat die Borussia bereits in den eigenen Reihen. Gonzalo Castro - der neue "alte" Offensivmotor auf der Doppelsechs.

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Borussia Dortmund hat einen Rekord-Sommer hingelegt. Rund 110 Millionen Euro nahm der BVB durch die Verkäufe von Henrich Mchitarjan (für 42 Millionen Euro zu Manchester United), Mats Hummels (für 38 Millionen Euro zu Bayern München), Ilkay Gündogan (für 27 Millionen Euro zu Manchester City) und Jakub Blaszczykowski (für vier Millionen Euro zum VfL Wolfsburg) ein.
Matthias Ginter, Neven Subotic, Moritz Leitner und Nuri Sahin könnten den BVB ebenfalls noch verlassen. Neu im Team sind Marc Bartra, Mikel Merino, Sebastian Rode, Raphael Guerreiro, Ousmane Dembélé, Emre Mor, Mario Götze und André Schürrle.

Schlüsselrolle für Castro

Die Mannschaft, die in der letzten Saison die beste Offensive der Bundesliga stellte (82 Tore) und bis kurz vor Ende der Saison teilweise nur fünf Punkte hinter den Bayern lag, befindet sich im Umbruch. Was zu Beginn der Transferperiode nach einem riskanten Manöver aussah – ausschließlich unerfahrene Talente (Dembélé, Mor, Merino) wurden verpflichtet – mutiert nach den Transfers der erfahrenen Weltmeister Götze und Schürrle zu einem schüchternen Angriff auf die Bayern. Und der Ex-Leverkusener Castro könnte dabei eine Schlüsselrolle spielen.
Castro geht in sein zweites Jahr beim BVB. Der 29-Jährige hatte ebenso wie Gündogan kleinere Anlaufschwierigkeiten in Dortmund, machte sein erstes Spiel von Beginn an erst im 14. Anlauf. Im Interview mit den "Ruhrnachrichten" gibt er sich aber zuversichtlich:
Am Ende der Runde standen drei Tore und sieben Vorlagen auf der Habenseite. Gündogan wurde nach schwachem Start in Dortmund von Jürgen Klopp in der Hinrunde der Saison 2011/12 sogar gänzlich aus dem Kader gestrichen (12. Spieltag). Ein Denkzettel, der Wirkung zeigte. Der gebürtige Gelsenkirchner wurde in den Folgejahren zum Fixpunkt der BVB-Offensive, dirigierte den Spielaufbau, ordnete das Geschehen, bereitete vor oder erzielte selber Tore.

Castro ähnlich wie Gündogan

Im aktuellen Kader der Borussia ist Castro der Spieler, der von seinen Anlagen her Gündogan am meisten ähnelt. In Leverkusen war er über Jahre Führungskraft, eine Art Allzweckwaffe, die überall im Mittelfeld und sogar auf den Außenverteidigerpositionen eingesetzt wurde. Dort wurde er zum Nationalspieler.
Dank seiner Erfahrung (311 Bundesligaspiele) und seiner Frühform hat "GC27" die größten Chancen, die frei gewordene Gündogan-Position zu Saisonstart zu bekleiden. Merino und Rode sind neu im Team, müssen sich erst akklimatisieren. Allerdings kann das bei der Qualität der Neuverpflichtungen auch ganz schnell gehen. Den kleinen Vorsprung, den sich Castro mit seinen starken Auftritten gegen die beiden Klubs auf Manchester während der China-Reise erarbeitet hat, will er nutzen, wohlwissend, dass es sich dabei nur um eine Momentaufnahme handelt.

Brutaler Konkurrenzkampf

Wer spielt, muss sofort funktionieren. Das gilt in der kommenden Spielzeit beim BVB mehr denn je. Der Konkurrenzkampf, vor allem im Mittelfeld, ist riesig. Neben Julian Weigl, der sich nach einer starken Debutsaison wohl keine Sorgen um einen Stammplatzverlust machen muss, lechzen allein im defensiven Mittelfeld Sebastian Rode, Mikel Merino, Nuri Sahin und Matthias Ginter nach Spielzeit.
"Wir sind variabler geworden. Für unsere Gegner wird es brutal schwer werden, zu wissen, wer überhaupt spielt und wie die jeweilige Aufstellung taktisch umgesetzt wird. Das kann ein großer Vorteil sein", so Castro, der in der Breite des Kaders eine große Qualität erkennt. Er selbst sieht sich beim "neuen" BVB als Führungsspieler:
Am Ende hat wie immer der Trainer die Qual der Wahl. Härtefälle wird es geben, es sieht aber nicht danach aus, dass Castro zu ihnen gehört.
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